Platons Hauptwerk sind die „Dialoge“

Platon stieß wahrscheinlich als Jugendlicher zu den Schülern von Sokrates. Und er war Ende 20, als Sokrates starb. Platon ging für mehrere Jahre nach Sizilien und lebte wohl auch an anderen Orten, bis er nach Athen zurückkehrte und seine Philosophenschule, die Akademie, gründete. Ward Farnsworth erklärt: „Sein Hauptwerk – und womöglich sein einziges Werk – sind die „Dialoge“, von denen er etwa 30 verfasst hat. Er kommt darin nie direkt vor, obgleich Sokrates in der „Apologie“ feststellt, dass Platon bei seiner Gerichtsverhandlung anwesend ist.“ Innerhalb der Forschung nimmt man oftmals an, dass Platon seine frühen Dialoge vor seinen Reisen geschrieben hat, die sein Denken noch einmal in eine andere Richtung lenkten.“ Ward Farnsworth war Dekan an der University of Texas School of Law und ist dort am John-Jeffers-Forschungslehrstuhl tätig.

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Antisthenes stand Sokrates sehr nahe

Sokrates soll einen Schüler gehabt haben, der ihm noch näherstand als Platon. Nämlich Antisthenes, der angeblich 60 Schriften verschiedener Länge verfasste, darunter einige sokratische Dialoge. Keines dieser Werke ist erhalten. Es geht folgende Erzählung um: Antisthenes wollte einer seiner Schriften vorlesen und lud dazu auch Platon ein. Als dieser fragte, was er vorlesen wolle, sagte er, eine Abhandlung über die Unmöglichkeit des Widersprechens.

Da sagte Platon: „Wie kannst du denn über eben dies Thema überhaupt schreiben?“, wobei er ihm auseinandersetzte, dass er mit sich selbst in Widerspruch stehe. Ward Farnsworth fügt hinzu: „Da schrieb Antisthenes einen Dialog gegen Platon, betitelt Sathon. Seitdem waren sie dauernd verfeindet.“ „Sathon“, das Reimwort für Platon, bedeutet indes „dicker Schwanz“. Xenophon (etwa 431 – 354 v. Chr.) war ein Athener Soldat, ebenso Schüler von Sokrates und Zeitgenosse von Platon.

Aristophanes macht Sokrates lächerlich

Xenophon hat ausführliche Erinnerungen an Sokrates verfasst, allen voran seine „Memorabilia“. Ward Farnsworth erläutert: „Es handelt sich dabei größtenteils um Gespräche zwischen Sokrates und anderen. Der von Xenophon porträtierte Sokrates ist ein ernsterer und weniger schillernder Moralist als Platons Sokrates.“ Xenophon verließ Athen kurz bevor man Sokrates vor Gericht stellte. Seine Erinnerungen an Sokrates schrieb er später- wahrscheinlich gar Jahrzehnte später. In seinen Texten stützt er sich teilweise auf Platons Dialoge, an anderen Stellen aber erfindet er Dinge dazu.

Es ist daher laut Ward Farnsworth riskant, Xenophons Erinnerungen an Sokrates für bare Münze zu halten – genauso übrigens wie Platons Berichte. Aristophanes (etwa 446 – 386 v. Chr.) schrieb Komödien, in denen er Sokrates nennt oder als Figur vorkommt, die er lächerlich macht. Dieses Zeugnis des historischen Sokrates ist besonders verlockend, da es zu Lebzeiten verfasst wurde, knapp 25 Jahre vor seinem Tod. Es wird deutlich, dass Sokrates in Athen sehr bekannt war. Außerdem findet man im Porträt von Aristophanes Züge, die auch Platons Sokrates trägt. Quelle: „Die sokratische Methode“ von Ward Farnsworth

Von Hans Klumbies

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