Peter Thiel hat ein Faible für Monopole

Als Star-Anwender der Ideologie der Chicago School kann man Peter Thiel bezeichnen, einen der umtriebigsten Investoren im Silicon Valley. Der Mann hat deutsche Wurzeln, 1967 wurde er in Frankfurt am Main geboren, doch die Eltern siedelten schon bald in die USA um. Hans-Jürgen Jakobs weiß: „Hier schloss Thiel ein Philosophiestudium an der Stanford University ab und beschloss, die Tech-Szene mit Geld und Geist zu versorgen.“ So war er Mitbegründer des Internet-Bezahldienstes Paypal sowie des opaken Sicherheitsdienstleisters Palantir. Peter Thiel finanzierte mit bei Hunderten Neugründungen, etwa bei Facebook von Mark Zuckerberg oder der Raumfahrt- und Raketenfirma SpaceX von Elon Musk. Seine Abneigung gegen Wettbewerb und sein ausgesprochenes Faible für Monopole hat Peter Thiel an mehreren Stellen dokumentiert. Hans-Jürgen Jakobs ist Volkswirt und einer der renommiertesten Wirtschaftsjournalisten Deutschlands.

Der Kapitalismus ist das Gegenteil von Wettbewerb

So widmet er in seinem 2014 erschienen Buch „Zero to One“, einem Handbuch für Möchtegern-Start-ups, dem Thema gleich mehrere Stellen. Die Vereinigten Staaten erheben den Wettbewerb zum „Mythos erheben“, erklärt der Autor frank und frei. In Wahrheit aber sei „Kapitalismus das Gegenteil von Wettbewerb“. Die bizarre Begründung: „Kapitalismus basiert auf der Akkumulation von Kapital, doch im perfekten Wettbewerb fallen sämtliche Gewinne dem Konkurrenzkampf zum Opfer.“

Nur in einer statischen Welt, führt Peter Thiel weiter aus, haben Monopole einen schlechten Ruf. In einer dynamischen Welt aber – wie im Internet-Kapitalismus – bieten „kreative Monopolisten ihren Kunden mehr und neue Optionen, indem sie neue Kategorien schaffen“. Sie seien die wahren Motoren des Fortschritts. Peter Thiel wörtlich: „Monopolisten können es sich leisten, an andere Dinge zu denken als an Geld. Anders Teilnehmer eines vollkommenen Marktes: Hier sind Unternehmen derart auf ihre aktuellen Gewinnspannen fixiert, dass sie gar nicht in der Lage sind, langfristig zu planen.“

Peter Thiel: „Wettbewerb ist etwas für Verlierer“

Peter Thiel fährt fort: „Es gibt nur eines, das es einem Unternehmen erlaubt, dem täglichen brutalen Überlebenskampf zu entkommen: die Gewinne aus einer Monopolstellung.“ Hans-Jürgen Jakobs stellt fest: „Hier wird ein Monopolismus gehuldigt, und der Monopolist wird in einem naiven Glauben an Fortschritt gottgleich den Niederungen des ökonomischen Alltags entzogen. Alle Nicht-Monopolisten aber transferieren sich in den Status einer unvermeidbaren Abhängigkeit.

„Wettbewerb ist etwas für Verlierer“, betitelte Peter Thiel 2014 folgerichtig eine seiner Vorlesungen in Stanford. Ein Firmengründer sollte „immer darauf abzielen, ein Monopol zu erreichen und Wettbewerb zu vermeiden“. Im Übrigen hält er Wettbewerb für eine Ideologie, die unsere Gesellschaft pervertiert und unser Denken zerstört.“ Das ist erkennbar eine pseudointellektuelle Provokation, die eine andere Ideologie zementieren will. Nämlich die der ökonomischen Autokratie und eines Monopolismus, der sich der Überprüfung durch einen lästigen Wettbewerb nicht stellen muss. Quelle: „Das Monopol im 21 Jahrhundert“ von Hans-Jürgen Jakobs

Von Hans Klumbies

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