Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und Fallbeispiele zeigt Paul Goldsmith in seinem Buch „Die Evolution des Gehirns“, wie wir unseren uralten Denkapparat optimal nutzen können, um ein glücklicheres und gesünderes Leben auch in unserer hochkomplexen modernen Welt zu führen. Die Welt verändert sich in überwältigendem Tempo, aber die Struktur unseres Gehirns ist weitgehend unverändert geblieben. In seinem Buch untersucht Paul Goldsmith, wie sich diese Diskrepanz zwischen alter Organisation und modernem Leben auf alles auswirkt, von unseren Emotionen und Entscheidungen über unsere Beziehungen und unsere mentale Gesundheit bis hin zu unseren Gesellschaftsstrukturen. Im Prinzip dient unser Gehirn der Persistenz: In erster Linie soll es dafür sorgen, dass wir lange genug überleben, um unsere Gene weitergeben zu können. Paul Goldsmith ist Neurowissenschaftler, Neurologe und Gastprofessor am Imperial College London.
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Passende Bücher bei Amazon findenViele unserer modernen Probleme sind kein persönliches Scheitern
Alles andere – unsere Emotionen, Triebe, Zielgerichtetheit – leitet sich aus dieser Hauptfunktion ab. Dieses Grundprinzip erklärt, warum wir uns so verhalten, wie wir es tun, warum wir zu bestimmten Denk- und Handlungsmustern neigen und warum wir mit dem modernen Leben unsere Schwierigkeiten haben. Paul Goldsmith schreibt: „Die wichtigste Erkenntnis dieses Buchs lautet, dass viele unserer modernen Probleme – von chronischem Stress über Sozialphobien bis zu Konzentrationsschwierigkeiten – kein persönliches Scheitern sind, sondern Ausdruck einer grundsätzlichen Diskrepanz zwischen der Umwelt, für die sich unser Gehirn in der Evolution herausgebildet hat, und der, in der wir heute leben.“
Wenn wir das anerkennen, können wir aufhören, uns über unsere vermeintlichen Unzulänglichkeiten zu ärgern, und anfangen, wichtige Veränderungen vorzunehmen. Dies geschieht entweder durch eine Anpassung unseres Verhaltens oder durch eine Umgestaltung unserer Umwelt, damit sie besser zu unserem Gehirn passt. Das Buch „Die Evolution des Gehirns“ führt in seiner Struktur von innen nach außen, Paul Goldsmith beginnt mit den tiefsten, ältesten Hirnstrukturen – den zentralen neuronalen Netzen, die Überlebensfunktionen und unsere Grundtriebe steuern.
Paul Goldsmith nennt das evolutionäre Erbe „Prinzipien des Menschseins“
Dann bewegt sich Paul Goldsmith sich schrittweise nach außen zu den jüngeren Strukturen, die für komplexes Denken, soziale Interaktion und Abstraktionsfähigkeit verantwortlich sind. Jedes Kapitel nimmt eine Schlüsselfunktion des Gehirns in den Blick, untersucht ihre Evolution, wie sie sich im modernen Leben äußert und was passiert, wenn sie an ihre Grenzen gerät. Paul Goldsmith erklärt Grundprinzipien unseres evolutionären Erbes, die unser menschliches Erleben prägen; er nennt sie „Prinzipien des Menschseins“.
„Die Evolution des Gehirns“ ist kein klassischer Ratgeber, aber die Lektüre wird jedem Leser hoffentlich etwas Klarheit darüber verschaffen, welche Kräfte unsere Gedanken und Handlungen gestalten und wie wir bessere Entscheidungen treffen können. Dies gilt nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft. Paul Goldsmith betont: „Wenn wir in der modernen Welt gut und erfolgreich leben wollen, müssen wir damit anfangen, die alte Maschine in unseren Köpfen zu begreifen.“
Die Evolution des Gehirns
Wie wir mit einem uralten Werkzeug moderne Herausforderungen bewältigen
Dr. Paul Goldsmith
Verlag: Piper
Gebundene Ausgabe: 431 Seiten, Auflage: 2026
ISBN: 978-3-492-07371-4, 24,00 Euro
Von Hans Klumbies
