Die Sexualität der Männer ist stark von Mythen bestimmt

Das Autorenduo Georg Pfau und Thomas Hartl geben in ihrem Buch „Männer. Die ganze Wahrheit“ eine oft provokanten Einblick in das Beziehungs- und Sexualleben von Mann und Frau. Im Vorwort erklärt Georg Pfau, dass er in diesem Buch authentische Fälle aus seiner Tätigkeit als Sexualmediziner beschreibt. Er berichtet auch davon, dass er als Sexualmediziner ganz unweigerlich in einen Konflikt mit den Lobbyisten jener Organisationen gerät, die sich der Sexualität bedienen, um den Menschen zu beherrschen. Das kann aber auf keinen Fall der Sinn von Sexualität sein. Dr. Georg Pfau ist Arzt für Allgemeinmedizin und Sexualmediziner. Sein Interesse gilt nicht nur der biologischen und psychologischen Gesundheit des Mannes, sondern auch seiner Beziehung zu und mit den Frauen. Dr. Thomas Hartl ist Sachbuchautor, Schriftsteller und Journalist mit dem Schwerpunkt Gesundheit.

Die Sexualerziehung zeichnet sich durch Realtitätsferne aus

Sexualmedizin handelt laut Georg Pfau hauptsächlich vom Lebensglück. Er schreibt: „Nichts ist so wichtig für das Lebensglück wie eine Beziehung und nichts ist so wichtig für eine Beziehung wie Sexualität.“ Erschreckend ist für den Sexualmediziner, wie vielen Männern ihre Jugendhaftigkeit verloren gegangen ist, bei wie vielen Männern die Blicke lethargisch sind statt neugierig. Neugier definiert Georg Pfau als das gierig sein nach Neuem. Der Verlust der Neugier ist in seinen Augen wie ein kleiner Tod.

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Georg Pfau weist im 5. Kapitel des Männerbuches darauf hin, dass bei der Erziehung der Söhne oder Schüler die männliche Sexualität vergessen wird und wenn Sexualerziehung überhaupt stattfindet, zeichnet sie sich durch Realitätsferne aus. Georg Pfau kritisiert: „Immer noch wird die Lust dämonisiert, als eines Menschen nicht würdig deklassiert, so als dürfe ein Mensch keine Lust empfangen.“ Das aus der Antike stammende Paradigma der „verbotenen Lust“ sollte seiner Meinung nach endlich verlassen werden.

Jeder Mensch verfügt über ganz persönliche sexuelle Vorlieben

Zwei Kapitel später beschreibt das Autorenduo Georg Pfau und Thomas Hartl die sexuellen Vorlieben der Männer, wobei sie darauf hinweisen, dass jeder Mann und jede Frau eine ganz persönliche sexuelle Präferenz besitzen. In jeder Beziehung muss daran gearbeitet werden, einen möglichst großen gemeinsamen Nenner für die Sexualität zu finden. Sollten sexuelle Präferenzen in einer Beziehung nicht umgesetzt werden können, kann dies zu sexueller Unzufriedenheit und in Folge zu Störungen in der Beziehung führen. Im schlimmsten Fall können Beziehungen daran auch scheitern.

Für Georg Pfau besteht kein Zweifel daran, dass die Sexualität der Männer in hohem Maße von Mythen bestimmt wird. Ein Mythos lautet: „Ein Mann muss seine Partnerin erbeben lassen.“ Selbst der berühmte G-Punkt könnte ein Mythos sein. Eine Frau muss laut Georg Pfau selbst entscheiden, ob sie einen Orgasmus hatte oder nicht und was sie darunter zu verstehen gedenkt. Denn der Sexualmediziner weiß, dass Sexualität egozentrisch ist, da sich jeder der beiden Partner um den eigenen Orgasmus kümmert, in den meisten Fällen mit Hilfe des Partners, manchmal aber auch allein.

Männer
Die ganze Wahrheit
Georg Pfau, Thomas Hartl
Verlag: Goldegg
Gebundene Ausgabe: 351 Seiten, Auflage: 2012
ISBN: 978-3-902729-30-9,  21,40 Euro
Von Hans Klumbies

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