Manfred Spitzer stellt das umstrittene Phänomen Multitasking vor

Eine amerikanische Studie hat herausgefunden, dass der moderne Mensch seine Arbeit im Durchschnitt alle elf Minuten unterbricht. Das Leben im sogenannten digitalen Zeitalter zeichnet sich laut Manfred Spitzer dadurch aus, dass man ständig alles Mögliche gleichzeitig tut. Er schreibt: „Wir recherchieren am Computer, hören Musik, schreiben Kurznachrichten auf dem Mobiltelefon und lesen eigentlich gerade einen Artikel in der Zeitung. Der Fernseher läuft im Hintergrund, und dann klingelt das Festnetztelefon.“ Für das gleichzeitige Erledigen vieler Aufgaben hat sich der neudeutsche Begriff Multitasking durchgesetzt. Viele Jugendliche langweilen sich, wenn nicht alles gleichzeitig geschieht. Denn alles enthält Pausen. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer leitet die Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm und das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen „Lernen“ und „Vorsicht Bildschirm!“.

Das Gehirn passt sich der Lebenserfahrung an

Manfred Spitzer stellt fest, dass die gleichzeitige Nutzung mehrerer Medien und das damit verbundene gleichzeitige Erledigen mehrerer Aufgaben definitiv im geistigen Leben vieler junger Menschen eine große Rolle spielt. Er stellt sich die Frage, ob die Menschen durch multimediale Umgebung intelligenter und schlauer werden und kommt zu dem Schluss, dass die Flexibilität des menschlichen Gehirns in den vergangenen zehn Jahren eindeutig nachgewiesen worden ist. Manfred Spitzer schreibt: „Es ist biologische Hardware, die sich ständig an die jeweilige Software – sprich: unsere Lebenserfahrung – anpasst.

Es ist also nicht egal, was ein Mensch erlebt, da jede geistige Aktivität Spuren im Gehirn hinterlässt, die dessen zukünftige Funktion beeinflussen. Nicht nur Einzelheiten sind im menschlichen Gehirn abhängig von der Art, wie sie gelernt und gespeichert werden, sondern auch allgemeine Bedeutungen, das heißt kategoriales Wissen und sogar die Art, wie ein Individuum Aufgaben löst. Multitasking steht für Manfred Spitzer in engem Zusammenhang mit dem, was man heute in der Psychologie und kognitiven Neurowissenschaft als kognitive Kontrolle bezeichnet.

Multitasking hat Einfluss auf die Kontrolle der Gedanken

Schon in der frühen Kindheit lernen die Menschen laut Manfred Spitzer, ihre Gedanken zu kontrollieren, das heißt zum Beispiel, Unbedeutendes auszublenden und uns auf eine konkrete Aufgabe zu konzentrieren. Er ergänzt: „Es handelt sich also um eine im menschlichen Gehirn angelegt und zugleich erlernte Fähigkeit, über die das Individuum mehr oder weniger verfügt.“ Wenn die kognitive Kontrolle also erlernt ist und wenn sich die Art, wie der Mensch sein Denken kontrolliert, durch das Eintauchen in eine multimediale Welt verändert, dann sollte laut Manfred Spitzer Multitasking Einfluss auf die Fähigkeit haben, die Gedanken zu kontrollieren.

Dieser Einfluss könnte einerseits positiv sein, da der Mensch mit seinen Aufgaben wächst, und die Kontrolle umso schwieriger ist, je mehr es zu kontrollieren gibt. Andererseits könnte er aber auch negativ sein, denn wenn ein Mensch ständig vieles gleichzeitig tut, dann führt dies möglicherweise zu einer oberflächlichen Verarbeitung des vielfältigen und wechselnden Inputs. Manfred Spitzer fügt hinzu: „Denkbar ist also, dass wir durch langfristiges intensives Multitasking unsere Aufmerksamkeit trainieren; oder dass wir – im Gegenteil – uns dadurch eine Aufmerksamkeitsstörung antrainieren.“

Von Hans Klumbies

 

 

Ein Gedanke zu „Manfred Spitzer stellt das umstrittene Phänomen Multitasking vor

  • 1. April 2013 um 19:38
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    Sehr schlecht und unnötig kompliziert geschrieben.
    Der Text wirft Themen und Fragen auf, die er dann nicht beantwortet, sondern gleich zum nächsten übergeht

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