Zuallererst gilt für Katia Henriette Backhaus: „Nachhaltige Freiheit ist bedingt.“ Denn die ökologische Krise und die durch diese geprägte Forderung der Nachhaltigkeit stellen eine Herausforderung für die Freiheit dar, weil sie die ökologisch-materiellen Grundlagen der Freiheit zur Sprache bringen. Die Vereinbarkeit von Freiheit und Nachhaltigkeit in einem Begriff nachhaltiger Freiheit muss also zunächst bei den Bedingungen der Möglichkeit von Freiheit ansetzen. Auch das Verhältnis von Mensch und Natur spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Die menschliche Sonderstellung in und gegenüber der Natur ermöglicht, dass die Menschen gleichermaßen als naturzerstörerische wie als naturschützende Kraft auftreten können. Die Menschen sind ein Teil der Natur, können diese aber auch transzendieren. Katia Henriette Backhaus hat an der Universität Frankfurt am Main promoviert. Sie lebt in Bremen und arbeitet als Journalistin.
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Aktuelle Angebote zu "Der Mensch hat eine Sonderstellung gegenüber der Natur"
Passende Bücher bei Amazon findenEs gibt interne und externe Bedingungen nachhaltiger Freiheit
Die existentiell gegebenen Bedingungen der Möglichkeit der Freiheit sind diejenigen Bedingungen, die mit der Existenz des Menschen gegeben sind. Es geht also darum, was Menschen ausmacht, und was die Umstände ihrer Existenz sind. Katia Henriette Backhaus unterscheidet interne und externe Bedingungen der Möglichkeit nachhaltiger Freiheit. Diese Kategorien sind auf den Menschen als Freiheitssubjekt bezogen. Es geht also um Fähigkeiten oder Vermögen einerseits und politische oder ökologische Voraussetzungen andererseits.
Nach dem Entstehungsgrund der Bedingungen der Möglichkeit von Freiheit zu fragen meint, nach der Quelle der fundamentalen Bedingungen zu fragen, welche die Möglichkeit, frei zu sein, überhaupt erst eröffnen. Katia Henriette Backhaus schlägt vor, grundlegend zwei Entstehungsgründe zu unterscheiden: existentiell gegebene und von Menschen geschaffene. Die Verwendung des Attributs „existentiell gegeben“ impliziert, dass es sich um eine Ableitung von der Existenz handelt. Dementsprechend nimmt die existenzfokussierte Perspektive ihren Ausgang von der Existenzphilosophie.
Sören Kierkegaard sprich allem dem Menschen eine Existenz zu
Mit Hannah Arendt stellt Katia Henriette Backhaus jedoch eine eher eigenwillige Denkerin dieser Strömung vor, die klassischen Ansätzen eine Absage erteilt. Es geht bei ihr unter anderem darum, welche Bedingungen der Möglichkeit der Freiheit für alle Menschen qua Geburt gegeben sind. Zugleich verweist diese Perspektive auch auf die Umstände der menschlichen Existenz. Das Denken über Nachhaltigkeit verweist zudem auf die materiellen Grundbedingungen des Lebens überhaupt.
Katia Henriette Backhaus beschreibt die Aneignung und Umdeutung des Begriffs Existenz durch Sören Kierkegaard. Zunächst deutet Kierkegaard die Existenz so, dass sie allein dem menschlichen Dasein zugesprochen, also zum besonderen Titel für die menschliche Subjektivität wird. Damit legt sie die Allgemeinheit eines Titels für das zufällige Dasein der Einzeldinge ab. Mit der Konkretisierung geht die Feststellung einher, dass Existenz keine Eigenschaft, sondern vielmehr die besondere Vollzugsweise des menschlichen Lebens ist. Quelle: „Nachhaltige Freiheit“ von Katia Henriette Backhaus
Von Hans Klumbies
