Märkte produzieren oft keine fairen Ergebnisse

Märkte erzeugen von sich aus keinen nachhaltigen Wohlstand für alle. Allerdings sind sie für jede gut funktionierende Volkswirtschaft äußerst wichtig. Dennoch produzieren sie oft keine fairen und effizienten Ergebnisse, sondern zu viel von gewissen Dingen, etwa Umweltverschmutzung, und zu wenig von anderen, etwa Grundlagenforschung. Joseph Stiglitz weiß: „Und wie die Finanzkrise von 2008 zeigte, sind Märkte von sich aus auch nicht stabil.“ Vor über 80 Jahren lieferte John Maynard Keynes eine Erklärung dafür, warum Marktwirtschaften oftmals unter anhaltender Arbeitslosigkeit leiden. Zudem lehrte er, wie der Staat dauerhaft für Vollbeschäftigung oder wenigstens annähernde Vollbeschäftigung sorgen kann. Joseph Stiglitz war Professor für Volkswirtschaft in Yale, Princeton, Oxford und Stanford. Er wurde 2001 mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet.

Unvollkommenheiten der Märkte sind weit verbreitet

Wenn die sozialen Erträge einer wirtschaftlichen Tätigkeit und ihre privaten Erträge weit auseinanderklaffen, können Märkte allein nicht für Abhilfe sorgen. Der Klimawandel ist hier für Joseph Stiglitz das Beispiel par excellence. Die globalen sozialen Kosten von Kohlenstoffemissionen sind immens. Die überhöhten Treibhausgasemissionen stellen eine existenzielle Bedrohung für den Planeten dar. Zudem übersteigen sie bei Weitem die Kosten, die sämtliche Unternehmen oder auch Länder tragen. Die Kohlenstoffemissionen lassen sich entweder durch gesetzliche Vorschriften oder durch Bepreisung senken.

Buchtipp:
„Der Preis des Profits“ von Joseph Stiglitz


Das Buch „Der Preis des Profits“ von Joseph Stiglitz ist auch bei Amazon gelistet. Hier stehen Ihnen weitere Informationen zur Verfügung:


Auch bei unvollständiger Information und wenn wichtige Märkte nicht existieren, funktionieren Volkswirtschaften nicht gut, ebenso bei eingeschränktem Wettbewerb. Diese Unvollkommenheiten der Märkte sind weit verbreitet und in gewissen Bereichen wie etwa dem Finanzsektor besonders schädlich. Und daher produzieren Märkte auch nicht genug von sogenannten öffentlichen Gütern wie Brandschutz oder nationale Verteidigung. Dabei handelt es sich um Güter, die für die gesamte Bevölkerung von Nutzen sind, aber sich nur schwer anders als durch Steuern finanzieren lassen.

Staat und Märkte müssen zusammenarbeiten

Um die Wirtschaft leistungsfähiger zu machen, den allgemeinen Wohlstand zu erhöhen und die Bürger besser gegen Risiken abzusichern, muss der Staat Geld ausgeben. Zum Beispiel um eine bessere Arbeitslosenversicherung bereitzustellen oder Grundlagenforschung zu finanzieren. Außerdem muss der Staat durch Regulierung dafür sorgen, dass Menschen andere nicht schädigen. Kapitalistische Volkswirtschaften haben somit von jeher private Märkte mit staatlichen Eingriffen verbunden.

Für Joseph Stiglitz steht fest: „Die Frage lautet also nicht Märkte oder Staat, sondern wie man beide so miteinander kombiniert, dass der größte Nutzen entsteht.“ Es bedarf also staatlichen Handelns, um eine effiziente und stabile, dynamisch wachsende Wirtschaft zu schaffen und sicherzustellen, dass deren Erträge fair verteilt werden. Staaten produzieren Wohlstand, indem sie mehr produzieren. Steigerungen der Produktivität gehen vorrangig auf wissenschaftliche Erkenntnisfortschritte zurück. Der technologische Fortschritt basiert darauf, neue Erkenntnisse der öffentlich finanzierten Grundlagenforschung anzuwenden. Quelle: „Der Preis des Profits“ von Joseph Stiglitz

Von Hans Klumbies