Die Menschen sind nicht mehr etwas Besonderes

Jahrtausendelang waren die Menschen etwas ganz Besonderes. Das gesamte Universum drehte sich um sie. Im westlichen Denken war die Erde der Mittelpunkt des Universums, und auf der Erde wiederum standen die Menschen im Zentrum. Alles war einzig und allein für die Menschen geschaffen und existierte ausschließlich für sie. John Bargh fügt hinzu: „Und unser bewusster Geist war der Kern – unsere Seele, der Mittelpunkt jedes Einzelnen, unsere übernatürliche Verbindung zu Gott und zur Ewigkeit.“ In den folgenden Jahrhunderten wurden die Menschen allerdings gnadenlos entthront. Den Anfang machten Kopernikus und Galilei mit ihren Theorien. Dann konnte dank der Erfindung des Teleskops der Beweis erbracht werden, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist. Prof. Dr. John Bargh ist Professor für Psychologie an der Yale University, wo er das Automaticity in Cognition, Motivation, and Evaluation (ACME) Laboratory leitet.

Der Mensch ist nicht mehr Herr über seinen Geist

Dann kam ein noch vernichtenderer Schlag. Charles Darwin zeigte, dass der Mensch nicht im Mittelpunkt alles irdischen Lebens steht. Dass alle Geschöpfe, ob groß oder klein, nicht so erschaffen wurden, wie die Menschen sie vor sich sahen. Sondern sie entstanden über unermessliche Zeiträume hinweg durch natürliche Prozesse, und das gilt auch für den Menschen. Friedrich Nietzsche erkannte, was die Stunde geschlagen hatte, und stellte die berühmte Behauptung auf, Gott sei tot.

Buchtipp:
„Vor dem Denken“ von John Bargh


Das Buch „Vor dem Denken“ von John Bargh ist auch bei Amazon gelistet. Hier stehen Ihnen weitere Informationen zur Verfügung:


Was auch immer die Menschen sein mochten, sie waren allein im Kosmos. Aber zumindest hatten sie noch ihren bewussten Geist, ihre Superkraft, ihren freien Willen. Innerhalb seines eigenen Körpers war der Mensch noch Herr über sich selbst und hatte die Macht über seine Taten und seine Gedanken. Dann kam Sigmund Freud und Burrhus Frederic Skinner und versetzten den Menschen den Todesstoß. Ihren Thesen nach sind die Menschen nicht einmal Herren über ihren eigenen Geist, ihre eigenen Gefühle und Handlungen.

Den Menschen sind ihre Schranken aufgezeigt worden

Verborgene Kräfte im Innern des Menschen besitzen Macht über ihn, erklärte Sigmund Freud. Die Menschen sind sich dessen nur nicht bewusst. John Bargh ergänzt: „Und dann nahm uns Burrhus Frederic Skinner auch noch den letzten Rest Handlungsfähigkeit. Nichts von unserem Innern sei wirklich von Belang, behauptete er. Unsere Umgebung, die Außenwelt spielt uns wie eine Geige – aber wir hielten uns für Mozart.“

Die Erde war nicht mehr das Zentrum des Universums. Auf der Erde stand der Mensch nicht mehr im Zentrum. Und der bewusste Geist war nicht mehr der menschliche Kern. Kein Zweifel, den Menschen sind deutlich ihre Schranken aufgezeigt worden. In der griechischen Mythologie wurden jene Sterblichen der Hybris bezichtigt, die sich im Besitz gottähnlicher Charaktereigenschaften wähnten. Nemesis war die griechische Gottheit, die solche Hybris bestrafte und die Sterblichen auf ihren Platz verwies. Quelle: „Vor dem Denken“ von John Bargh

Von Hans Klumbies