Jeder Mensch hat Angst. Es ist normal, Angst vor Gewalt, Krieg, Armut, Einsamkeit und Tod zu haben. Rebekka Reinhard betont: „Weniger normal sollte es sein, Angst vor den anderen zu haben, die genauso fehleranfällig und liebesbedürftig sind wie man selbst.“ Eine menschliche Gesellschaft besteht aus Individuen unterschiedlichster Haar-, Haut-, Augenfarben und Gewichtsklassen mit oft sehr widersprüchlichen Ideen und Meinungen. Jeder Mensch ist einzigartig, jedes Leben besitzt eine unantastbare Würde, inklusive das „randständigste“. Eine Gesellschaft, deren Mitglieder die Basics der Humanität vor lauter Rauschen, in dem so viel Ideologie, Angst und Panik stecken, vergessen und nach und nach verlernen, jenseits aller Unterschiede und Widersprüche im Alltag konkret und unideologisch miteinander umzugehen, verlieren ihr Herz. Rebekka Reinhard ist Chefredakteurin des Magazins „human“ über Mensch und KI. Unter anderem ist sie bekannt durch den Podcast „Was sagen Sie dazu?“ der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft wbg.
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Aktuelle Angebote zu "Jedes Leben besitzt eine unantastbare Würde"
Passende Bücher bei Amazon findenJeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit
Die Philosophin Mary Midgley (1919 – 2018) meint: „Was so ist, könnte auch ganz anders sein. Was mir so erscheint, kann ich jetzt ändern. Ich kann Wut und Angst in Freundlichkeit verwandeln. Nicht weil ich zaubern kann. Weil ich ein Mensch bin. Weil ich die Fähigkeit dazu habe.“ Der unspektakuläre, ganz normale Alltag ist jetzt, egal, wo Sie sich befinden. In dem Moment, in dem sie spontan und ohne besonderen Anlass freundlich sind, vergessen Sie alle Angst und Panik.
Und Sie entdecken Ihre Freiheit ganz neu. Unvermittelt. Als freie ethische Selbstentfaltung, die Sie sein lässt, wie Sie sein wollen wollen: kein bonierter Mensch, sondern ein Mensch, der sich und andere immer wieder überrascht, weil er Lust auf neue Begegnungen hat, weil er frei sein will, weil es ihn glücklich macht, weil es leicht ist – und weil er im Übrigen auch das Recht dazu hat. Artikel 2 des Grundgesetzes lautet: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“
Niemand ist nur „toll“ oder nur „mies“
Letztlich gibt es nur eines, wovor Angst zu haben sich lohnt. Ein Leben, das ohne das winzigste Lächeln vorbeirauscht. Niemand ist nur „toll“ oder nur „mies“. Rebekka Reinhard erklärt: „Die Rede von den „tollen Frauen“ ist eine ideologische Verallgemeinerung genauso wie die Aufregung über die „Ideologie des Patriarchats“. Beide Formulierungen stammen nicht aus der Feder des gesunden Menschenverstands.“ Sie sind wichtigtuerische Wellen, die werden und die wieder vergehen.
Gutes entsteht in direkten Umgang mit einzelnen Menschen, nicht der Gruppe, die er repräsentiert. Rebekka Reinhard fügt hinzu: „Jeder alte Macho hat die Fähigkeit, sich zu ändern, dazuzulernen, bisher verpasste menschliche Möglichkeiten zu realisieren – und eine Frau plötzlich respektvoll zu behandeln.“ Es muss nicht sein, aber es ist möglich. Jeder hat eine Chance verdient. Oder? Wenn Sie selbst jenseits aller notwendigen Aufklärung aber auch der Banalität des Bösen etwas entgegenhalten wollen, geben Sie anderen ein Beispiel, was es heißt, die ethische Dimension Ihrer Freiheit entdeckt zu haben und offen auf andere zuzugehen. Quelle: „Die Kunst gut zu sein“ von Rebekka Reinhard
Von Hans Klumbies
