Die Verfassung der Wirtschaft in Deutschland ist besorgniserregend. Daniel Stelter stellt fest: „Die Produktivität stagniert, Bürokratie nähmt Innovation, die Bevölkerung schrumpft und altert, das Bildungssystem wird im internationalen Vergleich immer weiter nach unten durchgereicht und Rekord-Energiepreise lassen industrielle Schlüsselbranchen abwandern.“ Statt eines neunen Aufschwungs sind in vielen Bereichen Tendenzen relativen und absoluten Abstiegs zu beobachten – und die als Wachstumstreiber proklamierte „grüne Transformation“ hat bisher vor allem zu einer Verschlechterung der Standortbedingungen geführt. Die Industrieproduktion liegt unter dem Niveau von 2015, Deutschland ist Schlusslicht beim Wachstum und Investitionen werden lieber im Ausland getätigt. Deutschland ist ganz und gar nicht für kommende Stürme und Herausforderungen gerüstet, sondern strukturell überlastet und auf Abstiegskurs. Der Ökonom Daniel Stelter berät Unternehmen und Investoren zu den Herausforderungen der globalen Märkte.
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Passende Bücher bei Amazon findenFünf Säulen bilden das Fundament für wirtschaftlichen Erfolg
Die Herausforderungen – Deglobalisierung, Protektionismus, China als großer Konkurrent – werden die tiefgreifenden Schwächen in den kommenden Jahren noch schonungsloser offenlegen. Daniel Stelter ergänzt: „Ein reiches Land zu werden, ist nicht leicht. Ein reiches Land zu bleiben, ist deutlich schwerer. Ein reichen Land abzuwirtschaften, ist hingegen leichter als vielfach angenommen. Deutschland führt vor, wie man es macht.“ Dabei gibt es fundamentale Grundlagen, die zusammenwirken und sich gegenseitig verstärken, wenn es darum geht, Wohlstand zu schaffen und zu erhalten.
Vereinfacht ausgedrückt lässt sich Wohlstand als Produkt aus verfügbaren Arbeitskräften und ihrer Produktivität verstehen. Diese beiden Faktoren wiederum werden von weiteren strukturellen Bedingungen maßgeblich beeinflusst. Daniel Stelter kennt sie: „Fünf zentrale Säulen bilden das Fundament für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg: Demografie, Produktivität, Bildung, Energie und Innovation.“ Die Demografie bestimmt, wie viele Menschen im erwerbsfähigen Alter zur Verfügung stehen und wie sich das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und abhängiger Bevölkerung – Kinder, Jugendliche, Senioren – entwickelt.
Die Produktivität ist der entscheidende Hebel für Wohlstandsgewinne
Eine wachsende, gut ausgebildete Erwerbsbevölkerung schafft die personelle Basis für Wirtschaftswachstum. Daniel Stelter fügt hinzu: „Schrumpft hingegen die Zahl der Arbeitskräfte oder steigt der Anteil der nicht mehr erwerbstätigen Bevölkerung dramatisch, gerät die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unweigerlich unter Druck.“ Die demografische Entwicklung wirkt langfristig und ist nur schwer umkehrbar – umso wichtiger ist es, sich frühzeitig darauf vorzubereiten. Die Produktivität beschreibt, wie effizient Arbeitskräfte, Kapital und Ressourcen eingesetzt werden, um Güter und Dienstleistungen zu erzeugen. Sie ist der entscheidende Hebel für Wohlstandsgewinne.
Daniel Stelter weiß: „Nur wenn es gelingt, mit gleichen oder weniger Ressourcen mehr Ertrag zu erzeugen, steigt der Lebensstandard nachhaltig. Produktivitätssteigerungen entstehen durch bessere Technologien, effizientere Prozesse, kluge Organisation und den Einsatz von Kapital.“ Stagniert die Produktivität, stagniert auch der Wohlstand – selbst bei stabiler Erwerbsbevölkerung. Auch Bildung zählt zu den Grundlagen einer leistungsfähigen Wirtschaft. Gut ausgebildete Arbeitskräfte sind produktiver, innovativer und anpassungsfähiger. Quelle: „Absturz“ von Daniel Stelter
Von Hans Klumbies
