Immanuel Kant erklärt a priori gültige Erkenntnisse

Immanuel Kant ist davon überzeugt, dass die Menschen im Besitz gewisser Erkenntnisse a priori sind und dass sogar der gewöhnliche Verstand über solche verfügt. Das sind Erkenntnisse, die nicht durch Erfahrungen oder Wahrnehmungen gewonnen werden, sondern deren Wahrheit bereits feststeht. Er stellt ein Merkmal in den Vordergrund, wodurch sicher die reine Erkenntnis von der empirischen unterschieden werden kann. Die Erfahrung lehrt, dass etwas so oder so beschaffen ist und nicht anders sein könne. Immanuel Kant schreibt: „Findet sich also erstlich ein Satz, der zugleich mit seiner Notwenigkeit gedacht wird, so ist er ein Urteil a priori; ist er überdem auch von keinem abgeleitet, als der selbst wiederum als ein notweniger Satz gültig ist, so ist er schlechterdings a priori.“

Die beiden Kennzeichen der Erkenntnis a priori

Laut Immanuel Kant gibt die Erfahrung niemals ihren Urteilen wahre oder strenge, sondern nur angenommene und komparative Allgemeinheit, die durch Induktion gewonnen wird. Induktion bedeutet in der Logik die Methode, vom besonderen Einzelfall auf das Allgemeine, Gesetzmäßige zu schließen. Für Immanuel Kant müsste das eigentlich heißen: so viel der Mensch bisher wahrgenommen hat, findet sich von dieser oder jener Regel keine Ausnahme. Immanuel Kant erklärt: „Wird also ein Urteil in strenger Allgemeinheit gedacht, das ist so, dass gar keine Ausnahme als möglich verstattet wird, so ist es nicht von der Erfahrung abgeleitet, sondern schlechterdings a priori gültig.“

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Immanuel Kant betrachtet die empirische Allgemeinheit nur als eine willkürliche Steigerung der Gültigkeit und zwar von der, die in den meisten Fällen gilt, gegenüber der, die in allen Fällen gültig ist. Für ihn steht fest, dass die Notwendigkeit und die Allgemeinheit die sicheren Kennzeichen einer Erkenntnis a priori darstellen und damit unzertrennlich zueinander gehören. Es ist seiner Meinung nach leicht zu zeigen, dass es dergleichen notwendige und im strengen Sinne allgemeine, also reine Urteile a priori, wirklich gibt. Er führt als Beispiel alle Sätze der Mathematik aus dem Gebiet der Wissenschaften an.

Erfahrung ist keine Gewissheit

Die Erfahrung hat laut Immanuel Kant nichts mit Gewissheit zu tun, da alle ihre Regeln, nach denen sie fortschreitet, immer wieder empirisch und damit zufällig wären. Daher kann er sie schwerlich als ersten Grundsatz gelten lassen. Aber nicht nur in den Urteilen, sondern auch in den Begriffen zeigt sich für Immanuel Kant ein Ursprung einiger derselben a priori.

Immanuel Kant erklärt: „Lasset von eurem Erfahrungsbegriffe des Körpers alles, alles was daran empirisch ist, nach und nach weg: die Farbe, die Härte oder Weiche, die Schwere, selbst die Undurchdringlichkeit, so bleibt doch der Raum übrig, den er einnahm, und den könnt ihr nicht weglassen.“ Der Begriff der Notwenigkeit muss also im Erkenntnisvermögen des Menschen einen festen Sitz haben.

Von Hans Klumbies