Geniale Erfinder verändern die Welt

Erfinder und Erfindungen haben die Menschen zu allen Zeiten fasziniert. Welche Dramen haben sich in diesem Bereich abgespielt: Tragik und Größe, Scheitern und Durchbruch liegen oft nur einen Wimpernschlag voneinander entfernt. Zu einem großen Erfinder gehören aber notwendigerweise Begabung und Disziplin, der Zufall und die Notwendigkeit, das Individuelle sowie das Allgemeine. Viele technische und organisatorische Innovationen revolutionierten innerhalb von kürzester Zeit die Techniken in der Produktion oder zogen über den Konsum in den Alltag von Millionen Menschen ein.

Berühmte und wenig bekannte Erfinder

Dr. Hubert Weitensfelder, der am technischen Museum Wien den Sammlungsbereich Produktionstechnik betreut und an der Universität Wien Wirtschafts- und Sozialgeschichte lehrt, stellt in seinem Buch exemplarisch 44 Erfinder vorwiegend aus Mitteleuropa und dem angelsächsischen Raum vor. Der zeitliche Schwerpunkt liegt im 18. bis frühen 20. Jahrhundert. Neben berühmten Erfindern wie Leonardo da Vinci und Thomas Alva Edison finden auch Erfinder Aufnahme, die der breiten Masse weniger bekannt sind.

Buchtipp:


Das Buch ist auch bei Amazon gelistet. Hier stehen Ihnen weitere Informationen zur Verfügung:


In seiner Einleitung beschreibt Hubert Weitensfelder, wie sich die Begriffe des Erfindens und des Erfinders im Laufe der Jahrhunderte gewandelt haben. In vorindustriellen Gesellschaften wurden beispielsweise erfinderische Geister im heutigen Sinn eher stigmatisiert, weil sie Bestehendes und vermeintlich Bewährtes zugunsten einer dynamischen Entwicklung aufs Spiel setzten. Seit dem 18. Jahrhundert aber wird die Erfindung zunehmend mit einer technischen Neuerung gleichgesetzt.

Die drei Stadien der Erfindung

Dr. Hubert Weitensfelder gliedert eine Erfindung in drei Stadien: die Invention (technische Konzipierung), die Innovation (technischwirtschaftliche Realisierung) sowie die Diffusion (gesellschaftliche Verwendung). Als gemeinsames Raster bei den Erfindern waren dem Autor folgende Informationen wichtig: Geburtsort, Namen der Eltern, Beruf des Vaters und gegebenenfalls der Mutter, Zahl und Geschlecht der Geschwister, Name der Ehefrau(en) sowie Zahl und Geschlecht der Kinder.

Die Tätigkeit des Erfindens stellt laut Weitensfelder im Allgemeinen keinen definierten Beruf dar. Als professionelle Erfinder können seiner Meinung nach am ehesten Bessemer und Edison betrachtet werden. Ein gutes Drittel der ausgewählten Personen charakterisiert der Autor als Erfinder-Unternehmer.

An weiteren Kombinationen treten auf: Erfinder-Unternehmer-Naturwissenschaftler (z.B. Carl Auer von Welsbach), Erfinder-Konstrukteure (z.B. Ferdinand Porsche), Erfinder-Professoren (z.B. Viktor Kaplan), Erfinder-Priester (z.B. Philipp Matthäus Hahn), sowie Erfinder-Offiziere (z.B. Werner von Siemens in den Anfängen seiner Karriere.

Die verschrobenen Charaktere der Erfinder

Erfindern wird gerne ein ungewöhnlicher Charakter zugeschrieben. Und wirklich finden sich in der vorliegen Auswahl Personen mit exzentrischen Zügen wie Charles Babbage oder Nikola Tesla, dann wieder ausgesprochen Sonderlinge beziehungsweise in sich gekehrte Einzelgänger wie Carl Auer von Welsbach, Carl Friedrich Freiherr Drais von Sauerbronn oder Guglielmo Marconi. Von ihren Gedanken regelrecht besessen waren Charles Goodyear und Nikola Tesla, während Rudolf Diesel ein Sozialromantiker war.

Hubert Weitensfelder ist es sehr gut gelungen, über die persönlichen Daten hinaus, die Lebensläufe der Erfinder in den Zusammenhang der technischen Ideen, Möglichkeiten und Bedürfnissen ihrer Zeit, einzubetten. Das Buch ist bestens für Leser geeignet, die für wenig Geld, zum ersten Mal in die faszinierende Welt der Erfinder und Erfindungen blicken möchten.

Die großen Erfinder
Hubert Weitensfelder
Verlag: Marixverlag
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten, Auflage: 2009
ISBN: 9783865399441, 5,00 Euro

Von Hans Klumbies