Unnütze Geschenke soll man wegwerfen

Vielen Menschen fällt es schwer, sich von Geschenken zu trennen. Sie fühlen sich schuldig und herzlos, wenn sie geschenkte Dinge wegwerfen. Aber wer einmal einen Augenblick über die Dinge nachdenkt, die er anderen Menschen im Laufe der Zeit geschenkt hat, wird sehen, dass er sich an das meiste gar nicht mehr erinnern kann. Fumio Sasaki erkundigt sich nie, ob jemand ein Geschenk, das er ihm gemacht hat, auch tatsächlich nutzt. Und er hofft wirklich, dass die Beschenkten sich trauen, diejenigen Präsente wegzuwerfen, die sie nicht brauchen. Keinesfalls würde Fumio Sasaki sich wünschen, dass sein Geschenk jemand anderem Platz wegnimmt. Er rät: „Also, raffen Sie sich auf und werfen Sie nicht mehr benötigte Geschenke weg. Auch wenn Sie sich schuldig fühlen!“ Fumio Sasaki arbeitete als Cheflektor des japanischen Verlages Wani Books, bevor er freier Autor wurde.

Liebe soll man nicht nur durch Materielles ausdrücken

Sollte der Schenker sich tatsächlich darüber aufregen, zeigt das, dass ihm die Vergangenheit wichtiger ist als ein gutes Verhältnis zu Ihnen. Fumio Sasaki rät, diese Person künftig besser auf Distanz zu halten: „Ich möchte keinesfalls jemand werden, der Liebe oder Freundschaft nur durch materielle Dinge ausdrücken kann.“ Den meisten Menschen fällt es schwer, Geschenke zu entsorgen. Fast unmöglich erscheint es ihnen, den Besitz eines geliebten verstorbenen Menschen wegzugeben.

Vielen Menschen liegt sehr daran, das Andenken an Verstorbene zu pflegen. Deshalb klammern sie sich an Dinge, für die sie absolut keine Verwendung haben. Fumio Sasaki möchte in dieser Hinsicht nicht falsch verstanden werden. Er empfindet dieses Verhalten als einen unglaublich schönen und wahrlich menschlichen Zug. Aber seiner Ansicht nach sollten man lieber versuchen, sich an die Worte eines verstorbenen Freundes oder Verwandten zu erinnern, und die Dinge schätzen, die er zu Lebzeiten für einen tat, anstatt sich mit seinem Krempel zu beschweren.

An das wirklich Wichtige wird man sich immer erinnern

Tatsuya Nakazaki, der seinen Minimalismus radikal betreibt, schreibt: „Ich glaube nicht an einen Zusammenhang zwischen der Vergangenheit und Fotos, Erinnerungsstücken oder Tagebüchern. Selbst wenn wir Fotos und Dinge wegwerfen, die uns an schöne Augenblicke erinnern, besteht die Vergangenheit doch in unserem Gedächtnis fort. Ich halte es für keine große Sache, Dinge zu entsorgen, wir werfen ja nicht die Vergangenheit selbst weg. Entfällt uns tatsächlich einmal eine Erinnerung, dann passt das wahrscheinlich so, dann war sie wohl überflüssig.“

An das wirklich Wichtige wird sich ein Mensch immer erinnern. Genau diese Momente zählen: diejenigen, an die man sich auch ohne die Hilfe materieller Dinge erinnert. Indem man sich von überflüssigem Krempel trennt, beginnt man wieder, sich an die wichtigen Dinge aus der Vergangenheit zu erinnern, ohne von all den vielen Erinnerungsstücken abgelenkt zu sein. Als Faustregel gilt: Dinge ziehen oft einen Rattenschwanz an anderen Dingen nach sich. Daher lohnt es sich gewaltig sich von seinen großen Besitztümern zu trennen. Quelle: „Das kann doch weg!“ von Fumio Sasaki

Von Hans Klumbies

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