Erfolgreich kämpft man nur für etwas, nicht gegen etwas. Ulrich Grober ergänzt: „Natürlich ist die Ablehnung, die Kritik an den herrschenden Missstände und der Kampf dagegen wichtig, genauso wie der Wille, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Aber eine nur-kritische Haltung zur Welt lässt sich diese auf Dauer nicht gefallen. Das macht krank.“ Eine komplette Fixierung auf das Falsche, auf ein „dagegen“ ist kontraproduktiv, schürt letztlich Ängste und Resignation. Kritik bedeutet ursprünglich das unterscheiden können von „richtig“ und „falsch“. Erst eine Vision vom Richtigen, für das es sich zu kämpfen lohnt, setzt die notwendigen positiven Energien frei. Das schlichte, etwas angestaubte Wort „Sache“ benennt diesen Zusammenhang. Es ist das, was man zu tun und zu vollbringen hat. Den Publizisten und Buchautor Ulrich Grober beschäftigt die Verknüpfung von kulturellem Erbe und Zukunftsvisionen.
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Passende Bücher bei Amazon findenJeder Mensch sollte Vertrauen über die Selbstwirksamkeit entwickeln
Das englische Wort „cause“ klingt möglicherweise etwas frischer. Die zeitgeistige Vokabel „Projekt“ meint im Grunde dasselbe. Das Vertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit entwickeln. Also die Überzeugung, dass das eigene Denken, Fühlen und Handeln bedeutsam sind. Ulrich Grober fügt hinzu: „Dass man damit etwas ausrichtet, etwas bewirken kann, Teil der Lösung werden kann. Von da aus ein Vertrauen in die Wirksamkeit des kollektiven Handelns der Vielen entwickeln.“
Lernen, die Ängste in „Sorge“ zu verwandeln. Dieses Wort ist im Deutschen wunderbar vielschichtig. Zum einen meint es „Kummer, Trauer, seelischen Schmerz über geschehenes, vorhandenes oder bevorstehendes Unglück“ – Grimms Wörterbuch. Das ist das englische „sorrow“. Aber daneben steht die andere, ebenfalls „schon seit alter Zeit bezeugte“ Bedeutung von „Sorge“, nämlich ein „auf Schutz, Erhaltung, Förderung gerichtetes Streben.“ Das englische Wort dafür lautet „care“.
In der Philosophie wurde die Sorge zu einem Schlüsselbegriff
Da wandelt sich das passive Erleiden von etwas zum aktiven Handeln für etwas. Ulrich Grober erklärt: „In der philosophischen Tradition von Sokrates und Platon bis Martin Heidegger und Michel Foucault wurde diese Bedeutung von „Sorge“ zu einem Schlüsselbegriff.“ Ulrich Grober möchte ihn in drei Dimensionen auffächern: Selbstsorge, Fürsorge und Vorsorge. Wichtig scheint ihm, die drei Dimensionen nicht gegeneinander auszuspielen, keine Schlagseite entstehen zu lassen, sondern sie zusammenzudenken.
Ein Gedankenblitz: Das Zusammenspiel, die sorgfältige Balance von Selbstsorge, Fürsorge und Vorsorge – das ist die Essenz von Nachhaltigkeit. Ulrich Grobers These: „Der Horizont einer nachhaltigen Zukunft – die Sorge um das Leben auf dem Planeten jetzt und in Zukunft – öffnet gangbare Wege aus der Angst.“ Eine Haltung kristallisiert sich heraus, möglicherweise richtungsweisend für die Zukunft. Es besteht aus einem Ensemble von komplementären Eigenschaften, die jetzt besonders wertvoll werden: gelassen und entschlossen, cool und leidenschaftlich, behutsam und verwegen, weitsichtig und handlungsbereit, liebevoll und militant. Quelle: „Die Sprache der Zuversicht“ von Ulrich Grober
Von Hans Klumbies
