Eine gewisse Dosis von Minimalismus hilft fast jedem

Anfänglich gerät man beim Ausmisten leicht in einen Rausch. Fumio Sasaki weiß: „Hat einen der Minimalismus erst einmal in seinen Bann gezogen, wird die Trennung von Besitz zur obersten Direktive.“ Man ist stolz auf seine Erfolge – und fängt an, auf Leute herabzusehen, die eine Menge Krempel besitzen. Sowohl das Ausmisten als auch das Einkaufen erzeugt Reize in einem Menschen und man sollte beides nicht übertreiben. Beim Entrümpeln muss man sich fragen: „Brauche ich diesen Gegenstand wirklich?“ Gleichzeitig sollte man sich auch fragen: „Soll ich mich wirklich von diesem Gegenstand trennen? Will ich ihn nur los sein, um meinen Besitz weiter zu reduzieren?“ Auch wenn Fumio Sasaki vor den Gefahren eines übertriebenen Minimalismus warnt, betont er doch, dass eine gewisse Dosis von Minimalismus fast jedem hilft. Fumio Sasaki arbeitete als Cheflektor des japanischen Verlages Wani Books, bevor er freier Autor wurde.

Ein Minimalist konzentriert sich auf die wirklich wichtigen Dinge

Die reichen Gesellschaften des Westens legen viel zu viel Wert auf materielle Dinge, unzählige Menschen besitzen viel mehr, als sie brauchen. Das Ziel eines Minimalisten besteht nicht in der Reduktion selbst. Ein Minimalist versucht, Ablenkungen zu beseitigen, um sich besser auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren zu können. Minimalismus ist ein erster Schritt, eine Methode. Fumio Sasaki rät: „Sobald Sie angefangen haben auszumisten, wird es Zeit, die Dinge herauszufinden, die wirklich zählen.“

Das Leben ist kurz. Deshalb sollte es niemand mit der Jagd nach materiellen Dingen verschwenden. Zu Hause vor dem Fernseher oder unterwegs – ständig wird man von den Medien, Werbeagenturen und anderen mit scheinbar dringenden Nachrichten bombardiert. Fumio Sasaki betont: „Praktizierende Minimalisten lassen sich weniger von Medien und Werbung ablenken, weil sie erkannt haben, dass ihnen nichts fehlt. In diesem Bewusstsein lässt sich fast alles ignorieren, was uns ständig zugebrüllt wird.“

Minimalisten kaufen nicht viel ein

Umgekehrt gilt: Menschen, an denen das Gefühl nagt, sie verpassten etwas in ihrem Leben, fühlen sich von dieser Botschaft direkt angesprochen. Fängt man einmal an, über die einzelnen Werbebotschaften nachzudenken, bleibt einem keine Zeit mehr für alles andere. Minimalismus beruht auf der Erkenntnis, dass einem nichts fehlt. Fumio Sasaki rät: „Lassen Sie sich nicht länger von Dingen herumschubsen, die Sie nicht haben – und nicht brauchen.“ Minimalisten kaufen nicht viel ein, folglich verbringen sie auch nicht viel Zeit in Geschäften.

Natürlich benötigen auch Minimalisten in Zukunft noch Waren, aber das Einkaufen geht schneller. Bevor Fumio Sasaki etwas erwirbt, muss es folgende Bedingungen erfüllen: Es muss ein minimalistisches Design haben und leicht zu reinigen sein. Zweitens darf seine Farbe nicht zu grell sein. Drittens muss er es lange benutzen können. Viertens soll es einfach gebaut, leicht und kompakt sein. Und fünftens soll es sich vielfältig verwenden lassen. Unnötigen Denkaufwand spart man überdies, wenn man bewährte Dinge bei Bedarf einfach nachkauft – oder reparieren lässt. Quelle: „Das kann doch weg!“ von Fumio Sasaki

Von Hans Klumbies

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