Albert Wenger betont: „Ein entscheidendes Ziel bei der Verringerung der Aufmerksamkeitsknappheit ist die Verbesserung der Produktionsweise der „Wissensschleife“, die aus dem Erwerb, dem Entwickeln und dem Teilen von Wissen besteht. Für den menschlichen Fortschritt ist die Erlangung größeren Wissens unerlässlich.“ Die Geschichte der Menschheit ist übersät mit gescheiterten Zivilisationen, die nicht genügend Wissen hervorbringen konnten, um die ihnen gestellten Herausforderungen zu meistern. Um einen kollektiven Fortschritt durch größere individuelle Freiheiten zu erreichen, benötigen wir bestimmte Werte, welche die Schaffung von Wissen fördern. Dazu gehören kritische Nachforschung, Demokratie und Verantwortungsbewusstsein. Diese Werte stellen sicher, dass die Vorteile der Wissensschleife möglichst vielen Menschen zugutekommen und dabei auch andere Arten einschließen. Sie sind von zentraler Bedeutung für einen erneuerten Humanismus, der sich seinerseits aus der Kraft menschlichen Wissens speist. Albert Wenger ist ein weltweit beachteter Investor.
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Passende Bücher bei Amazon findenEs muss einen Übergang vom Industrie- zum Wissenszeitalter geben
Diese Wiederbelebung des Humanismus ist besonders drängend, da wir kurz davorstehen, mithilfe von Gentechnik und der Technisierung des Körpers beziehungsweise künstlicher Intelligenz „Transhumans“ oder „Neohumans“ zu erschaffen. Albert Wengers Buch „Die Welt nach dem Kapital“ argumentiert, dass nur diese Kombination aus größeren Freiheiten und starken humanistischen Werten es uns ermöglichen wird, den Übergang vom Industrie- zum Wissenszeitalter gefahrlos zu bewältigen.
Albert Wenger ist zutiefst optimistisch, was das wahre Potenzial für den menschlichen Fortschritt angeht. Pessimistisch stimmt ihn jedoch, welchen Weg wir aktuell verfolgen. Offenbar sind wir fest entschlossen, um jeden Preis am Industriezeitalter festzuhalten, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit eines heftigen Umbruchs erhöht. Albert Wenger hofft, dass er mit seinem Buch „Die Welt nach dem Kapital“ einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, die Menschheit auf friedliche Weise voranzubringen.
Die digitalen Technologien entwickeln eine disruptive Wirkung
Milliarden Menschen auf der ganzen Welt tragen Smartphones mit sich herum – leistungsstarke Computer also, die mit einem globalen Netzwerk, dem Internet verbunden sind. Albert Wenger fügt hinzu: „Wir verbringen oft sehr viele Stunden am Tag mit diesen Geräten und den Applikationen darauf, nutzen soziale Medien oder arbeiten natürlich auch mit ihnen.“ Doch trotz der zunehmenden Allgegenwart von digitalen Technologien können wir oft kaum genau benennen, worin ihre besondere Macht besteht.
So haben sich manche Menschen gar über die neuesten Entwicklungen lustig gemacht, indem sie auf Dienste wie X/Twitter verwiesen und behaupteten, diese seien im Vergleich zu anderen Technologien, etwa der Impfstoffentwicklung, vollkommend unbedeutend. Albert Wenger stellt fest: „Dabei wird es immer schwieriger, die disruptive Wirkung digitaler Technologen zu ignorieren. So haben viele alteingesessene Unternehmen wie Zeitungen und Einzelhändler mit Schwierigkeiten zu kämpfen, während Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google heute zu den weltweit am höchsten bewerteten Unternehmen gehören.“ Quelle: „Die Welt nach dem Kapital“ von Albert Wenger
Von Hans Klumbies
