Stefan Loipfinger legt sich mit der Spendenmafia an

Stefan Loipfinger behauptet in seinem neuen Buch „Die Spendenmafia“, dass sich Spendensammler skrupellos bereichern und der Staat nichts dagegen unternimmt. Von den fünf Milliarden Euro, die Deutsche jedes Jahr spenden, erreicht nur ein Bruchteil die Notleidenden, da zweifelhafte Hilfsorganisationen große Beträge in die eigene Tasche stecken. Der Verbraucherschützer und Journalist Stefan Loipfinger, Gründer und Chef von CharityWatch.de, prangert den Missbrauch von Spendengeldern an und nennt die Namen der Hilfsorganisationen, die skrupellos die Hilfsbereitschaft der Spender ausnutzen. Stefan Loipfinger beschreibt den Inhalt seiner Aufklärungsschrift im Vorwort mit folgenden Worten: „Dieses Buch schildert in zahlreichen Beispielen, wie sich Vorstände, Hintermänner, Schattenfiguren und dubiose Geschäftemacher – alle mit Gutmenschen-Maske – pappsatt verdienen am Milliardenkuchen des Spendenmarkts.“

Stefan Loipfinger will Hilfestellung zum „richtigen“ Spenden leisten

Laut Stefan Loipfinger bringen allein die in diesem Buch beschriebenen Missbrauchsfälle den dubiosen Profiteuren einen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr ein. Er schreibt: „Und das ist ohne Zweifel nur die Spitze des Eisbergs!“ Der Autor weist darauf hin, dass es bei den Nennungen der Namen nie um die Diskreditierung der jeweiligen Personen geht, sondern um die notwendige Verbesserung der Hilfsleistung, wie sie den Spendern und Mitgliedern als zahlende Unterstützer versprochen wurden.

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Stefan Loipfinger stellt auch klar, dass sein Buch auf keinen Fall ein Plädoyer gegen das Spenden ist. Er schreibt: „Es gibt viel Missbrauch – zu viel. Doch umgekehrt gibt es auch sehr, sehr viele unterstützungswerte, ehrenvolle und uneingeschränkt gemeinnützige Initiativen. Die zentrale Aufgabe besteht deshalb darin, das Geld von den zweifelhaften Hilfsorganisationen zu den seriösen umzuleiten.“ Sein Buch soll eine Hilfestellung zum „richtigen“ Spenden sein.

Fehlende Gesetze ermöglichen mafiöse Strukturen im Spendensystem

Im vierten Kapitel seines Buchs beschreibt Stefan Loipfinger die Arbeitsmethoden der Spendenmafia, die mit Drückerkolonnen, Infoständen und Bettelbriefen gutgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche ziehen möchte. Dem kritischen Spender ist allerdings laut Stefan Loipfinger eine Messlatte an die Hand gegeben: „Eine ernstzunehmende Organisation informiert sachlich über die Lage ihrer Klientel und die notwendige Hilfe.“ Wenn man sich allerdings durch einen Aufruf zum Spenden gedrängt fühlt, stellt dies ein deutliches Warnzeichen dar.

Dem Autor ist es hervorragend gelungen, vor allem durch seine umfassende Dokumentation von Einzelfällen, ein Problembewusstsein über den Spendenmissbrauch in Deutschland zu schaffen und eine Diskussion darüber anzustoßen. Mit dem Titel des Buchs will Stefan Loipfinger vor allem auf die Schwächen des Spendensystems hinweisen und auf die Bildung mafiöser Strukturen im Spendengeschäft, die fehlende Gesetze erst ermöglichen. Gefragt sind Lösungen, die seriöse Organisationen stärken und die Effizienz von Spenden für die bedürftigen Zielgruppen erhöhen.

Die Spendenmafia

Schmutzige Geschäfte mit unserem Mitleid

Stefan Loipfinger

Verlag: Knaur

Broschierte Ausgabe: 271 Seiten, Auflage: 2011

ISBN: 978-3-426-78498-3, 8,99 Euro

Von Hans Klumbies

2 Gedanken zu „Stefan Loipfinger legt sich mit der Spendenmafia an

  • 28. November 2011 um 21:17
    Permalink

    Na, na, na, Herr Loipfinger!?

    Schreiben Sie sich da etwa selbst Ressezionen?

    Der Schreibstil in den Rezessionen hier kommt mir aber sehr bekannt vor und erinnert mich in weiten Teilen an Ihren Schreibstil…

    Habe ich sehr ähnliche Formulierungen nicht schon an an diversen anderen Stellen gefunden??? Etwa auch auf Charitywatch? Oder in ihrem hier hochgelobten Buch?

    Interessant ist doch vor Allem, dass das hier beschriebene Buch wegen UNWAHRER BEHAUPTUNGEN (im Volksmund auch als „Lügen“ bezeichnet), umgeschrieben und neu verlegt werden muss und dass Sie, Herr Loipfinger, eine Erklärung unterschrieben haben, solche Behauptungen künftig zu unterlassen und dass Sie anderenfalls bestraft werden.

    Dieses hoch interessante Dokument wurde nun veröffentlich und ist unter folgender Seite zu finden:

    sage-die-wahrheit . de

    Diese Seite nimmt die dubiosen Geschäftsmethoden des Autors Herrn L. genau unter die Lupe und bringt interessante Details über den Autor und das nebulöse Netzwerk um Charitywatch ans Licht der Öffentlichkeit. Was da über den „obersten Gutmenschen“ und selbst ernannten „Spendenpapst“ aufgedeckt wird, ließt sich nach meiner Auffassung fast wie eine Kriminalgeschichte.

    Auch der Deutsche Presserat hat sich schon sehr intensiv mit Herrn Loipfingers Veröffentlichungen befasst. Die Ergebnisse lesen Sie ebenfalls auf www . sage-die-wahrheit . de

    In dem Buch selbst steht kaum wirklich Neues. Viele der „Skandale“ sind uralt und wurden von anderen aufgedeckt.

    Nach eigenen Angaben hat der Autor Stephan Loipfinger allein innerhalb von fünf Wochen über 20 Schreiben von Rechtsanwälten erhalten, die rechtliche Konsequenzen wegen Inhalten auf CharityWatch.de und dem Buch „Die Spendenmafia“ angedroht haben.

    • 29. November 2011 um 04:28
      Permalink

      Sehr geehrter Herr Meier,

      die Buchrezension stammt nicht von Herrn Loipfinger, sonder wie alle Artikel – bis auf einen Software-Bericht, von mir selbst. Ich wusste auch nichts von den Anklagen gegen das Buch „Die Spendenmafia“ des Autors, die wie Sie behaupten, gegen das Werk vorliegen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Hans Klumbies

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