Joachim Bauer schreibt: „Eine der Lehren aus der ökologischen Lage der Erde ist, dass wir eine ungeheure internationale Anstrengung unternehmen müssen, um die Rettung des Planeten ins Werk zu setzen.“ Die Ziele, zu denen der Weg der internationalen Gemeinschaft führen muss, finden sich in den Global Development Goals (GDG) der Vereinten Nationen. Das vorzugsweise von Klimaleugnern an die Wald gemalte Schreckgespenst einer Ökodiktatur wird weder vorgeschlagen noch von irgendjemandem verfolgt. Aufseiten der Wirtschaft wird die Dringlichkeit der Situation nur von ihren fortschrittlichen Vertretern erkannt. Um die Marktwirtschaft in Richtung ökologischer Werte umzuorientieren und eine an ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit orientierte Politik durchzusetzen, bedarf es des massiven politischen Drucks von unten. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt.
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Passende Bücher bei Amazon findenDie Subventionierung fossiler Energien sollte beendet werden
Um eine ökologische Katastrophe abzuwenden, müssen die wohlhabenden Länder die ärmeren unterstützen. Joachim Bauer fügt hinzu: „Die durch ökologische Wilderei seit Jahrzehnten angerichteten Schäden produzieren immense Kosten, die bisher fast ausschließlich von der öffentlichen Hand, also von den Steuerzahlern, beglichen werden.“ Der Erste, der den Widerspruch zwischen privaten Profiten und öffentlichen Kosten wirtschafswissenschaftlich thematisiert hat, war der britische Ökonom Arthur Cecil Pigou (1877 – 1959). Er schlug vor, die Auslagerung von Produktionskosten, die auf der Schädigung der Umwelt beruhen, durch eine Steuer auszugleichen.
Die dem Ansatz von Arthur Cecil Pigou folgende Bepreisung von Produkten entsprechend ihrer Umweltbelastung wird ein zunehmend wichtiges Steuerungsinstrument werden müssen. Joachim Bauer weiß: „An der Spitze der konkreten nationalen und internationalen Politikziele stehe die Zero-Carbon-Economy und die Reform der Landwirtschaft.“ Die Subventionierung fossiler Energien sollte beendet werden. Der Ausstieg aus der Kohleindustrie sollte beschleunigt, die Erforschung und der Einsatz alternativer Energie vorangetrieben werden.
Die Fleischindustrie sollte einer strengen Kontrolle unterworfen werden
Die Reform der Landwirtschaft muss zum Ziel haben, die ökologisch belastende Fleischproduktion zu reduzieren. Joachim Bauer ergänzt: „Höfe und Betriebe, die Tiere züchten, sollten verpflichtet werden, eigene Futtermittel anzubauen, anstatt Soja zu importieren, das seine Anpflanzung abgeholzten Regenwäldern verdankt.“ Die Fleischindustrie sollte einer strengen Regulation und Kontrolle unterworfen werden. Im übrigen Bereich der Landwirtschaft muss der Einsatz von Pestiziden und Nitraten reduziert werden.
Die ökologische Agenda ist mit den beiden genannten Bereichen selbstverständlich nicht erschöpfend aufgelistet. Joachim Bauer fordert: „Ein Lieferketten-Nachweis-Gesetz sollte sicherstellen, dass hiesigen Verbrauchern keine Billigprodukte angeboten werden, die unter Verletzung der Menschenrechte und der Natur in Drittländern hergestellt wurden. Zu prüfen wäre die Entwicklung einer sinnvollen Form der Pflicht zur Etikettierung von entsprechenden Produkten. Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sollten ökologische Aspekte in die Ausschreibungskriterien mit aufgenommen werden. Dringend geboten sich schließlich auch eine Neuausrichtung der Stadtplanung.“ Quelle: „Fühlen, was die Welt fühlt“ von Joachim Bauer
Von Hans Klumbies
