Wilhelm Schmid schreibt: „Mehr als aus theoretischer Einsicht lernen Menschen aus praktischer Erfahrung, wie sich beispielsweise eine Klimaveränderung im eigenen Alltag anfühlt. Dann geht alles ganz schnell. Mit der entschiedenen Nutzung erneuerbarer Energien lassen sich die Folgen eindämmen, und da auch ärmere Länder in reichem Maße über Solar- und Windenergie verfügen, sind sie mit deren Einsatz in der Lage, ihren Bewohnern heimische Lebensperspektiven zu eröffnen.“ Zugleich entdecken immer mehr Menschen die Vorzüge der Natur, die ihnen Vertrautheit und Geborgenheit vermittelt sowie endlich den Sinn, der ihnen im Leben fehlte. Die Erfahrung ist so nachhaltig, wie die Naturferne groß war, in der sie modernetrunken zu lange zu leben versuchten. Das Zurück zur Natur gibt Menschen ihre eigentliche Heimat zurück. Wilhelm Schmid lebt als freier Philosoph in Berlin.
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Passende Bücher bei Amazon findenKaum jemand kann noch die Formen und Farben der Wolken deuten
Natur ist auch, was am Himmel geschieht. Eigentlich verhält es sich damit ganz einfach. Wilhelm Schmid erklärt: „Die Wettervorhersage zeigt an, was in den nächsten Tagen zu erwarten ist, und so ist es möglich, sich darauf einzustellen. Das interessiert viele, die Quoten der Wetterdienst sind beachtlich, kaum jemand wirft noch selbst einen Blick zum Himmel, um Formen und Farben der Wolken, auch Windrichtung und Windstärke anhand des Wolkenzugs daraufhin zu deuten, was nur durch langjährige Erfahrungen möglich sein dürfte.“
All das gehört nicht mehr zur Grundausbildung eines modernen Menschen, in der Stadt sowieso nicht, aber auch auf dem Land scheint sich das naturwüchsige für das Wetter in Luft aufgelöst zu haben. Wilhelm Schmid ergänzt: „Die meisten Bewohner haben keine Ernte mehr einzubringen und verfügen über Fahrzeuge, in die sie sich bei schlechtem Wetter flüchten und wie in einem Tunnel darunter hindurchfahren können.“ Problematisch an allen Wettervorhersagen ist nur, dass sich der entscheidende Akteur, das Wetter, nicht dafür interessiert.
Das Wetter passt sich häufig nicht an die Wettervorhersage an
Daher weiß das Wetter nicht, was von ihm erwartet wird. So kommt es, dass die Vorhersage im Prinzip immer zutrifft, das Wetter sich jedoch häufig irrt. Warum das Wetter nicht überhaupt wie gewünscht zurechtmachen? Wilhelm Schmid erläutert: „Das nötige Wissen, wie alternative Fakten zu schaffen sind, wurde in autoritären Systemen angehäuft. Sie vermögen Wolken und Menschen in die richtige Richtung zu schieben und Ansammlungen am falschen Ort aufzulösen.“
Auch in Demokratien wird das „Cloud-Seeding“ praktiziert, weitgehend unbemerkt und in kleinerem Maßstab. Wilhelm Schmid nennt ein Beispiel: „In Weinanbaugebieten werden Wolken mit Silberjodid „geimpft“, um abzuregnen als zu hageln.“ In größerem Maßstab würde sich die Frage stellen, in welche Richtung das Wetter gedrängt werden soll. Das Volk hat die Macht, aber es will, wie üblich, Gegensätzliches. Bauern und Gärtner hoffen auf Regen, den die Pflanzen brauchen, Arbeiter und Urlauber wünschen sich Sonne, ohne die sie schlecht Laune haben. Quelle: „Heimat finden“ von Wilhelm Schmid
Von Hans Klumbies
