David Brooks schreibt: „Künstliche Intelligenz (KI) wird uns in den kommenden Jahrzehnten vieles abnehmen und den Menschen bei vielen Aufgaben ersetzen, aber es wird ihr niemals gelingen, zwischenmenschliche Beziehungen herzustellen.“ Um im Zeitalter der KI Erfolg zu haben, müssen Menschen außergewöhnlich gut darin werden, mit anderen in Verbindung zu treten. Andere richtig zu sehen, birgt ungeheure Schaffenskraft. Man kann seien eigene Schönheit und seine eigenen Stärken nur umfassend erkennen, wenn diese durch den Geist eines anderen Menschen gespiegelt werden. Das Gesehenwerden lässt uns wachsen. Wenn jemand das Licht seiner Aufmerksamkeit auf mich richtet, blühe ich auf. Wenn jemand in mir großes Potenzial sieht, werde ich höchstwahrscheinlich ebenfalls großes Potenzial in ihm sehen. Der US-amerikanische Erfolgsautor David Brooks ist Kolumnist bei der „New York Times“ sowie Kommentator bei „PBS Newshour“.
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Passende Bücher bei Amazon findenViele Menschen sind heute in pluralistischen Gesellschaften zu Hause
Wenn jemand meine Schwächen versteht und Mitgefühl zeigt, wenn das Leben es nicht gut mit mir meint, dann habe ich wahrscheinlich eher die Kraft, den Stürmen des Lebens zu trotzen. „Die Wurzeln der Resilienz“, schreibt die Psychologin Diana Fosha, „sind in dem Gefühl zu suchen, von Geist und Herz eines liebevollen, eingestimmten und selbstbeherrschten Anderen verstanden zu werden und darin geborgen zu sein.“ In der Art und Weise, wie du mich siehst, lerne ich, mich selbst zu sehen.
Zudem wollte David Brooks eine Fähigkeit aus Gründen erlernen, die man wohl als Basis für das nationale Überleben bezeichnen könnte: „Im Laufe der Evolution lebte der Mensch meist in kleinen Gruppen mit anderen, die ihm mehr oder weniger ähnlich waren.“ Heutzutage sind jedoch viele von uns in wunderbar pluralistischen Gesellschaften zu Hause. In Amerika, Europa, Indien und vielen anderen Ländern versuchen wir, multikulturelle Massendemokratien zu errichten, Gesellschaften, in denen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Ethnie mit unterschiedlichen Ideologien und Hintergründen leben können.
Nicht gesehen und nicht respektiert fühlen sich immer mehr Menschen
Damit eine pluralistische Gesellschaft überlebt, brauch sie Bürger, die über die Unterschiede hinwegsehen und jene Art von Verständnis zeigen, die eine Voraussetzung für Vertrauen bildet – Menschen, die zumindest sagen können: „Ich verstehe dich allmählich. Sicher werde ich die Welt nie ganz so sehen, wie sie sich für dich darstellt, aber ich nehme sie langsam ein Stück weit mit deinen Augen wahr.“ Gegenwärtig reichen unsere soziale Fähigkeiten für die pluralistischen Gesellschaften, in denen wir leben, nicht aus.
Als Journalist hat David Brooks es oft mit Menschen zu tun, die ihm sagen, die sie sich nicht gesehen und nicht respektiert fühlen: „Schwarze Menschen, die das Gefühl haben, dass Weiße die systemische Ungerechtigkeit nicht verstehen, der sie tagtäglich ausgesetzt sind; Menschen aus ländlichen Regionen, die sich von den Eliten in den Städten nicht gesehen fühlen; Menschen, die politisch Andersdenkenden mit wütendem Unverständnis begegnen; deprimierte junge Leute, die sich von ihren Eltern und allen anderen unverstanden fühlen.“ Quelle: „How to Know a Person“ von David Brooks
Von Hans Klumbies
