Die Generation Z wird die Gesellschaft verändern

Das Institut für Generationenforschung, das Rüdiger Maas gegründet hat, untersucht seit vielen Jahren die Generation Z mit Fokus auf den Arbeitsmarkt. In seinem neuen Buch „Generation arbeitsunfähig“ beantwortet Rudiger Maas unter anderem folgende Fragen: „Was ist dran an dem Gefühl, dass die heutige Jugendgeneration anders tickt? und „Wie sollten wir ihr begegnen?“ In seinem Buch nimmt er seine Leser mit auf eine Spurensuche. Anhand einiger Protagonisten erfährt man, warum die heutigen Nachwuchskräfte so sind, wie sie sind, wie viele von uns sie wahrnehmen. Aber auch, inwieweit wir sie in der Regel richtig und wo falsch wahrnehmen und wie all das unsere Gesellschaft verändern wird. Rüdiger Maas studierte in Deutschland und Japan Psychologie. Er ist Gründer eines Instituts für Generationenforschung. Zuletzt erschien sein Bestseller „Generation lebensunfähig“.

Schimpfen gegenüber jungen Menschen ist sinnlos

Wenn Vertreter der Generation Z über die Generation der Boomer schimpfen, blenden sie oft aus, dass die Zeit, die sie heute vorfinden, anders ist als die der jugendlichen Boomer; somit folgt ein kontrafaktischer Vorwurf. Wenn Boomer über die Generation Z schimpfen, wie schlecht es heute sei und wie gut es früher war, sprechen sie in der Regel über vermeintliche Erinnerung, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit so gar nicht abgespielt hat. Wer von früher schwärmt, beschreibt in der Regel ein Konstrukt der Fantasie mit nur bedingt so erlebten Anteilen.

Schimpfen, sei es aus Groll gegenüber jungen Menschen oder bloßem Unverständnis gegenüber einer anderen Zeit, ist sinnlos, denn die Jungen können nichts für das Gezeter der Älteren. Sie werden durch die älteren Menschen erzogen, und die Umgebung in der sie aufwachsen, ist von älteren Menschen gemacht. Rüdiger Maas betont: „In all den Schimpftiraden auf die Generation Z, die verkommene Jugend und die faulste Generation seit Menschengedenken übersehen wir die fleißigen, kompetenten und klugen Mitglieder.“

Die Verschiedenheit der Generationen kann auch eine Chance darstellen

Wenn Unternehmen junge Menschen ansprechen wollen, haben sie den Schlüssel dazu bereits im Betrieb: die jungen Menschen selbst, die bereits bei ihnen arbeiten. Sie können die Gründe angeben, warum sie noch immer im Unternehmen sind, was ihnen gut gefällt und was nicht. Sie können die Promoter sein, um andere junge Menschen anzuwerben. Unternehmen sollten sich auf das besinnen, was sie gut können. Sich wegen des Fachkräftemangels zu verbiegen, ist nicht authentisch und kommt eher schräg an.

Unüberwindbar erscheint gegenwärtig die Kluft, die sich, medial befeuert, zwischen den Generationen aufgetan hat. Die Älteren sehnen sich oft nach den Werten vergangener Zeiten, während die Jüngeren nun auf die Freiheit und die neuen Möglichkeiten setzen. Rüdiger Maas zieht folgendes Fazit: „Doch die Verschiedenheit und der universelle Überfluss können auch eine Chance darstellen. Indem sie als Ressource verstanden und genutzt werden, um Brücken zwischen den Generationen zu bauen, bergen sie großes Potenzial, die Gesellschaft voranzubringen.“

Generation arbeitsunfähig
Wie uns die Jungen zwingen, Arbeit und Gesellschaft jetzt neu zu denken
Rüdiger Maas
Verlag: Goldmann
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten, Auflage 3: 2024
ISBN: 978-3-442-31739-4, 22,00 Euro

Von Hans Klumbies