Die Menschheit sollte sich nicht nur um ihre Nutztiere sorgen, auch für die in Freiheit lebenden Tiere sieht es düster aus. Viele Probleme treiben den Verlust der biologischen Vielfalt voran. Hannah Ritchie erklärt: „Der Klimawandel beeinträchtigt die Arten, ebenso die Entwaldung, der Verlust ihres Habitats durch Ausdehnung der Ackerflächen, die Jagd für den Fleischkonsum, die Plastikverschmutzung und die Überfischung.“ Unser Konflikt mit den Tieren ist nichts Neues, er besteht seit Jahrtausenden. Im letzten Jahrhundert hat sich die Aussterberate jedoch beschleunigt, und wir müssen uns fragen, ob wir gerade Zeugen des sechsten Massenaussterbens werden. Den Großteil der Menschheitsgeschichte hieß es: wir gegen die Tiere. Bei Plastik im Meer handelt es sich um das „modernste“ Problem, dem sich Hannah Ritchie in ihrem Buch „Hoffnung für Verzweifelte“ widmet. Dr. Hannah Ritchie ist Senior Researcher im Programm für globale Entwicklung an der Universität Oxford.
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Passende Bücher bei Amazon findenDie Flüsse befördern jedes Jahr eine Million Tonnen Plastik ins Meer
Plastik ist einerseits ein Wundermaterial, andererseits – und wahrscheinlich gerade deswegen – eine Umweltkatastrophe. Hannah Ritchie erläutert: „Es ist billig, leicht, vielseitig und hilft uns bei so vielen Dingen, wie zum Beispiel lebensrettende Impfungen zu transportieren oder Lebensmittelverschwendung einzudämmen.“ Doch unsere Flüsse befördern jedes Jahr eine Million Tonnen Plastik ins Meer, das für Jahrzehnte oder Jahrhunderte seine Spuren hinterlassen wird.
Viele glauben, dass man Plastikverschwendung verhindern kann, kein Plastik mehr zu verwenden. Das ist laut Hannah Ritchie eine unwahrscheinliche und gar nicht wünschenswerte Lösung. In Zeitungen und Dokus wimmelt es vor Horrornachristen über den Zustand unsere Ozeane. Am liebsten wird behauptet, dass die Meere bis Mitte des Jahrhunderts leer sein werden. Das stimmt nicht – was nicht heißen soll, dass Überfischung kein Problem ist.
Die Korallen sind vom Ausbleichen bedroht
Weltweit dezimieren sich viele Fischbestände gerade schnell, auch die Walpopulationen sind auf einen Bruchteil reduziert, und die Korallen – einige der vielfältigsten Ökosysteme der Welt – sind vom Ausbleichen bedroht. Aber das sind Probleme, die man in den Griff bekommen kann. Hannah Ritchie stellt fest: „Tatsächlich haben sich einige der symbolträchtigsten und am stärksten bedrohten Fisch- und Walarten in den letzten Jahrzehnten eindrucksvoll erholt.“ Man kann allerdings den kollektiven Einfluss auf die Umwelt ganz einfach herunterbrechen: die Anzahl der Menschen multipliziert mit dem individuellen Einfluss des Einzelnen.
So gesehen gibt es zwei große Lösungswege: die Anzahl der Menschen auf dem Planeten zu reduzieren oder unseren individuellen Einfluss durch eine geplante Schrumpfung der Wirtschaft zu verringern. Hannah Ritchie fügt hinzu: „Diese Argumente laufen unter „Bevölkerungsrückgang“ und „Degrowth“ und werden in Umweltdebatten von sehr lautstarken Verfechtern vertreten. Aber keine der Optionen ist realistisch. Wir werden Nachhaltigkeit nicht dadurch erreichen, das wir die Bevölkerung oder die Wirtschaft schrumpfen.“ Quelle: „Hoffnung für Verzweifelte“ von Hannah Ritchie
Von Hans Klumbies
