Das Web 2.0 ermöglicht seinen Nutzern eine aktive dynamische Teilhabe

Andrea Römmele schreibt: „Die technischen Möglichkeiten entwickelten sich weiter und so wurde aus dem Web 1.0 das Web 2.0. Erstmalig wurde dieser Begriff 2004 von Dale Dougherty von O´Reilly Media auf einer Konferenz in San Francisco verwendet.“ Er wurde schnell zu einem geflügelten Wort, das die gesamte zweite Generation des World Wide Web beschreibt, die sich durch interaktive und kollaborative Online-Plattformen auszeichnet. Im Vergleich zum eher statischen Charakter des Web 1.0 ermöglicht das Web 2.0 seinen Nutzern eine aktive dynamische Teilhabe. Sie können selbstständig Beiträge erstellen und posten, Beiträge anderer teilen oder kommentieren. Die Nutzer werden so zu „Prosumern“: Der Begriff meint das gleichzeitige Produzieren und Konsumieren von Nachrichten und ist aus Teilen beider Worte zusammengesetzt. Andrea Römmele ist Professorin für Politische Kommunikation und Vizepräsidentin an der Hertie School in Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Demokratie, Wahlen und politische Parteien.

Breitband sorgt für problemloses „Streamen“

Social-Media-Plattformen, Blogs, Wikis und Foren sind typische Beispiele fürs Prosumieren und verdeutlichen, dass beim Web 2.0 die soziale Interaktion der Nutzer im Mittelpunkt steht. Andrea Römmele fügt hinzu: „Das Web 2.0, die schnellere und interaktive Internetnutzung, wurde erst durch die Einführung einer zuverlässigeren Breitbandtechnologie, durch eine Höchstgeschwindigkeits-Internetverbindung ermöglicht.“ Diese erlauben eine erheblich höhere Übertragungsrate der digitalen Daten im Vergleich zu älteren Technologien wie Einwahlverbindungen über DSL.

In der Praxis bedeutet es, dass man leichter „surfen“, größere Daten herunterladen und damit überhaupt erst Online-Formate problemlos „Streamen“ kann. Kurz gesagt: Die Qualität und Effizienz von Online-Kommunikation wurden dadurch erheblich verbessert. Andrea Römmele nennt Beispiele: „Video-Anrufe und -Konferenzen sind nun über große Entfernungen problemlos möglich. Auch E-Learning-Module, der Besuch von Online-Kursen, wären ohne Breitband nicht durchführbar.“

Künstliche Intelligenz ist ein Kind der Digitalisierung

Der in Deutschland noch stockende, flächendeckende Glasfaserausbau ist der nächste Schritt zu einer schnelleren und leistungsfähigeren Infrastruktur der Datenübertragung für alle. Andrea Römmele stellt fest: „Künstliche Intelligenz ist ein Kind der Digitalisierung. Sie spielt in der immer weiter fortschreitenden Datafizierung mittlerweile eine zentrale Rolle. Auch ihre Entwicklung begann bereits in der Mitte des 20. Jahrhunderts – Computerwissenschaftler und Mathematiker wie Alan Turing und John McCarthy legten die Grundlagen für Maschinen, die in der Lage sind, menschenähnliche Intelligenz zu simulieren.“

Alan Turing und sein Team spielten bei der Entschlüsselung der deutschen Enigma-Maschine im Zweiten Weltkrieg eine entscheidende Rolle. Andrea Römmele weiß: „Die „Enigma“ war eine elektromechanische Verschlüsselungsmaschine, die unter anderem von der deutschen Wehrmacht für ihre geheime Kommunikation verwendet wurde.“ Die Alliierten benötigen dringend einen Weg, um die von der Enigma-Maschine verschlüsselten Nachrichten zu knacken. Nur so konnten sie an wichtige Informationen über deutsche Militäraktionen gelangen. Quelle: „Demokratie neu denken“ von Andrea Römmele

Von Hans Klumbies