Das Gehen bringt den Menschen viele gesundheitliche Vorteile

„Gehen ist jene Bewegungsform, die für den Menschen gemacht ist. Leider sind viele von uns zu Bewegungsmuffeln geworden. Wir sitzen zu viel, obwohl unser Körper dafür nicht geeignet ist“, erklärt Daniela Gattringer, Chefärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation bei den Barmherzigen Schwestern in Linz. Sie fügt hinzu: „Unser sitzender Lebensstil schwächt Gelenke, Knochen und die Muskulatur. Außerdem lässt das Koordinationsvermögen nach.“ Britische Forscher haben herausgefunden, dass die Menschen im Durchschnitt 50 bis 70 Prozent des Tages im Sitzen verbringen. Das ist nicht nur schlecht für den Rücken, sondern erhöht auch das Risiko für Diabetes und Herzkrankheiten. Amerikanischen Wissenschaftler wollen den Zusammenhang zwischen Sitzen und der Lebenserwartung entschlüsselt haben: sie vermuten, dass zu langes Sitzen die Lebenserwartung von Männer um mindestens 20 Prozent verringert.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 10.000 Schritte pro Tag

Über Jahrtausende gehörte es zum Alltag der Menschen, weite Strecken zu Fuß zurückzulegen. Mittlerweile scheint diese Fortbewegungsart unmodern geworden zu sein. Daniela Gattringer erläutert: „Wir leben in einer Zeit der Bequemlichkeit, fahren kurze Strecken mit dem Auto, nehmen den Lift statt der Treppe und verlernen erbeigenste Dinge.“ Durchschnittlich gehen die Menschen in den Industrienationen nur noch etwa 1.000 Schritte pro Tag, was ungefähr einer Strecke von 650 Metern entspricht.

Gehen müsste laut Daniela Gattringer wieder zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Alltags werden. Diese Form der Bewegung ist einfach nur praktisch und überall alltagstauglich. Wer gehen möchte, kann dies einfach tun. Dabei ist es egal, ob man jung oder alt, allein oder zu zweit, losmarschiert. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 10.000 Schritte pro Tag zu gehen, wenn man körperlich fit bleiben will. Dies entspricht einer Strecke von etwa sieben Kilometern. Daniela Gattringer rät: „Gehen Sie am besten zügig und machen Sie nicht zu viele Pausen.“

Bewusstes Gehen stärkt die Entscheidungskraft und das Urvertrauen

Wer wieder mit dem Spazierengehen beginnt, muss nicht gleich zu Beginn 10.000 Schritte machen. Denn wer klein anfängt, kann sich groß steigern. Auf der Ebene wird beim Gehen die Muskulatur der Waden, Schienbeine und der Oberschenkel gestärkt. Dieser Umstand wirkt sich schützend auf die Gelenke aus. Nebenbei wird zudem das Herz- und Kreislaufsystem in Schwung gebracht. Selbst die Psyche profitiert, da durch die Bewegung Stress abgebaut wird. Beim Bergaufgehen werden die Muskeln noch wesentlich besser trainiert als beim Gehen auf der Ebene.

„Wer geht, gewinnt“, behaupte Andrea Latritsch-Karlbauer, die ein Buch über die natürlichste Bewegungsart des Menschen geschrieben hat. Es heißt „Wer geht, gewinnt – Wie das Gehen ihr Handeln bestimmt“ und ist beim Goldegg Verlag erschienen. Andrea Latritsch-Karlbauer betont: „Gehen beeinflusst unser Leben. Bewusstes Gehen schafft Verbindung zum Selbst, stärkt unsere Entscheidungskraft und unser Urvertrauen.“ Beim Spazierengehen verbraucht der Mensch, je nach Tempo, zwei- bis zehnmal so viele Kalorien wie im Ruhezustand. Quelle: Oberösterreichische Nachrichten

Von Hans Klumbies

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