Bryan Ferrys neues Album "Olympia" ziert Kate Moss

Der englische Popsänger Brian Ferry hat eine neue Platte aufgenommen: „Olympia“. Kopfüber ist das Model Kate Moss auf Bryan Ferrys neuem Album-Cover zu sehen. „Olympia“ ist ein euphorisches Album geworden, so vielschichtig wie der Regenwald. Eines der neuen Stücke heißt auch nicht umsonst „Dschungel“. Der Hörer hat manchmal das Gefühl, der Musiker mische seine Töne in Aufnahmestudio wie ein Maler seine Farben auf der Palette. Bryan Ferry bestätigt diesen Eindruck: „Ich gehe mit einem Stück genauso um, wie ein Künstler mit seinem Bild, das er nach ein paar Wochen umdreht und an die Wand stellt, weil er nicht weiterkommt. Ich kehre ständig zu früher angefangenem zurück. Oder ich radiere Motive wieder aus.“

Vor dem Text entsteht die Melodie

Laut Bryan Ferry wurde jedes Stück des Albums „Olympia“ zu einer anderen Zeit und an einem anderen Ort begonnen. Und doch liefen die Songs alle in einem Punkt zusammen. Jedes der Lieder habe sein eigenes buntes Leben. Bryan Ferry erzählt: „An „Heartache by Numbers“ habe ich zum Beispiel mit den Scissor Sisters in Brooklyn gearbeitet. Dann habe ich den Song nach England gebracht und daran weitergearbeitet.“

Wenn Bryan Ferry neue Songs produziert, nimmt er meistens zuerst die Melodie auf und schreibt anschließend die Texte. Manchmal habe er von einem Lied anfangs nur den Titel und eventuell ein paar Zeilen. Aber im Großen und Ganzen schreibe er den Text erst sehr spät. „Olympia“ hat Bryan Ferry sein neues Album genannt, weil er jeden Morgen bei der Fahrt ins Aufnahmestudio den Schriftzug der Olympia-Ausstellungshallen sehen konnte. Bryan Ferry sagt: „Das Wort hatte schon eine ganze Weile an mir gezupft, und es passte vollkommen.“

Bryan Ferry liest gerne Biographien und liebt Lyrik

Der Sänger erklärt wie Kate Moss auf das Album-Cover von „Olympia“ gekommen ist: „Ich habe nach einem starken visuellen Akzent für das Album gesucht.“ Assoziationen mit Édouard Manets Olympia sind durchaus gewollt. Man habe das Cover locker an Édouard Manet orientiert. Bryan Ferry freut sich über das gelungen Album-Cover: „Kate Moss war perfekt, sie ist berühmtberüchtigt genug, um die Rolle der Manet-Schönheit zu füllen.“

Bryan Ferry liebt nicht nur die Musik, sondern liest auch gerne Biographien und Lyrik. Er zitiert W.H. Auden, der etwas über das Schreiben sagt, das auch für das Malen und die Musik gelte: „Es verbindet uns mit dem Toten.“ Unter den Lyrikern hat der englische Musiker immer T.S. Eliot geliebt, dessen „Waste Land“ er immer mit sich herumgetragen habe. Die Lyrik verdichte Gedanken in so wenigen Worten wie möglich.

Mit dem letzten Lied „Tender in the Night“ seines neuen Albums „Olympia“ bezieht sich Bryan Ferry auf einen der Romane von Scott Fitzgerald, „Der große Gatsby“. Bryan Ferry bestätigt dies: „Gatsby hat das Glück nie gefunden, oder? Oder sobald er es findet, löst es sich in Luft auf.“ Seine Studioarbeit beschreibt der Musiker manchmal mit dem Ausdruck „to beaver away“, wie ein Biber vor sich hinschaufelnd. Bei „Olympia“ ist das Bryan Ferry wieder hervorragend gelungen. Das Album erschien am 22. Oktober 2010 bei EMI.

Von Hans Klumbies

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