Jährlich sterben 2,3 Millionen Menschen bei der Arbeit

Jede Tag sterben im Durchschnitt 6.400 Menschen auf der Welt durch einen Unfall am Arbeitsplatz oder an einer berufsbedingen Krankheit. Caspar Dohmen vergleicht: „Dabei kommen bei der Arbeit mehr Menschen ums Leben als durch Krieg und Terror.“ Jährlich sind es laut der Internationalen Organisation für Arbeit 2,3 Millionen Menschen. Darüber hinaus bleiben viele Tote, Verkrüppelte und Verletzte namenlos und ungezählt, für die niemand Verantwortung übernehmen muss. Große Konzerne verstoßen regelmäßig gegen Arbeits- und Menschenrechte, was diverse Skandale zeigen. Bei denen werden unter anderem die Menschenrechte auf körperliche Unversehrtheit, Vereinigungsfreiheit oder auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit missachtet. Menschen machen Fehler oder schätzen eine Situation falsch ein. Deshalb lassen sich Gefahren auch beim Wirtschaften nicht völlig ausschließen. Der Wirtschaftsjournalist, Buchautor und Dozent Caspar Dohmen studierte Volkswirtschaft und Politik in Köln.

Hausarbeit ist weit gefährlicher als Erwerbsarbeit

Welcher umfassender Schutz jedoch möglich ist, zeigt ein Blick nach Deutschland, dessen ökonomisches Rückgrat bis heute die Industrie ist. Von 1958 bis 2014 sank die Zahl der Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitbeschäftigte von jährlich 141 auf nur noch 22. Caspar Dohmen fügt hinzu: „Bei der Erwerbsarbeit starben 2013 nur noch 386 Menschen, das sind zwanzig Mal weniger als bei der Hausarbeit, mit 8.675 Unfalltoten.“ Sichere Arbeitsbedingungen sind das Resultat findiger Ingenieure, politischer Vorgaben, von Kontrollen und Anreizmechanismen.

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Das beste Beispiel ist die gesetzliche Unfallversicherung in Deutschland, welche bei Unfällen von Arbeitnehmern unter anderem für die Kosten der Behandlung aufkommt. Die Höhe des Beitrags, den nur Arbeitgeber zahlen, hängt von der Größe der Belegschaft und dem Unfallrisiko ab. Entsprechend gibt es neben der rechtlichen Verpflichtung auch einen ökonomischen Anreiz für ein Unternehmen zu Verbesserungen. Und wenn ein Beschäftigter in Deutschland trotzdem verunglückt, versorgt man ihn medizinisch hervorragend, unter anderem in berufsgenossenschaftlichen Kliniken.

Erst 1993 verbot man Asbest in Deutschland

Aber auch hierzulande liegt laut Caspar Dohmen einiges im Argen. Gesundheitsgefahren für Arbeitende werden bisweilen heruntergespielt. Deswegen gibt es heute in Deutschland mehr Todesfälle infolge von Asbest als durch Arbeitsunfälle. Seit 1978 gab es mehr als 26.000 Asbesttote in Deutschland. Weltweit sterben jährlich mehr als 100.000 Menschen an den Folgen einer Asbesterkrankung. Ärzte entdeckten schon im Jahr 1900 die Gesundheitsgefahren von Asbest und erkannten später, dass dafür die messerscharfen Kristalle verantwortlich waren, die Krebs verursachten.

Aber die Industrie spielte das Gesundheitsrisiko jahrzehntelang herunter, da sie auf die Geschäfte mit der Wunderfaser nicht verzichten wollte. Asbest wurde weiterhin in großem Ausmaß in Häusern, Fabriken und Büros verbaut, aber auch für Bremsbeläge und Dichtungen bei Autos eingesetzt und fand Verwendung bei Getränkefiltern oder Zahnpasta. Verboten wurde Asbest in Deutschland erst im Jahr 1993, also mehr als 90 Jahre, nachdem Ärzte dessen Gefahr für die Gesundheit erkannt hatten. Heute ist der weltweite Handel mit Asbest immer noch erlaubt, und der Baustoff wird vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern weiter verwendet. Quelle: „Profitgier ohne Grenzen“ von Caspar Dohmen

Von Hans Klumbies

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