Selbstbestimmt zu leben entspricht nicht der Norm

Das Industriezeitalter und die damit verbundenen Kultur der engen Vorschriften, strikten Hierarchien und dumpfen Routinearbeit ist längst mausetot. Heute existiert ein weit offener Raum an möglichen Arbeits- und Lebensformen. Es ist eine Zeit des Aufbruchs und der Veränderung angebrochen. Anja Förster und Peter Kreuz erklären: „Und hier kommen die Menschen ins Spiel, die ihre Freiheit annehmen und auf ihre Selbstbestimmung setzen. Sie hinterfragen die ausgediente Wertewelt eines längst vergangenen Zeitalters und akzeptieren die engen Grenzen nicht mehr.“ Jede Gesellschaft braucht dringend Erneuerer, die nach praktikablen Wegen für eine neue Zeit suchen. Sie braucht Persönlichkeiten, die Neues vorantreiben. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass das alte Denken auf dem Rückzug ist. Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein.

Seinen eigenen Weg zu suchen und zu finden ist keine Verfehlung!

Deshalb ecken Menschen an, die ihre Freiheit annehmen und Selbstbestimmung leben. Denn in weiten Teilen der Arbeits- und Bildungswelt gilt Selbstbestimmung als abweichendes Verhalten, als egoistisch und verantwortungslos. Selbstbestimmt zu leben entspricht nicht der Norm. Wer sich hinstellt und sagt: „Ich plane mein Leben, wie ich es für richtig halte und setze meine eigenen Prioritäten, die auch den Erwartungen der Masse widersprechen dürfen“, erntet Ungläubigkeit, Kopfschütteln bis hin zur offenen Ablehnung.

Anja Förster und Peter Kreuz erläutern: „Menschen, die sich nicht darauf verlassen, dass andere ihnen sagen, was zu tun ist und sich nicht an den Erwartungen, Agenden oder Programmen anderer orientieren, sind immer auch Menschen, die fragend durchs Leben gehen und nach Antworten suchen. Sie probieren Dinge aus und deshalb ist ihr Lebenslauf nicht stromlinienförmig, sondern hat Ecken, Kanten, Schleifen oder sogar Brüche.“ Das ist das ganz praktische Resultat der Freiheit, seinen eigenen Weg zu suchen und zu finden. Anja Förster und Peter Kreuz sagen ganz deutlich: „Das ist keine Verfehlung!“

Eigensinn und Anspruch auf Selbstbestimmung gelten als suspekt

Vielen Menschen dürfte klar sein, dass nicht Anpassung und Vereinheitlichung, sondern Vielfalt und persönliche Unterschiede viel passender für die Welt von heute sind. Management-Vordenker Tom Peters sagte in einem Vortrag: „Stellen sie niemanden ein, dessen Lebenslauf keine Brüche aufweist.“ Leider sind die alten Kriterien, wie Unternehmen einen „guten Mitarbeiter“ beurteilen, noch immer in Stein gemeißelt. Die Systemkonformen, die brav diese Erwartungen erfüllen, gelten noch immer als die Besten.

Eine moderne Gesellschaft braucht heute allerdings mehr Selber-Denker, die agil und initiativ Dinge in die Hand nehmen und vorantreiben. Und genau hier zeigt sich die ganze Widersprüchlichkeit in prachtvoller Entfaltung: Agilität und Initiative – ja bitte. Aber bitte ohne allzu viel Eigensinn und Anspruch auf Selbstbestimmung. Anja Förster und Peter Kreuz ergänzen: „Wer so tickt, gilt als höchst suspekt und bietet dem Personaler und dem Chef Hinweise auf Unzuverlässigkeit und fehlende Orientierung.“ Quelle: „Nein“ von Anja Förster und Peter Kreuz

Von Hans Klumbies

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.