Es lohnt sich, sich selbst und seinen Partner zu fragen, ob wir nicht tatsächlich die Freuden des täglichen Lebens viel zu sehr unter- und die materiellen Dinge zu sehr überschätzen. Andreas Sacher stellt fest: „Man muss kein Zen-Mönch sein, um zu verstehen, dass wir uns nicht glücklicher fühlen, wenn wir ständig Dinge kaufen.“ Um nicht missverstanden zu werden, Geld kann vieles, es beruhigt und schafft Freiheit und sorgt gerade im Alter für bessere medizinische Versorgung, aber es macht eben nicht glücklich. Nur bei sehr armen Menschen, die unter dem Existenzminimum leben, gibt es einen Zusammenhang zwischen Geld und Glück. Dr. Andreas Salcher kämpft seit vielen Jahren für bessere Schulen und individuelle Talentförderung. Der Bestsellerautor gilt mit über 250.00 verkauften Büchern als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren Österreichs.
Als Belohnung gibt es allzu oft Geld
Sobald eine Grundversorgung gewährleistet ist, hat mehr Geld kaum Auswirkungen auf das Glückserleben. Ländervergleiche zeigen zudem, dass die Bewohner armer Länder im Durschnitt ein höheres Glücksniveau erreichen als jene der reichen. Warum ist das so? Andreas Salcher erklärt: „Offensichtlich gewöhnen wir uns sehr schnell an eine Zustand, wenn bestimmte existenzielle Bedürfnisse befriedigt sind. Alle haben sicher erlebt, dass die Freude über das neue, schönere Auto schnell wieder vergeht, sogar des erträumte Haus wird schnell zur Selbstverständlichkeit, und wenn es mit hohen Krediten finanziert ist, kann es sogar zur Belastung werden.“
Und es gibt immer noch ein faszinierenderes Auto und ein noch schöneres Haus. Diese simple Erkenntnis ist bekannt, wir versuchen sie schon unseren Kinder beizubringen. Andreas Salcher kritisiert: „Das tatsächliche Verhalten vieler Eltern ist allerdings ein anderes. Als Belohnung für das Bravsein oder eine Leistung gibt es allzu oft Geld. Beobachten Kinder ihre Eltern, sehen sie oft, wie sich deren gesamtes Streben in Wirklichkeit am Geld orientiert.“ Der kollektive Glaube an die Käuflichkeit des Glücks ist stark verankert.
Glück hat mehr mit Eleganz als mit Wohlstand zu tun
Beim Thema Geld klaffen unser theoretisches Wissen und unser praktisches Handeln so weit auseinander bei beim Thema gesund leben. Andreas Salcher ergänzt: „Nur für Menschen, für die ihre letzte Stunde eine näher rückende Möglichkeit geworden ist, schließt sich diese Lücke ganz schnell.“ Selbstverständlich denken sie an die Versorgung ihrer Angehörigen. Aber auch das Bewusstsein, sich die besten Ärzte und Krankenhäuser leisten zu können, hilft ihnen bei der Bewertung ihres bisherigen Lebens nicht. Andere Werte werden entscheidend.
Reich zu sein ist kein Garant für Glück. Geld kann zweifellos Freude bereiten, doch an Reichtum gewöhnt man sich schnell. Dann wird er unbedeutend. Glück hat mehr mit Eleganz als mit Wohlstand zu tun. Andreas Salcher fügt hinzu: „Eine gewisse Ordnung der Umgebung und der Umstände gehören zum Glück, und dazu Menschen, die man liebt und die einen lieben.“ Glückliche Menschen sind sehr gesellig, haben befriedigende Liebesbeziehungen und viele Freunde. Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher
Von Hans Klumbies
