Morgan Housel weiß: „Alles hat seinen Preis, und der Schlüssel zu vielen finanziellen Angelegenheiten besteht darin, den Preis herauszufinden und zu entscheiden, ob man ihn zu zahlen bereit ist. Das Problem besteht darin, dass der Pries vieler Dinge nicht bekannt ist – bis er fällig wird und die Rechnung hereinflattert.“ Jeder Job wirkt einfach, wenn man nicht derjenige ist, der ihn macht, weil die Probleme, denen man gegenübersteht, für Außenstehende oft unsichtbar bleiben. Die meisten Dinge sind in der Praxis schwieriger als in der Theorie. Manchmal liegt das an unserer Selbstüberschätzung, aber meistens daran, dass wir uns den Preis des Erfolgs nicht klarmachen. Und so kommt es, dass wir ihn nicht bezahlen können. Morgan Housel ist Partner bei der Risikokapitalgesellschaft The Collaborative Fund.
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Passende Bücher bei Amazon findenFinanzblasen ruinieren Leben
Es lässt sich kaum übertreiben, zu welch schrecklichen sozialen Auswirkungen Finanzblasen führen können. Sie ruinieren Leben. Warum passieren solche Katastrophen? Und warum passieren sie immer wieder? Warum lernen wir nicht daraus? Morgan Housel erklärt: „Die Standardantwort darauf lautet, dass Menschen gierig seien und diese Gier nun mal zur unveränderlichen Natur gehöre. Das mag stimmen, und den meisten genügt das als Antwort.“ Allerdings gilt auch folgende Tatsache: Menschen treffen finanzielle Entscheidungen, die sie später bereuen, und oft handeln sie aufgrund unzureichender Information und unüberlegt.
Doch zum Zeitpunkt ihrer Entscheidungen schienen sie den Menschen klug. Deshalb ist es zu kurz gedacht, Blasen allein mit Gier zu erklären. Morgan Housel stellt fest: „Man übersieht dabei eine wichtige Lektion darüber, wie Menschen vor sich selbst rechtfertigen, was hinterher wie von Gier getrieben aussieht. Wir lernen auch deshalb so wenig aus Blasen, weil es anders als etwa im Fall von Krebs weder deutliche Warnsignale noch Diagnosen gibt.“ Eine Blasenbildung ähnelt eher dem Aufstieg und Fall politischer Parteien, bei denen man hinterher das Ergebnis kennt, die wahren Gründe und Schuldigen aber immer umstritten bleiben.
Für die Entstehung von Finanzblasen gibt es keine vollständige Erklärung
„Ich glaube, wir werden nie vollständig erklären können, warum sich Blasen bilden“, so Morgan Housel. Die Frage ähnelt der, warum Kriege ausbrechen – es gibt fast immer mehrere, meist widersprüchliche und immer umstrittene Gründe. Die Angelegenheit ist zu komplex für simple Antworten. Morgan Housel möchte hier nur auf einen, oft übersehenen, Grund eingehen, der uns ganz uns ganz persönlich betrifft. Investoren ahmen oft nichtsahnend das Verhalten anderer Anleger nach, die aber ein ganz anderes Spiel spielen.
In der Finanzwelt kursiert eine scheinbar harmlose Idee, die unschätzbaren Schaden angerichtet hat. Morgan Housel erläutert: „Es handelt sich um die Vorstellung, dass in einer Welt, in der verschiedene Investoren verschiedene Ziele verfolgen und über unterschiedliche Zeiträume anlegen, jeder Vermögensgegenstand einen rationalen Preis hat.“ Wenn Anleger verschiedene Ziele und Anlagehorizonte haben – und das ist in jeder Anlageklasse der Fall –, können Kurse, die der eine lachhaft überzogen findet, einem anderen vernünftig erscheinen. Quelle. „Über die Psychologie des Geldes“ von Morgan Housel
Von Hans Klumbies
