Manchmal wird man seinen innersten Gedanken und Gefühlen gefragt und schafft es einfach nicht die Wahrheit zu sagen. Thomas Erikson erklärt: „Es tut zu sehr weh, manche Dinge einzugestehen, also bluffen wir und hoffen, dass wir damit durchkommen.“ Lügen sind zweischneidige Schwerter. Manchmal werden sie vorgebracht, um zu schützen und vorübergehende Zuflucht vor der möglicherweise brutalen Wahrheit zu suchen. Doch in anderen Fällen entspringen sie Gewinnstreben, Eifersucht oder der Absicht zu manipulieren. Die meisten Lügen werden zugegebenermaßen nicht aus Böswilligkeit geboren, doch alle Lügen ziehen früher oder später Konsequenzen nach sich. Es gab einmal eine Zeit, da verließ man sich im Allgemeinen auf das, was in der Zeitung stand – doch das ist lange her. Thomas Erikson ist ein schwedischer Verhaltensexperte, international gefragter Vortragsredner, Leadership-Coach und Buchautor.
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Passende Bücher bei Amazon findenManche Menschen schauen keine Fernsehnachrichten mehr
Inzwischen steht eigentlich gar nichts mehr fest, was geschrieben steht, und viele würden gerne alles erst einmal mit eigenen Augen sehen, um sich ein Bild vom tatsächlichen Geschehen zu machen. Thomas Erikson nennt ein Beispiel: „Man denke nur an Fake News, also an Fakten, die gar nicht stimmen oder absichtlich unverständlich dargestellt werden, um Verwirrung zu stiften und es dem Publikum unmöglich machen zu wissen, was eigentlich wahr ist und was nicht.“
Unter anderem deshalb schauen viele keine Fernsehnachrichten mehr; sie glauben, der Wahrheitsgehalt der Berichte sei ohnehin nicht überprüfbar. Thomas Erikson stellt fest: „Dass deshalb von morgens bis abends überwiegend über Missstände berichtet wird – immerhin eine Art, Klicks zu generieren und Leser/Zuschauer zu gewinnen –, führt dazu, dass Nachrichtenkonsum viele geradezu deprimiert.“ Wenn Thomas Erikson daran denkt, erwacht in ihm so etwas wie ein heiliger Zorn.
Digitale Plattformen produzieren eine Flut an Nachrichten
Thomas Eriksons These ist, dass diejenigen, die hinter den Algorithmen stecken, welche wiederum steuern, wie man sich beispielsweise auf Social-Media-Plattformen benimmt, sehr gut darüber informiert sind, wie Menschen ticken. Gleichzeitig sind sie im Hinblick auf die Auswirkungen von Social Media anscheinend völlig unbeleckt. Oder aber: Die Konsequenzen sind ihnen vor lauter Gewinnerwartung völlig egal. Nun ja. Der Einzug digitaler Plattformen hat zur Folge, dass wir täglich einer wahren Flut aus Nachrichten und Informationen ausgesetzt sind.
Leider haben viele weniger gewissenhafte Individuen und sogar Organisationen verstanden, welches unfassbare Potenzial damit einhergeht, Erzählungen zur Prägung und Manipulation der allgemeinen Meinung zu schaffen und zu verbreiten. Thomas Erikson fügt hinzu: „Häufig wird um die neuesten, saftigsten Einzelheiten gewetteifert, ohne auch nur einen Augenblick lang über die Echtheit nachzudenken. Das Aufkommen solcher Falschmeldungen steigert den Reiz, nicht die Wahrheit zu berichten, was es Individuen ermöglicht, Unwahrheiten und alternative Erzählungen zu verbreiten, die zum Framing ihrer persönlichen Absichten passen.“ Quelle: „Alles Lügner!?“ von Thomas Erikson
Von Hans Klumbies
