Der Literaturnobelpreisträger William Faulkner

Als Chronist der Südstaaten zählt William Faulkner zu einem der wichtigsten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er schildert den unaufhaltsamen Verfall der Aristokratie in den Südstaaten, die Nachwirkungen des Bürgerkriegs und die daraus entstandene Suche nach einer neuen Identität. Zu seinen wichtigsten Werken zählen „Schall und Wahn“ von 1929 und „Absalom, Absalom! Von 1936. Schon bei seinem ersten Roman „Soldatenlohn“ handelt es sich um einen Südstaatenroman. In den USA war dem Schriftsteller lange Zeit kein Erfolg vergönnt, weil die Leser sein moderner Stil störte.

William Faulkner beschreibt den Untergang der amerikanischen Südstaaten

Vor allem seine Schilderungen inzestuöser Sexualität, Gewalt, Wahnsinn und Rassenproblematik stießen auf breite Ablehnung. Erst mit der Verleihung des Literaturnobelpreises im Jahre 1949 wendete sich das Blatt. Faulkner wurde zu einem der führenden Aushängeschilder der amerikanischen Kultur. William Faulkner beschreibt in seiner Romanwelt den Untergang der Kultur der Südstaaten als Urtrauma und die Sklaverei als eine Urschuld, die in seinen Werken als Inzest, Wahnsinn, Mord und im Verfall der großen Gutsbesitzer ihren Ausdruck finden.

Nur die Farbigen und die Frauen bleiben übrig. Das Chaos von Gegenwart und Geschichte verarbeitet William Faulkner in der Form von Bewusstseinströmen beziehungsweise dem inneren Monolog, die dem Leser ergänzende oder auch widersprüchliche Perspektiven auf die Gegenwart und Vergangenheit vermitteln.

Die Wahrnehmung bei William Faulkner ist stets fragmentartig und immer subjektiv. Das eigentliche Geschehen ist ein Puzzle und nur schwer zu enträtseln. Der Schriftsteller hat mit seiner Zerstückelung von Wahrnehmung und Historie dem modernen historischen Roman eine neue Form gegeben und mit seinen Romanen der zahlreichen Perspektiven und Gegenerzählungen ein für die Nachkriegsliteratur einflussreiches Modell geschaffen.

Kurzbiographie: William Faulkner

William Cuthbert Faulkner wurde am 25. September 1897 in New Albany, im Staat Mississippi geboren. Im Alter von fünf Jahren zog er nach Oxford, Mississippi um, das er nur noch selten verlassen sollte. Während des Ersten Weltkrieges leistete er seinen Militärdienst zunächst der kanadischen Luftwaffe, später der britischen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs studierte William Faulkner Französische und Englische Literatur in Oxford. Er gab das Studium jedoch schon zwei Jahre später zugunsten journalistischer und schriftstellerischer Arbeiten auf.

1924 ging er nach New Orleans. Dort begegnete er Sherwood Anderson, der schon bald sein Talent erkannte und ihm später auch bei der Veröffentlichung seines ersten Romans „Soldatenlohn“ behilflich war. In den 30er Jahren sicherten ihm zahlreiche Aufträge für Drehbücher für die Filmgesellschaft 20th Century-Fox ein regelmäßiges Einkommen. 1932 erhielt er für seine Roman „Die Spitzbuben“ den Pulitzerpreis, dem ein weiterer 1955 für sein Werk „Eine Legende“ folgte. William Cuthbert Faulkner starb am 6. Juli 1962 in Oxford, Mississippi.

Von Hans Klumbies

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