Uwe Böschemeyer beschreibt den Weg in die Freiheit

Der Psychologe Uwe Böschemeyer ist fest davon überzeugt, dass jeder Mensch seine eigenen Fesseln sprengen kann, die ihn daran hindern, ein erfülltes Leben zu führen. Er sagt: „Freiheit ist eine philosophische Floskel – scheint es. In Wirklichkeit ist sie eine gewaltige Macht.“ Die Menschen müssen seiner Meinung nach begreifen, dass es zum Wesen des Lebens gehört, dass es dynamisch verläuft und eine ständige Herausforderung ist. Nur dann werden sie im Laufe der Zeit immer zuversichtlicher und gelassener werden. Wer sich dagegen mit seinen Schwierigkeiten und Leiden konsequent als Opfer anderer sieht, ist einem der unseligsten Gefühle verfallen, nämlich dem Selbstmitleid. Der deutsche Psychologe, Philosoph und Theologe Uwe Böschemeyer hat gerade im österreichischen Verlag Ecowin das Buch „Machten Sie sich bitte frei. Entdecken Sie Ihre Furchtlosigkeit“ veröffentlicht.

Die Freiheit stellt sich nicht von selbst ein 

Die Freiheit ist laut Uwe Böschemeyer kein Trieb, die sich nicht von selbst einstellt. Ganz im Gegenteil muss der Mensch sie immer wieder suchen und ergreifen. Vom Urteil anderer kann sich seiner Meinung nach nur derjenige unabhängig machen, der sich bewusst macht, dass es niemanden gibt, der wichtiger ist in der Beurteilung seiner eigenen Person als er selbst. Uwe Böschemeyer ergänzt: „Außerdem: Große, gute Menschen verurteilen uns nie, sondern verstehen uns.“

Diejenigen Menschen, die andere niedermachen, sind für Uwe Böschemeyer in der Regel Kleingeister. Manchmal hilft es zu meditieren, da der Mensch dadurch unterstützende Bilder hochkommen lassen kann, die ihm zeigen: „Ich bleibe souverän, sicher, in mir ruhend. Und die Welt um mich herum ist nicht so wichtig.“ An der Selbstreflexion führt für Uwe Böschemeyer kein Weg vorbei, denn die Menschen von heute leben in einer Zeit, in der sehr viele von ihnen extrem nach außen orientiert sind.

Der Materialismus hat den Geist verdrängt

Wenn Uwe Böschemeyer die Menschen beobachtet, wundert er sich nicht darüber, wie viele von ihnen gar nicht mehr in der Lage sind einfach zu leben. Die Menschen befinden sich in einer Gesellschaft, der die Begeisterung abhanden gekommen ist. Die geistige Dimension ist vom Materialismus total verdrängt worden. Uwe Böschemeyer sagt: „In Be-geist-erung steckt das Wort Geist. Und Freiheit ist ein geistiges Phänomen. Die Neurobiologie kann die Freiheit im Gehirn nicht lokalisieren.“

Es sieht laut Uwe Böschemeyer so aus, als würde die Zahl derer zunehmen, die zu wenig das Eigene leben. Das hängt seiner Meinung nach mit den gigantischen Umwälzungen der Gegenwart zusammen. Uwe Böschemeyer erklärt: „Die neuen Technologien, Umbrüche in Wirtschafts- und Arbeitswelt, Informationsgesellschaft und Globalisierung. Die Menschen werden immer mehr nach außen gezogen.“ Viele Menschen brennen seiner Meinung heute auch deswegen aus, weil sie nicht mehr in die Stille gehen. Jemand, der sich zuwenig bei sich selbst aufhält, wird immer beziehungsloser, weil er auch zu sich selbst kaum noch Beziehung hat.

Von Hans Klumbies


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