Das überwältigende Gefühl der Wollust

Wenn das sexuelle Verlangen und die Wollust über einen Menschen hereinstürzen, siegen sie über die Vernunft und stürzen die Betroffenen ins Reich der Sinne. Der Körper übernimmt die Vorherrschaft über die Ratio. Der britische Philosoph Simon Blackburn, der das Buch „Wollust. Die schönste Todsünde“ geschrieben hat, sagt: „Der Orgasmus unterbindet das Denken. In der Wollust verbinden sich seiner Meinung nach verschiedene Gefühle, denen die Menschen voller Freude oder Abscheu, aber immer hilflos gegenüberstehen. Zu den Emotionen, die in der Wollust enthalten sind, zählt Simon Blackburn unter anderen den Ekel und die Scham.

Die Tugenden Bescheidenheit und Ehrlichkeit

Der griechische Philosoph Platon zählt zu den Kardialtugenden Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit. Der Scholastiker Thomas von Aquin fügte ihnen noch drei weitere hinzu: die Liebe, den Glauben und die Hoffnung. Diesen sieben fundamentalen Tugenden stehen die so genannten sieben Todsünden gegenüber. Sie heißen Wut, Neid, Hochmut, Geiz, Völlerei, Wollust und Trägheit des Herzens.