Die Philosophin Rahel Jaeggi denkt über das “wahre Selbst” nach

Viele Menschen kennen das Gefühl: „Nicht ich lebe mein Leben, sondern mein Leben lebt mich.“ Für Rahel Jaeggi sind die meisten Individuen in der heutigen Gesellschaft nicht direkt fremdbestimmt. Sie gibt zwar zu, dass es im Kapitalismus unbestritten Formen gezielter Einflussnahme auf menschliche Wünsche gibt – Manipulation durch Werbung zum Beispiel, die mein Verlangen nach […]


Das “Grosse Buch vom Menschen” regt zum großen Staunen an

Das große Buch vom Menschen

Der Wissenschaftshistoriker und Naturwissenschaftler Ernst Peter Fischer erzählt in seinem „Großen Buch vom Menschen alles, was der Mensch über sich selbst wissen sollte. Er beobachtet die Menschen bei exzessiven Feiern, auf Hochzeiten, beim Sport und bei der Liebe, schaut ihm ins Gehirn und in den Kochtopf und schildert die Prozesse, die während der Evolution abgelaufen […]


Das Gegenteil des Denkens ist die Gedankenlosigkeit

Philosophie Magazin

Im neuen Philosophie Magazin Nr. 6/2014 für die Monate Oktober/November beschäftigt sich das Titelthema mit „Denken lernen“. Denn denken zu können unterscheidet den Menschen mutmaßlich von allen anderen Lebewesen. Für die Philosophin Hannah Arendt ist beispielsweise die Fähigkeit zu denken, weder an eine besonders hohe Intelligenz oder Begabung gebunden, noch steht sie in einem direkten […]


Alexander Mitscherlich analysiert Jugendproteste

Für Alexander Mitscherlich gehört zur Kindheit seit je lauter Protest. Dieser ist intensiver, als er in gewöhnlichen Zeiten von Erwachsenen zu hören ist. Alexander Mitscherlich verweist dabei auf die Tatsache, dass menschliches Verhalten nach sozialen Normen nicht erbgenetisch fixiert ist, sondern unter viel Unlust durch Identifikationsvorgänge erworben wird. Alexander Mitscherlich schreibt: „Die Adoleszenz bringt dann […]


Barbara L. Fredrickson blickt innovativ auf die Macht der Liebe

Die Macht der Liebe

Liebe ist nicht das, für das die meisten Menschen sie halten. Sie ist kein exklusives und dauerhaftes Gefühl, das an die Beziehung zu einer ganz besonderen Person gebunden ist. Die Liebe besteht aus Sekundenbruchteilen, emotionaler Verbundenheit, die die Psyche, den Körper und das soziale Umfeld positiv beeinflusst. Laut Barbara L. Fredrickson profitiert man sein ganzes […]


Rebekka Reinhard beklagt den Verlust der Phantasie

Rebekka Reinhard

Der Mensch will die Realität, die ihm unübersichtlich erscheint, nicht noch komplizierter machen. Für Rebekka Reinhard scheint das Leben als eine Abfolge von Modulen, die sich der Mensch je nach Bedarf bestellt und wieder abbestellt, von der heutigen Wirklichkeit gar nicht mehr weit entfernt zu sein. Das Leben der Menschen ist voll von Gegenständen, die sie eigentlich nicht brauchen, aber zu denen sie sich doch irgendwie verhalten müssen. Der Mensch ist immer viel zu beschäftigt, um einmal nichts zu tun. Die wenigsten Menschen fragen sich warum sie das tun, was sie tun. In einer Welt, in der der Mensch für jede Frage einen Experten hat, der ihn zur besten Lösung führt, braucht niemand mehr an überflüssigem Leid zugrunde zu gehen.


Die Depression ist die Pest des 21. Jahrhunderts

Laut Daniel Goleman wird das 21. Jahrhundert eine Epoche der Melancholie sein, während das 20. Jahrhundert von der Angst geprägt war. Für ihn ergibt sich in der Gegenwart ein Bild der Epidemie der Depression, die parallel mit der Anpassung an die moderne Welt verläuft. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich weltweit für jede neue Generation gegenüber der Elterngeneration das Risiko erhöht, im Laufe des Lebens irgendwann an einer schweren Depression zu erkranken. Daniel Goleman erklärt: „Und das heißt, nicht bloß traurig sein, sondern an lähmender Lustlosigkeit, tiefer Niedergeschlagenheit, Selbstmitleid und einem überwältigenden Gefühl der Hoffnungslosigkeit zu leiden.“


Bertrand Russell sucht die unumstößliche Erkenntnis

Dem Leben Sinn geben

Eine der schwierigsten Fragen, die es gibt, ist für Bertrand Russell folgende: Gibt es auf dieser Welt eine Erkenntnis, die so unumstößlich gewiss ist, dass kein vernünftiger Mensch daran zweifeln kann? Denn in der Philosophie spielt ein Unterschied eine große Rolle, der Unterschied zwischen Erscheinung und Wirklichkeit, zwischen dem, was die Dinge zu sein scheinen, und dem, was sie sind. Ein Maler beispielsweise will wissen, wie die Dinge erscheinen; der Praktiker und der Philosoph wollen wissen, was sie sind. Dabei ist der Erkenntnisdrang des Philosophen stärker als der des Praktikers.


Viele Menschen befinden sich auf der Flucht vor dem Eros

Das griechisch Wort Eros, das in alle europäischen Sprachen übernommen worden ist, ist für Josef Pieper weit weniger eindeutig, als es mancher Interpret behauptet. Sein Bedeutungsfeld ist reich dimensioniert. Platon zum Beispiel nennt all das folgende Eros: „Die am Leibhaftig Schönen sich entfachende Zuneigung; den rauschhaften gottgesandten Wahnsinn; den Impuls der philosophierenden Bedenkung von Welt […]


Arthur Schopenhauer verfügte über eine enorme Originalität

Arthur Schopenhauer (1788 – 1860) ist für Vittorio Hösle einer der größten Stilisten unter den deutschen Philosophen. Wo Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 – 1831) nur sprachgewaltig ist, ist Arthur Schopenhauer zugleich unübertrefflich klar und elegant. Vittorio Hösle rät jedem, der deutsch zu schreiben wagt, seinen Essay „Über Schriftstellerei und Stil“ zu lesen. Vittorio Hösle […]