
Juli 9, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Die quälenden Einstellungen einer Dauerkrise in einer Ehe, die häufig emotionale Entgleisungen auslösen, erschweren es den Ehepartnern, die dadurch hervorgerufene Kränkung und Wut wieder zu vergessen und führen im Endeffekt zur Ehescheidung. Der amerikanische Psychologe John Gottman bezeichnet diese Anfälligkeit für häufige emotionale Nöte als Überflutung. Dabei werden überflutete Männer oder Frauen von der Negativität ihres Partners dermaßen überwältigt, dass sie in entsetzlichen Gefühlen versinken, die sie nicht mehr kontrollieren können. Daniel Goleman schreibt: „Wer überflutet ist, kann nicht mehr unverzehrt wahrnehmen oder mit klarem Kopf reagieren; er kann seine Gedanken nicht mehr ordnen und greift auf primitive Reaktionen zurück.“
Kategorie: Psychologie |
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Juni 29, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Die Menschen der Gegenwart sind laut Rebekka Reinhard so auf sich selbst fixiert, dass es ihnen schwer fällt, daneben auch noch etwas anderes wahrzunehmen. Die Begriffe Ich und Selbst ziehen sich als Leitmotive durch den Grundwortschatz des modernen Menschen. Die Philosophin schreibt: „Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, ein gutes Selbstwertgefühl und eine gesunde Ich-Stärke gelten als Grundvoraussetzungen für ein glückliches Leben.“ Selbstbewusst wird man, indem man sein eigenen Ich herausstellt. Ihm muss eine Bedeutung zukommen, die es authentisch macht und von allen anderen Ichs unterscheidet. Authentisch wird ein Mensch, indem er Aussagen über sich selbst trifft, die eigenen Wüsche und Bedürfnisse formuliert und möglichst klarstellt, was einem nicht passt.
Kategorie: Philosophie |
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Juni 8, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Erwin W. Straus erörtert das Thema der Depression in seiner Abhandlung über „Das Zeiterlebnis in der endogenen Depression und in der psychosomatischen Verstimmung“. Er interpretiert die Symptome und Ausfallerscheinungen eines depressiven Menschen anhand seiner Beziehung zur Zeit. Seine Phänomenologie der Depression befasst sich vor allem mit der inneren Uhr der Patienten, mit der erlebten oder gelebten Zeit. Dieser innere Zeitfluss kann sehr unterschiedlich ablaufen. Bei jedem Menschen ist er anders, und zu verschiedenen Zeiten eines Lebens verändert sich dieses Fließen der Zeit und obendrein seine Geschwindigkeit und seine Gestalt.
Kategorie: Psychologie |
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April 3, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Für Viktor Frankl nimmt die so genannte Bibliotherapie im Rahmen der Neurosenbehandlung einen völlig legitimen Platz ein. Dem Patienten wird jeweils die Lektüre bestimmter Bücher empfohlen und zwar keineswegs nur die von Sachbüchern. Viktor Frankl weist darauf hin, dass sich die Psychotherapie wesentlich auf eine Partnerschaft zwischen Arzt und Krankem gründet. Daher kann seiner Meinung nach natürlich nicht davon die Rede sein, dass jemals das Buch den Arzt und die Bibliotherapie die Psychotherapie ersetzen kann. Dennoch sollte man den Wert des Buches nicht unterschätzen. Viktor Frankl kennt Dokumente über Menschen, die jahrzehntelang an Neurosen gelitten hatten und die einzig und allein aufgrund der Lektüre eines einzigen Buches eine bestimmte Methode und Technik der Psychotherapie selber und selbstständig anwendeten und sich damit endlich von ihrer Neurose befreien konnten.
Kategorie: Psychologie |
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April 1, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Max Frisch erkennt in der Eifersucht die Angst vor dem Vergleich. Die Küsse, die zärtlichen Einfälle, die Umarmungen eines anderen könnten besser sein als die eigenen. Eine Trauer kann man teilen, eine Eifersucht nicht. Max Frisch fragt sich, was ein eifersüchtiger Mensch überhaupt will. Er erhebt Anspruch auf einen Sieg ohne Wettstreit und ist verzweifelt darüber, wenn es zur Auseinandersetzung kommt. Wer von Treue redet, weiß eigentlich ganz genau, dass er sich eigentlich nicht nach der Treue, sondern der Liebe des Partners sehnt. Jeder will geliebt werden. Max Frisch schreibt: „Nur in der Eifersucht vergessen wir zuweilen, dass Liebe nicht zu fordern ist, dass auch unsere eigene Liebe, oder was wir so nennen, aufhört, ernsthaft zu sein, sobald wir daraus einen Anspruch ableiten.“
Kategorie: Literatur |
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