Walter Benjamin bestimmt die Begriffe Schicksal und Charakter

Schicksal und Charakter werden laut Walter Benjamin gemeinhin als kausal verbunden angesehen, und der Charakter wird dabei als Ursache des

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Seneca unterscheidet die Weisheit von der Philosophie

Wer den Wunsch hat Weisheit zu erlangen, muss laut Seneca auf etwas ganz Notwendiges achten. Und zwar auf die Einteilung der Philosophie und die Gliederung ihres umfangreichen Ganzen nach Teilbereichen. Seneca schreibt: „Die Umwege über diese Teilbereiche erleichtern uns nämlich den Zugang zum Ganzen. So wie sich unseren Blicken ein Gesamtbild des Weltgebäudes erschließt, so müsste auch eine Begegnung mit der Philosophie als Ganzes möglich werden.“ Dieser Anblick wäre seiner Meinung nach nur mit dem Anblick des Weltalls vergleichbar. Nützlich ist allerdings nur die Gliederung der Philosophie, nicht deren Zerstückelung. Lässt sich doch Übergroßes ebenso schwer begreifen wie übermäßig Kleines.

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Brenda Almond erläutert wichtige Begriffe der Ethik

Die grundlegenden Begriffe der Ethik sind für Brenda Almond gut und schlecht, richtig und falsch, Pflicht und Verpflichtung. Es gibt verschiedene Theorien der Ethik, die sie jeweils anders betonen und interpretieren. Das bedeutet laut Brenda Almond allerdings nicht, dass eine gemeinsame Ethik ausgeschlossen wäre. Sie hält nichts von der Sichtweise, die Ethik nur auf ein persönliches oder sexuelles Verhalten einzuengen. Brenda Almond erklärt: „Als im Athen des 5. vorchristlichen Jahrhunderts die ersten ethischen Diskussionen stattfanden, die uns überliefert sind, hielten es sowohl Platon als auch Aristoteles für selbstverständlich, dass Fragen nach dem guten Menschen und einer guten Gesellschaft untrennbar miteinander verbunden waren.“ Brenda Almond ist emeritierte Professorin für Moral- und Sozialphilosophie an der Universität von Hull. Sie ist Präsidentin der Philosophical Society von England und Vize-Präsident der Gesellschaft für angewandte Philosophie.

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Adam Morton begibt sich auf die Spur des Wissens

Aus vielen Gründen glauben die Menschen viel über die Welt zu wissen. Eine Annahme jedoch als Wissen zu bezeichnen bedeutet laut Adam Morton, dass gewissen Kennzeichen vorhanden sein müssen, die diese Überzeugung mit Tatsachen verbinden. Wenn eine Person etwas in einer bestimmten Sache in Erfahrung bringen möchte, sucht sie in der Regel jemanden auf, der etwas davon versteht. Die Menschen unterscheiden ihre Meinungen und Überzeugungen als Wissen und Noch-nicht-Wissen. Zudem haben sie ein Interesse daran, ihre Mitmenschen als verlässliche oder unzuverlässige Informationsquellen einzuordnen. Adam Morton erklärt: „Wir können das, was als Wissen bezeichnet wird, einordnen, indem wir darüber nachdenken, was kein Wissen ist.“ Adam Morton ist emeritierter Professor für Moralphilosophie der University of British Columbia.

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Amartya Sen untersucht die Rolle von Institutionen

Jede Theorie der Gerechtigkeit muss laut Amartya Sen der Rolle von Institutionen einen wichtigen Platz einräumen, so dass die Wahl bestimmter Institutionen zwangsläufig ein zentraler Bestandteil jeder plausiblen Darstellung der Gerechtigkeit ist. Allerdings muss man sich dabei um Institutionen bemühen, die Gerechtigkeit fördern und dabei vermeiden Institutionen schon für sich genommen als Erscheinungsformen von Gerechtigkeit anzusehen. Denn das würde die falsche Überzeugung widerspiegeln, dass ausschließlich Institutionen das Fundament der Gerechtigkeit sind. Es muss immer geprüft werden, welche sozialen Verwirklichungen und Verbesserungen auf institutionellen Fundamenten tatsächlich zustande kommen. Amartya Sen schreibt: „Natürlich können die Institutionen selbst mit gutem Grund als Teil der Verwirklichung zählen, die durch sie erreicht werden, aber sie können kaum die Gesamtheit dessen sein, was wir im Blick haben müssen, denn es geht auch um das Leben von Menschen.“ Amartya Sen ist Professor für Philosophie und Ökonomie an der Harvard Universität. Im Jahr 1998 erhielt er den Nobelpreis für Ökonomie.

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Joseph Stiglitz nennt zwei Gründe des Marktversagens

Ganz offensichtlich versagen Märkte, wenn sie sich selbst überlassen bleiben und sie tun dies laut Joseph Stiglitz ziemlich oft. Der Nobelpreisträger für Wirtschaft erklärt: „Es gibt viele Gründe für dieses Marktversagen, aber zwei sind besonders eng mit dem Finanzsektor verbunden: das Handeln in Stellvertretung – in der heutigen Welt tätigen zahllose Menschen im Auftrag anderer Menschen Geldgeschäfte und treffen Entscheidungen in ihrem Namen – und die zunehmende Bedeutung externer Effekte.“ Das Problem des Handelns in Stellvertretung ist für Joseph Stiglitz ein modernes Phänomen. Moderne Aktiengesellschaften (AG) unterscheiden sich grundlegend von Familienunternehmen. Die Trennung von Eigentumsrechten und Leitungsbefugnis in AGs bewirkt, dass der Vorstand, der nicht in nennenswertem Umfang am Unternehmen beteiligt ist, in seinem eigenen Interesse und nicht zum Wohl des Unternehmens handelt.

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Ralf Dahrendorf seziert den Totalitarismus in Europa

Der Totalitarismus fällt für Ralf Dahrendorf aus dem Bild des Forschritts heraus, sowohl von der traditioneller zur rationalen Herrschaft als auch vom Autoritarismus zur Verfassung der Freiheit. Die viel zitierte Definition des Totalitarismus von Carl Friedrich lautet: „Der Totalitarismus ist eine Ideologie, eine typisch von einem Mann geführte Einheitspartei, eine terroristische Polizei, ein Kommunikationsmonopol und eine zentral verwaltete Wirtschaft.“ Beim Begriff des Totalitarismus denkt man sofort an Adolf Hitlers deutschen Nationalsozialismus und Josef Stalins sowjetischen Kommunismus. In beiden Systemen war das Ziel der totalen Kontrolle durch Mobilisierung erkennbar. Autoritäre Regimes gestatten dennoch große Bereiche der Privatheit und der Apathie. Ralf Dahrendorf schreibt: „Demokratie mobilisiert, tut dies aber, um Kontrolle zu dezentralisieren. In totalitären Regimes ist Mobilisierung des Instrument der zentralisierten Kontrolle.“

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Paul Valéry denkt über die Arten des Selbstmords nach

Selbstmörder tun sich laut Paul Valéry entweder Gewalt an oder sie geben sich selber nach und scheinen einer verhängnisvollen Biegung ihres Schicksals zu folgen. Die einen stehen seiner Meinung nach unter dem Zwang der Begebenheiten, die anderen bezwingt ihre eigene Natur. Und alle äußeren positiven Umstände, die ihnen das Leben bereithält, wird sie nicht davon abhalten, ihr Leben zu verkürzen. Paul Valéry beschreibt noch eine weitere Variante des Selbstmords: „Noch aber eine dritte Art des Selbstmordes lässt sich aber denken. Es gibt Menschen, die ihr Leben so kühl betrachten und von ihrer Freiheit eine so unbedingte, so eifersüchtig gehütete Vorstellung haben, dass sie nicht gewillt sind, die Umstände ihres Todes dem Zufall der Geschehnisse oder der Wechselgeschicke ihres Organismus zu überlassen.“

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Ralf Dahrendorf erforscht den Aufstieg der Bürgerrechte

Menschen haben nach Ralf Dahrendorf ein feines Gespür für Unrecht und auch für Vorrechte, lange bevor sich das öffentlich kundtun. Sie handeln aus ihrer grundeigenen Interessenlage, wobei es gleichgültig ist, ob es Parteien zu deren Organisation gibt oder nicht. Ralf Dahrendorf erklärt: „Soziale Kräfte sind also mehr als eine Erfindung der soziologischen Phantasie. Aber sie werden erst dann sichtbar, greifbar und vor allem wirksam, wenn sie in politischen Auseinandersetzungen und Entscheidungen ihren Ausdruck finden.“ Im gleichen Moment treffen sie dann auch auf andere Kräfte und Einflüsse, die die Lage unübersichtlich machen. Die Zugehörigkeit zu einer Klasse ist dabei für Ralf Dahrendorf nie die einzige Grundlage politischer Interessen.

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Tim Jackson stellt seine Vorstellung vom Wohlstand vor

Die Grundlage für die Vorstellung von Wohlstand ist laut Tim Jackson die Fähigkeit des Menschen zu gedeihen, und zwar innerhalb

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Jeder Mensch kann seinem Leben einen Sinn geben

Für die Philosophen Julian Baggini gibt es mehrere Arten von Erfolg, die für sich genommen, dem Leben keinen Sinn verleihen können. Wer daran glaubt, nur absoluter Erfolg sei in der Lage, dem Dasein einen Sinn zu verleihen, ist es für fast jeden sinnlos. Selbst wenn ein Mensch meint, relativer Erfolg gebe dem Leben einen Sinn, weil Erfolg nur zähle, wenn das Scheitern eine realistische Alternative ist, würde ihn immer noch in den meisten Fällen zu einem sinnlosen Leben verdammen. Egal, ob es sich um relativen oder absoluten Erfolg handelt, etwas geschafft und eine Stufe des Erfolgs erklommen zu haben, reich im Allgemeinen laut Baggini nicht, um dem Leben einen Sinn zu verleihen. Leistungen kommen und gehen, und wenn sie das einzige Ziel eines Menschen sind, was bleibt ihm dann noch, wenn er sie erreicht hat?

Dennoch sollte man sich vor voreiligen Schlüssen hüten, da es durchaus Leistungen gibt, die genug Befriedigung für ein sinnvolles Leben verschaffen. Fußballweltmeister zu werden oder den Nobelpreis zu erhalten, könnten zum Beispiel Erfolge sein, die das Leben der Betroffenen, selbst wenn diese sich später nie wieder auszeichneten, lebenswert machen würden. Für Baggini erzeugt eine so außergewöhnliche Leistung unter Umständen ein dauerhaftes Gefühl des Erfolgs, weil sie eine irreversible Form des Werdens ermöglicht. Die Weltspitze zu erreichen, bedeutet, zu den ganz großen in der Geschichte zu gehören. Wer einmal Nobelpreisträger geworden ist, wird es für den Rest seines Lebens bleiben.

Baggini vertritt die These, dass eine einzige herausragende Leistung dem ganzen Leben einen Sinn verleihen kann, weil sie den Betreffenden zu etwas macht, was er immer sein wird. Am wahrscheinlichsten verleiht Erfolg dem Leben aber Sinn, wenn es einem Menschen gelingt, der zu werden, der er sein möchte, was er nur durch Handeln erreichen kann. Das ist eher ein Prozess als eine Einzelleistung. Diese Auffassung macht Sinn für jeden Menschen möglich, denn dem, was er erreichen möchte, sind kaum Grenzen gesetzt. Das Individuum ist ein Meister seines eigenen Geschicks und kann seine Identität weitestgehend selbst formen.

Der Erfolg beschränkt sich laut Baggini nicht auf die Arbeit und die Kunst, sondern beeinflusst auch die Liebe und den Alltag. Die Beurteilung des eigenen Lebens bezieht sich letztlich gleichermaßen auf die eigene Person und das, was man erreicht hat. Innerer und äußerer Erfolg sind noch in einer weiteren Hinsicht miteinander verbunden. Der Mensch kann sich durch sein Handeln weiterentwickeln, dass zu greifbaren Leistungen führt. Um in einem Bereich Erfolg zu haben, Anerkennungen und Auszeichnungen zu erringen, muss man in der Regel kämpfen. Dieser Kampf muss sich allerdings um seiner selbst willen lohnen, weil sonst jedes Gefühl des Erfolgs flüchtig bleibt. Viele Menschen haben erst dann das Gefühl, wirklich erfolgreich zu sein, wenn sie von anderen geschätzt werden.

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Hans-Peter Dürr ermutigt zu einem natürlichen Leben

Im Zentrum des neuen Buchs „Das Lebende lebendiger werden lassen“ von Hans-Peter Dürr stehen folgende Fragen: „Wie ließe sich Frieden

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Eine Demokratie braucht Widerspruch und Kritik

Wer hinter jeder politischen Dummheit mysteriöse Machenschaften vermutet oder dem System an sich die Schuld gibt, hat von der Politik

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Bürgerliches Engangement kann die Welt verändern

Die Autoren der 50 Kapitel des Buchs „50 einfache Dinge, die Sie tun können, um die Gesellschaft zu verändern“ fordern

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Das Unbehagen in der Gesellschaft nimmt stark zu

Die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten eines Menschen in den westlichen Industrienationen sind in den vergangen Jahrzehnten gewaltig gewachsen. Traditionelle Rollen verloren ihre

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Überraschende Entdeckungen über Liebe und Lust

In seinem Buch „Intimität und Verlangen“ erklärt der Klinische Psychologe und Sexualtherapeut David Schnarch, wie die Menschen ihre sexuelle Leidenschaft wieder neu erwecken können. Es geht dem Autor dabei nicht um eine Verbesserung der sexuellen Praktiken, sondern um die Weiterentwicklung einer Liebesbeziehung. Gleichzeitig rät er seinen Lesern, ihr eigenes, ganz persönliches Selbst weiterzuentwickeln, denn das ist seiner Meinung nach die Voraussetzung für eine gute, innige und leidenschaftliche Beziehung. David Schnarch gelingt es fabelhaft, einmalige und tiefgehende Fallbeispiele aus der Praxis zu schildern und den Leser in seinen Bann zu ziehen. Dr. David Schnarch ist Direktor des Crucible Institute, Marriage und Family Center, in Colorado, USA. Bei Klett-Cotta ist auch sein Buch „Die Psychologie sexueller Leidenschaft“ erschienen.

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Neue Einsichten zeugen keine moralischen Revolutionen

Kwame Anthony Appiah vertritt in seinem neuen Buch „Eine Frage der Ehre“ die These, dass moralische Revolutionen nicht durch neue Einsichten entstehen. Menschenverachtende Praktiken werden seiner Meinung nur deshalb abgeschafft, weil das Ehrgefühl der Gesellschaft sich mit einem Mal dagegen wandte. Kwame Anthony Appiah weist der Ehre einen neuen Platz in der Ethik zu. Auf der einen Seite kann sie den Menschen auf moralische Abwege führen, wo er gar in ihrem Namen tötet. Auf der anderen Seite kann sie aber auch die Menschen dazu bringen, nicht nur richtig zu denken, sondern sogar gut zu handeln. Der Autor bekleidet einen Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Princeton. Seit 2009 ist er Direktor des Amerikanischen PEN-Zentrums.

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Der Staat verliert die Macht über den öffentlichen Raum

Der Zerfall des öffentlichen Sektors hat laut Tony Judt dazu geführt, dass die Menschen immer weniger wissen, was sie mit ihren Mitmenschen verbindet. Politik ist für ihn eine Funktion von Raum, da die Menschen dort wählen, wo sie wohnen und sich die Autorität und die Legitimation von Politikern sich auf das Land beschränken, in dem sie gewählt wurden. Kommunikation in Echtzeit mit Gleichgesinnten auf der anderen Seite des Globus über das Internet ist dafür kein Ersatz. Noch im ausgehenden 19. Jahrhundert war der Staat gemäß Tony Judt einfach ein Apparat, mit dem eine alteingesessene herrschende Klasse die Macht ausübte. Doch Schritt für Schritt übernahm er Aufgaben und Zuständigkeiten, die zuvor in den Händen von Einzelpersonen oder privaten Einrichtungen gelegen hatten.

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Rebekka Reinhard findet die Orientierung im Chaos

Orientierung haben bedeutet für die Philosophin Rebekka Reinhard, sich in wechselnden Situationen zurechtzufinden, ob auf Reisen oder im Leben überhaupt. Sich orientieren heißt, sich in einer unübersichtlichen Sphäre zu bewegen, in dem der Mensch ein bestimmtes Ziel anvisiert. Auf diese Weise versucht er innerhalb der Unübersichtlichkeit eine gewissen Ordnung herzustellen. Die einmal errichtete Ordnung ist allerdings nie von Dauer, da der Mensch immer wieder neue Ziele anstrebt. Mit jeder Umorientierung verändern sich die Perspektiven, die Sichtweisen werden neu geordnet. Dabei können auch Schwierigkeiten eintreten. Rebekka Reinhard erklärt: „Wenn wir die alte Orientierung verlieren und eine neue noch nicht gegeben ist, fangen wir an zu irren. Es kann sein, dass die Verbindung zwischen uns und dem von uns angepeilten Ziel einfach abreißt.“

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Wesley Clair Mitchell erforscht den Konjunkturzyklus

Der amerikanische Ökonom Wesley Clair Mitchell, der von 1874 bis 1948 lebte, gehört zu den Vätern der Konjunkturforschung. Er wollte nicht mehr und nicht weniger, als die Ökonomie auf einem durch empirische Forschung gesicherten Fundament neu begründen, oder wie er selbst sagte, „die imaginäre Welt der Ökonomie rekonstruieren.“ 43 Jahre lehrte Wesley Clair Mitchell an amerikanischen Hochschulen. Seine Analysen von Konjunkturzyklen erweitere der Wirtschaftswissenschaftler im Laufe der Zeit zu einer umfassenden Untersuchung der Funktionsweise der kapitalistischen Wirtschaft. 1927 erschien sein Hauptwerk: „Der Konjunkturzyklus. Problem und Problemstellung“. Dieses Buch sowie weitere Forschungen zum Konjunkturproblem machten ihn zum international führenden Ökonomen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts.

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Aristoteles untersucht die Eigenschaften der Lust

Für die Lust gilt, dass sie mit der Natur des Menschen durch ein ganz besonders inniges Band der Zugehörigkeit verknüpft ist. Dies ist für Aristoteles der Grund, weshalb die Erziehung der Kinder durch Lust- und Unlustempfindungen gesteuert wird. Es hat Gewicht und Einfluss auf die Bildung des Charakters und des Glücks, da der Mensch das Lustvolle will und das Unangenehme meidet. Auf der einen Seite gibt es Menschen, die in der Lust den höchsten Wert sehen, auf der anderen Seite diejenigen, die sie als etwas durch und durch Verwerfliches betrachten. Eudoxos zählt zu den Verteidigern der Lust, die für ihn den obersten Wert darstellt, weil er sah, dass alles, Vernunftbegabtes und Vernunftloses, danach strebe.

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In egalitären Gesellschaften herrscht mehr Vertrauen

Damit eine Gemeinschaft funktioniert, muss gemäß Tony Judt gegenseitiges Vertrauen vorhanden sein. Dies gilt sowohl bei spielenden Kindern als auch bei komplexen sozialen Institutionen. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist nur möglich, wenn die Menschen ihr Misstrauen ablegen. Eine Person vertraut einer anderen Person, weil sie mit Anerkennung rechnen und weil Kooperation zum Vorteil einer Gemeinschaft offenbar in der Natur des Menschen begründet ist. Tony Judt nennt als Beispiel die Steuern. Der Steuerzahler geht von bestimmten Annahmen aus. Erstens glaubt er, dass seine Mitbürger ebenfalls Steuern zahlen, da er sich sonst unfair belastet fühlen und irgendwann selbst auch keine Abgaben mehr entrichten würde. Zweitens nimmt er an, dass die Regierung das Geld vernünftig verwaltet und für sinnvolle Zwecke ausgibt. Würde sich herausstellen, dass Steuergelder verschleudert werden, hätte der Steuerzahler viel Geld verloren.

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Der Leidensweg der mexikanischen Malerin Frida Kahlo

Die Malerin Frida Kahlo wurde am 6. Juli 1907 in Coyoacán, Mexiko, geboren. Ein schwerer Schicksalsschlag führte sie zur Kunst. Bei einem Busunglück wurde sie im Alter von 18 Jahren so schwer verletzt, dass sie viele Monate in einem Korsett aus Stahl im Bett liegen musste. Um sich von ihren Schmerzen abzulenken, begann sie sich mit der Malerei zu beschäftigen. Im September 1926 malte sie ihr erstes Selbstporträt, das „Selbstbildnis mit Samtkleid“. Bei dem Verkehrsunfall wurden mehrere innere Organe und die Wirbelsäule Frida Kahlos schwer geschädigt. Sie blieb ihr ganzes Leben lang behindert und konnte keine Kinder mehr gebären. Sie lernte nach dem Unglück zwar wieder laufen, aber sie hatte in ihrem weiteren Leben mit ständigen Schmerzen und vielen Einschränkungen im Lebensablauf zu kämpfen.

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Deepak Chopra schwört auf die Kraft der Meditation

Deepak Chopra hält gerne einen Sensor in der Hand, ein so genanntes Fitbit, der misst, ob er sein tägliches Sportpensum von einer Stunde Dauer erfüllt. Außerdem kann er auf dem Gerät ablesen, wie viele Schritte er geht, wie viele Kalorien er aufnimmt und wie lange er schläft. In der Nacht trägt er sogar ein Stirnband, das seine Träume und die Phasen seines Tiefschlafs aufzeichnet. Die menschliche Biologie strahlt auf Deepak Chopra eine ungeheuere Faszination aus. Er selbst wird von den Stars als Guru umschwärmt. Für Lady Gaga ist er der einflussreichste Mensch in ihrem Leben, mit Michel Jackson war er mehr als 20 Jahre befreundet.

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