Claude Simon revolutioniert die europäische Romankunst

Der Schriftsteller Claude Simon entwickelt in seinen Geschichten Erzählformen und Satzkonstruktionen, die nach Marcel Proust und James Joyce, dem europäischen

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Stendhals Romane erzeugen ein Gefühl des Glücks

Der französische Philosoph Alain erkannte, dass der Schriftsteller Stendhal ganz und gar kein Bürger im üblichen Sinne war. Er schrieb: „Die Tyrannen, ob groß oder klein, fürchten dieses skandalöse Beispiel eines Mannes großen Stils, der vor nichts Respekt hat.“ Laut Alain nahm Stendhal die Götter der Politik nicht ernst, ob sie nun Staat oder Vaterland hießen. Er machte sich über die Macht lustig und verlachte die Wichtigtuer. Seine Götter waren der Mut, die Ehre, die Liebe und die Freundschaft. Alain hält Stendhal für einen Republikaner der gefährlichsten Art.

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Stendhal unterscheidet vier Arten der Liebe

Stendhal versuchte sich in seinen Schriften über die Liebe über jene Leidenschaft klar zu werden, deren aufrichtige Äußerungen stets das Merkmal der Schönheit tragen. Der Philosoph und Schriftsteller unterscheidet vier verschiedene Arten der Liebe. Als erstes nennt er die Liebe aus Leidenschaft, zu der er die Liebe der portugiesischen Nonne, die Liebe der Heloïse zu Abaelard zählt. An die zweite Stelle setzt Stendhal die Liebe aus Neigung, die in Paris um 1760 Mode war. Man findet sie in den Romanen und Memoiren jener Zeit, bei Crébillon, Lauzun, Cuclos, Marmontel, Chamfort, Frau von Epinay und anderen mehr. Sie gleicht einem Gemälde, auf dem alles, auch die Schatten, rosenfarbig sein muss, auf dem sich unter keinen Umständen irgendetwas Hässliches zeigen darf, wenn es nicht gegen Lebensart, guten Ton und Zartgefühl verstoßen will. Da in ihr keine Leidenschaft und nicht Unerwartetes mitspielt, hat sie oft mehr Zartgefühl als die wahre Liebe, denn sie ist großen Teils verstandesmäßig.

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