William James entwirft die Formel für das Selbstgefühl

William James gilt zusammen mit Wilhelm Wundt als der Begründer der modernen Psychologie. Die Psychologie war einst in den Wissenschaftsbereich der Philosophie eingegliedert, bevor William James den Unterschied definierte. Er bezeichnete die Philosophie als die Wissenschaft vom geistigen Leben. Die Erklärung der Gedanken als einer tieferen Kraft der Seele oder des Ichs gehörte für ihn in den Bereich der Philosophie. William James betrachtete die Psychologie als eine Naturwissenschaft, die für die Analyse von Gefühlen, Wünschen, Wahrnehmungen, Überlegungen und Entscheidungen zuständig war.

Alfred Adlers Einschätzung der menschlichen Phantasie

Zu den künstlerischen Leistungen der Seele zählt Alfred Adler die Phantasie. Die Phantasie ist an die Beweglichkeit des Organismus gebunden und nichts anderes als eine Form des Voraussehens. Wenn man bei Phantasien bei Kindern und Erwachsenen – auch Tagträume genannt – Luftschlösser vor sich hat, so handelt es sich immer um Vorstellungen, die in der Zukunft liegen, zu der sich der Mensch hinbewegt und die er, in seiner Weise voraussehend, auszubauen versucht. Bei der Prüfung der Phantasien der Kinder erweist sich für Alfred Adler, dass bei ihnen als wesentlicher Faktor das Spiel der Macht einen weiten Raum einnimmt. Es sind immer Spiele des Ehrgeizes, die sich widerspiegeln.

Ein Kind kann nur in der Gemeinschaft existieren

Die Gemeinschaft setzt laut Alfred Adler eine Anzahl von Forderungen und beeinflusst dadurch alle Normen und Formen des Lebens eines Menschen, somit auch die Entwicklung seines Gehirns. Bei der langsamen Entwicklung des Kindes lässt sich feststellen, dass an die Entfaltung menschlichen Lebens nur gedacht werden kann, wenn eine schützende Gemeinschaft vorhanden ist. Das Kind, das so sehr der Hilfe der Gemeinschaft bedarf, findet sich einer Umgebung gegenüber, die nimmt und gibt, fordert und erfüllt. Es sieht sich mit seinen Trieben vor gewissen Schwierigkeiten, deren Überwindung ihm Pein verursacht.

Cicero gibt Unterricht im vortrefflichen Benehmen

Die Vortrefflichkeit bei allen Handlungen und Äußerungen, die auch in den Bewegungen und der Haltung des Körpers sichtbar werden, beruhen gemäß Cicero auf drei Voraussetzungen: Erstens auf die Schönheit, zweitens auf den Sinn für Ordnung und drittens einem dem Handeln angemessenen Auftreten. Zunächst scheint seiner Meinung nach schon die Natur viel Sorge auf den Körper des Menschen verwendet zu haben. Dieses so sorgsame Walten der Natur hat der Anstand einer Persönlichkeit nachgeahmt. Cicero rät der Natur zu folgen und alles, was entfernt ist von der Anerkennung durch Auge und Ohr, zu meiden. Er schreibt: „Haltung, Einhergehen, Sitzen, Liegen, Mienenspiel, die Augen und die Bewegung der Hände mögen jenes Schickliche einhalten.“

Eine gesunde Seele braucht die offene Kommunikation

Die Grundlage einer Interaktion ist das Verstehen zwischen Ich und Du, das allerdings immer lückenhaft ist. Jeder Mensch kann laut Ronald David Laing nur vermuten, was der andere denkt und meint. Hier tut sich seiner Meinung nach ein Tor zu allen möglichen seelischen Vergewaltigungen auf, wenn eine Person A soviel Macht besitzt, um einer Person B zuschreiben, was diese bewusst oder unbewusst befindet. Ronald David Laing definiert das Unbewusste als jenen Seelenanteil, den der Mensch weder sich selbst noch anderen mitteilt. Es ist kein Sack mit perversen Trieben, sondern ein Teil der Persönlichkeit, der nicht kommunizierbar ist.