Seneca ermahnt die Menschen zu sittlichem Verhalten

Für Seneca ist die Grundvoraussetzung eines glücklichen Lebens die sichere Seelenruhe und ein unerschütterliches Vertrauen. Stattdessen suchen leider viele Menschen nach Gründen zur Besorgnis und entfernen sich auf diese Weise immer mehr von ihrem eigentlichen Lebensziel. Je mehr Mühe sie aufwenden, desto mehr stehen sie sich selbst im Weg und gleiten rückwärts. Seneca schreibt: „Wer sein Ziel erreichen will, muss eine einheitliche Marschroute einhalten und nicht hin und her pendeln: denn das hieße nicht zielbewusst wandern, sondern umherirren.“ Oft werden die Menschen sogar von der Wirklichkeit getäuscht. Hier gilt es zu unterscheiden, wenn man sich nicht für das Schlechte anstelle des Guten entscheiden möchte.

José Ortega Y Gasset kritisiert den Buddhismus

Buddhist sein heißt für José Ortega Y Gasset, von vornherein zu glauben, dass in einer Welt bloßer Erscheinungen existieren heißt, in Wirklichkeit nicht wahrhaft da zu sein. Die wirkliche Existenz besteht für einen Buddhisten nicht darin, ein Mensch innerhalb des Universums zu sein, sondern darin, mit dem Weltall zu verschmelzen, in ihm sozusagen aufzugehen. Er strebt also danach nicht zu leben, oder so wenig wie möglich zu existieren. So beschränkt er beispielsweise seine Ernährung auf ein Mindestmaß. Außerdem strebt er nach einem Höchstmaß von Regungslosigkeit, um sich in die Meditation zu versenken, das einzige Mittel, das dem Menschen gestattet, in Ekstase zu gelangen, das heißt in ein Leben außerhalb der Welt zu versetzen.

Erwin E. Straus erhellt das Wesen des Menschen

Mit Wilhelm Dilthey und Edmund Husserl will sich Erwin W. Straus vom Einfluss René Descartes emanzipieren, der für die humanwissenschaftliche Forschung teilweise verhängnisvoll war. René Descartes trennte das Denken strikt von der Ausdehnung. Das Bewusstsein gehört seiner Meinung nach der Cogitatio an, der Leib der Extensio, der Welt des Materiellen und des Raumes. So entstand das Problem, wie Leib und Seele zueinander Kontakt aufnehmen können. Der französische Philosoph konzipierte das Ich als denkendes Ding, im Grunde ein Widerspruch an sich. Sodann wählte er das intellektuelle Erkennen und Urteilen zur eigentlichen Beziehung zur Welt. Die Empfindung hielt er dagegen für eine minderwertige Erfahrung.

Philipp Bloms Plädoyer für die radikale Aufklärung

Philipp Blom entführt seine Leser in den Salon des Barons d`Holbach, wo sich wenige Jahre vor dem Ausbruch der Französischen Revolution einige der intelligentesten Denker Europas treffen. Zur illustren Runde gehören unter anderen Denis Diderot, David Hume, Laurence Sterne und Jean-Jacques Rousseau, die über eine zeitgemäße Philosophie diskutieren, die mit den Tabus der Vergangenheit bricht. Ihr Denken will die Religion hinter sich lassen, sich rein auf die Kraft des Verstandes stützen und zugleich den Leidenschaften einen angemessenen Raum zugestehen. Diese radikale Variante der Aufklärung konnte sich bis heute noch nicht in größeren Kreisen der Gesellschaft durchsetzen. Philipp Blom plädiert dafür, diesen aufklärerischen Ansatz der besten Köpfe Europas wieder aufzugreifen, denn er liefert Argumente mit einem vernunftgemäßen Umgang mit der Religion, setzt sich mit den Rollen der Geschlechter auseinander und propagiert die Idee einer wirklich menschlichen Gesellschaft.

Gerhard Roth: "Der Mensch hat keinen freien Willen"

Für Gerhard Roth, Professor für Verhaltensphysiologie an der Universität Bremen und Direktor des Instituts für Hirnforschung gibt es keinen freien menschlichen Willen. Das Handeln eines Menschen beruht seiner Meinung nach immer auf Motiven. So kann man beispielsweise nicht aus einem Glas Wasser trinken, ohne dazu motiviert zu sein. Das bestimmt den Willen. Besonders wichtig ist gemäß Gerhard Roth bei dieser bewussten Entscheidung der Kortex. Er erklärt: „Dort befinden sich die Regionen des Gehirns, deren Aktivität von Bewusstsein begleitet ist: Schmerz, Hunger, Durst.“