Claude Simon revolutioniert die europäische Romankunst

Der Schriftsteller Claude Simon entwickelt in seinen Geschichten Erzählformen und Satzkonstruktionen, die nach Marcel Proust und James Joyce, dem europäischen

Mehr lesen

Stendhals Romane erzeugen ein Gefühl des Glücks

Der französische Philosoph Alain erkannte, dass der Schriftsteller Stendhal ganz und gar kein Bürger im üblichen Sinne war. Er schrieb: „Die Tyrannen, ob groß oder klein, fürchten dieses skandalöse Beispiel eines Mannes großen Stils, der vor nichts Respekt hat.“ Laut Alain nahm Stendhal die Götter der Politik nicht ernst, ob sie nun Staat oder Vaterland hießen. Er machte sich über die Macht lustig und verlachte die Wichtigtuer. Seine Götter waren der Mut, die Ehre, die Liebe und die Freundschaft. Alain hält Stendhal für einen Republikaner der gefährlichsten Art.

Mehr lesen

Gertrude Stein zertrümmert die Regeln der Grammatik

Gertrude Stein wollte die Welt der Sprache revolutionieren, wie vor ihr die Kubisten in der Malerei die Welt des Sehens revolutioniert hatten. Das absolut neue an ihren Vorhaben war, vom Sehen der Bilder auf das Verstehen der Sprache zu schließen. Sie war entschlossen, die Techniken des Kubismus, die sie zum Beispiel auf den Bildern von Pablo Picasso und Juan Gris gesehen hatte, in ihren Satzbau einfließen zu lassen. Gertrude Stein ließ die sakrosankten Regeln der Grammatik mit Subjekt, Prädikat und Objekt hinter sich, so wie sich die Maler von der Zentralperspektive verabschiedet hatten. Dieser kubistische Schreibstil entstand nicht spontan, sondern geht auf einen Satz von Madame de Sévigné zurück, der lautete: „Alles ist zersplittert, alles ist wahr.“

Mehr lesen