Skeptiker werden von ihren Mitmenschen oft negativ bewertet

Pyrrhon aus dem griechischen Elis (ca. 360 – 270 v. Chr.) und seine Nachfolger professionalisieren das Zweifeln zur grundsätzlichen Skepsis,

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Jeder Mensch kann seinem Leben einen Sinn geben

Für die Philosophen Julian Baggini gibt es mehrere Arten von Erfolg, die für sich genommen, dem Leben keinen Sinn verleihen können. Wer daran glaubt, nur absoluter Erfolg sei in der Lage, dem Dasein einen Sinn zu verleihen, ist es für fast jeden sinnlos. Selbst wenn ein Mensch meint, relativer Erfolg gebe dem Leben einen Sinn, weil Erfolg nur zähle, wenn das Scheitern eine realistische Alternative ist, würde ihn immer noch in den meisten Fällen zu einem sinnlosen Leben verdammen. Egal, ob es sich um relativen oder absoluten Erfolg handelt, etwas geschafft und eine Stufe des Erfolgs erklommen zu haben, reich im Allgemeinen laut Baggini nicht, um dem Leben einen Sinn zu verleihen. Leistungen kommen und gehen, und wenn sie das einzige Ziel eines Menschen sind, was bleibt ihm dann noch, wenn er sie erreicht hat?

Dennoch sollte man sich vor voreiligen Schlüssen hüten, da es durchaus Leistungen gibt, die genug Befriedigung für ein sinnvolles Leben verschaffen. Fußballweltmeister zu werden oder den Nobelpreis zu erhalten, könnten zum Beispiel Erfolge sein, die das Leben der Betroffenen, selbst wenn diese sich später nie wieder auszeichneten, lebenswert machen würden. Für Baggini erzeugt eine so außergewöhnliche Leistung unter Umständen ein dauerhaftes Gefühl des Erfolgs, weil sie eine irreversible Form des Werdens ermöglicht. Die Weltspitze zu erreichen, bedeutet, zu den ganz großen in der Geschichte zu gehören. Wer einmal Nobelpreisträger geworden ist, wird es für den Rest seines Lebens bleiben.

Baggini vertritt die These, dass eine einzige herausragende Leistung dem ganzen Leben einen Sinn verleihen kann, weil sie den Betreffenden zu etwas macht, was er immer sein wird. Am wahrscheinlichsten verleiht Erfolg dem Leben aber Sinn, wenn es einem Menschen gelingt, der zu werden, der er sein möchte, was er nur durch Handeln erreichen kann. Das ist eher ein Prozess als eine Einzelleistung. Diese Auffassung macht Sinn für jeden Menschen möglich, denn dem, was er erreichen möchte, sind kaum Grenzen gesetzt. Das Individuum ist ein Meister seines eigenen Geschicks und kann seine Identität weitestgehend selbst formen.

Der Erfolg beschränkt sich laut Baggini nicht auf die Arbeit und die Kunst, sondern beeinflusst auch die Liebe und den Alltag. Die Beurteilung des eigenen Lebens bezieht sich letztlich gleichermaßen auf die eigene Person und das, was man erreicht hat. Innerer und äußerer Erfolg sind noch in einer weiteren Hinsicht miteinander verbunden. Der Mensch kann sich durch sein Handeln weiterentwickeln, dass zu greifbaren Leistungen führt. Um in einem Bereich Erfolg zu haben, Anerkennungen und Auszeichnungen zu erringen, muss man in der Regel kämpfen. Dieser Kampf muss sich allerdings um seiner selbst willen lohnen, weil sonst jedes Gefühl des Erfolgs flüchtig bleibt. Viele Menschen haben erst dann das Gefühl, wirklich erfolgreich zu sein, wenn sie von anderen geschätzt werden.

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Rebekka Reinhards moralischer Relativismus

Für Rebekka Reinhard scheint grundsätzlich jedes Opfer, das einen freien Willen besitzt, die Wahl zu haben, wie es mit seinem Los umgehen möchte. In der modernen Gesellschaft sind die häufigsten Methoden die Selbstanklage, die Selbstbemitleidung und die Bemitleidung durch Dritte. Rebekka Reinhard gibt folgende Definition eines Opfers: „Opfer zu sein heißt, für etwas Böses verurteilt worden zu sein, das man gar nicht begangen hat und aufgrund dessen unschuldig – und damit auch irgendwie gut zu sein.“ Wer in die Opferrolle gedrängt wird, muss in der Regel schwer dafür büßen. Beispielsweise mit dem Aufenthalt in einer Klinik, dem Verlust des Vermögens, der Schädigung des Rufs oder dem Verlust des Jobs.

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Maurice Merleau-Ponty kritisiert die Technikgläubigkeit

Obwohl Naturwissenschaft und Technik unwiderstehlich voranschreiten, bewirken sie für Maurice Merleau-Ponty keine fundamentale Förderung der Humanität. Denn das menschliche Ethos hat offenbar nur wenige Berührungspunkte mit dem Begreifen der Natur und der technischen Almacht über dieselbe. Jedenfalls hat es die Menschheit erlebt, dass Wissenschaft und Technik ohne Moral sich durchaus in den Dienst tyrannischer Herrschaftssysteme stellen lassen. In den Kriegen gehört es zu den Selbstverständlichkeiten, dass die großartigen technischen Erkenntnisse und Maschinen zur Vernichtung von Menschen eingesetzt werden. Die Naturwissenschaften sind laut Max Scheler eine Art von Herrschaftswissen, in denen keinerlei Heilswissen enthalten ist.

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