Wenn Frauen die Lust am Sex verlieren

An der sexualmedizinischen Sprechstunde der Medizinischen Hochschule in Hannover hat Uwe Hartmann in den vergangen zehn Jahren eine Forschungsgruppe aufgebaut, die sich mit der weiblichen Sexualität beschäftigt. Der Therapeut erzählt, dass die Frauen in den siebziger Jahren über die Schwierigkeiten klagten, einen Orgasmus zu bekommen, während sie heute Rat suchen, weil ihnen die Lust am Sex abhanden gekommen ist. Viele Frauenärzte können in einem solchen Fall ihren Patientinnen nicht helfen, weil ihnen eine sexualtherapeutische Ausbildung fehlt. Bei den wenigen qualifizierten Sexualtherapeuten gibt es lange Wartezeiten.

Sexualität bedeutet Intimität und Zuneigung

Zum Verständnis der Spannungen und der Erregungen, in die die Sexualität den Menschen versetzen kann, ist es wichtig, die möglichen Bedeutungen der Sexualität zu kennen. Es gibt Menschen, die betrachten den Sex als bloßes Mittel der Fortpflanzung. Seine Bedeutung liegt dann darin, die Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle zu erreichen und so neues Leben zu erzeugen. Bei der künstlichen Befruchtung erfolgt die Fortpflanzung komplett ohne Sexualität.

Alfred Kinsey revolutioniert den Sex

Die Forschungen, aus denen die beiden Bestseller hervorgingen, zählten zu den größten wissenschaftlichen Projekten in der Geschichte. Zwischen 1938 und 1956 wurden 17.000 Menschen interviewt, wobei Kinsey 5.000 Befragungen selbst führte. Das Buch „Das sexuelle Verhalten der Frau“ enthält über 1.000 Ergebnisse und kommt unter anderen zu folgenden Feststellungen: Bedeutender als die Genitalstimulation ist sowohl für Männer als auch für Frauen das rhythmische Stoßen, um einen Orgasmus zu bekommen. Die Muskelspannung beim Geschlechtsakt ist entscheidend für die gesamte physische Reaktion.

50 große Denker in der Psychologie

Tom Butler-Bowden präsentiert in seinem Buch „50 Klassiker der Psychologie“ die einflussreichsten Denker, spannendsten Ideen und klassische Theorien der Psychologie. Aber nicht nur Psychologen werden vorgestellt, sondern auch Neurologen, Psychiater, Biologen, Experten der Kommunikation, Journalisten, ein Gewaltexperte, ein Hafenarbeiter und ein Romanautor. Das Buch fasst die Kernaussagen der jeweiligen „Klassiker“ wie Adler, Freud oder Jung zusammen und erläutert neue Theorieansätze zeitgenössischer Denker wie Goleman oder Seligman.