
Dezember 5, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Erwin W. Straus kritisierte in einem seiner Hauptwerke „Geschehnis und Erlebnis“ von 1930 Sigmund Freud, weil dieser vom Materialismus seiner Epoche ausging und damit gewissen Vorurteilen über die Psyche und die Natur des Menschen anheim fiel. Er entlarvte dabei die Libidotheorie als Konstrukt, das physikalische Konzepte nachahmte und im besten Fall den Charakter eines Gleichnisses annehmen kann. Sigmund Freud deutete das Seelenleben als ein Ding, das durch eine unerwartete und übermäßige Reizeinwirkung Schaden nehmen konnte. Die Spontaneität und die Eigendynamik der Seele wurden dabei meistens nicht berücksichtigt. Doch ohne die Anerkennung der Subjektivität des Menschen kann man laut Erwin W. Straus nichts Menschliches realistisch abbilden.
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November 26, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Viktor Frankl stellte 1938 zum ersten Mal in einer schriftlichen Arbeit die Logotherapie unter diesem ihren Namen vor. Sein Ansatz wird heute in der amerikanischen Lehrbüchern die „Dritte Wiener Richtung der Psychotherapie“ genannt. Viktor Frankl bezeichnete sich selbst nicht als Psychoanalytiker sondern als Psychotherapeut. In einem Gespräch mit einem amerikanischen Arzt arbeiteten beide den Unterschied zwischen der Logotherapie und der Psychoanalyse heraus. Der Arzt stellte fest: „Nun, in der Psychoanalyse muss ich der Patient auf die Coach legen und Dingen sagen, die manchmal unangenehm zu sagen sind. Die Antwort von Viktor Frankl lautete: „Sehen Sie, in der Logotherapie dar er sitzen bleiben – und muss Dinge anhören, die manchmal unangenehm zu hören sind.
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November 3, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Der Psychologe Nathaniel Branden machte mit seinem Buch „The Psychology of Self-Esteem“ (1969) die Idee des Selbstwerts populär. Kein Werturteil ist dem Menschen wichtiger und kein Faktor entscheidender für sein psychische Entwicklung und Motivation, als das Urteil, das er über sich selbst hat. In seinem Buch geht Nathaniel Branden von der Annahme aus, dass die Menschen rationale Wesen sind und die totale Kontrolle über ihr Schicksal haben. Wer diese Idee akzeptiert und die Verantwortung dafür übernimmt, sieht sich naturgemäß in einem besseren Licht. Gelingt es einem Individuum allerdings nicht, diese Verantwortung für sein Leben und Handeln zu übernehmen, ist sein Selbstwertgefühl in größter Gefahr.
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Juli 17, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Erwin W. Straus lehnt die psychoanalytische Theorie der Perversionen und Neurosen ab, weil diese zu sehr die infantile Triebhaftigkeit in diesen Krankheitsbildern betont. Darin erkannte er den Hauptfehler in Sigmund Freuds Lehre von den sexuellen Partialtrieben. Laut Sigmund Freud gibt es schon im Kinde perverse Triebregungen, die im besten Fall in die genitale Sexualität einmünden und durch Sublimierung ihren pathologischen Gehalt verlieren können. Die Normalität setzt sich dann sozusagen aus einer gedämpften Pathologie zusammen. Das Kind wird willkürlich zu einem kleinen Perversen, der Perverse im Erwachsenenalter zu einem großen Kind.
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Juli 13, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Harry Stack Sullivan vertritt den Standpunkt, dass der Mensch ein durch und durch soziales Wesen ist. Jede Person wächst und gedeiht in der Atmosphäre vielfältiger Sozialkontakte. Wer oder was ein Mensch ist, lässt sich seiner Meinung nach nur umschreiben durch die verschiedenen Rollen, die ein Individuum innerhalb der zwischenmenschlichen Beziehungen spielt. Es ist gewissermaßen nichts anderes als die Summe seiner Sozialkontakte. Alle Einstellungen und Akte der Seele verweisen auf den Mitmenschen, nichts gehört einem Einzelnen allein. Sein ganzer psychischer Bestand wird durch Sozialisation und Akkumulation innerhalb der Beziehungen erworben.
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