
Dezember 2, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Eric Hoffer erklärt in seinem Buch „Der Fanatiker“ warum Massenbewegungen so mächtig werden können. Als einen der Gründe nennt der Autor den Enthusiasmus, den sie ausstrahlen. Mächtige politische Bewegungen zeichnen sich seiner Meinung nach immer durch eine religiöse Inbrunst aus. Die französische Revolution beispielsweise eigentlich auch eine neue Religion, die die Dogmen und Rituale der Kirche durch ähnliche ersetzte, die nun vom Staat kamen. Dasselbe gilt für den Bolschewismus und den Nationalsozialismus. Eine entstehende Massenbewegung gewinnt und hält ihre Anhängerschaft nicht nur mit Ritualen und Versprechungen, sondern indem sie den Menschen eine Zuflucht bietet vor den Ängsten und der Bedeutungslosigkeit einer individuellen Existenz.
Kategorie: Psychologie |
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November 12, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Der Totalitarismus fällt für Ralf Dahrendorf aus dem Bild des Forschritts heraus, sowohl von der traditioneller zur rationalen Herrschaft als auch vom Autoritarismus zur Verfassung der Freiheit. Die viel zitierte Definition des Totalitarismus von Carl Friedrich lautet: „Der Totalitarismus ist eine Ideologie, eine typisch von einem Mann geführte Einheitspartei, eine terroristische Polizei, ein Kommunikationsmonopol und eine zentral verwaltete Wirtschaft.“ Beim Begriff des Totalitarismus denkt man sofort an Adolf Hitlers deutschen Nationalsozialismus und Josef Stalins sowjetischen Kommunismus. In beiden Systemen war das Ziel der totalen Kontrolle durch Mobilisierung erkennbar. Autoritäre Regimes gestatten dennoch große Bereiche der Privatheit und der Apathie. Ralf Dahrendorf schreibt: „Demokratie mobilisiert, tut dies aber, um Kontrolle zu dezentralisieren. In totalitären Regimes ist Mobilisierung des Instrument der zentralisierten Kontrolle.“
Kategorie: Geschichte, Politik |
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September 19, 2011 | veröffentlicht von
hkl
In seinem Buch „Parteiendämmerung. Oder was kommt nach den Volksparteien“ analysiert Christoph Seils den gegenwärtigen Umbruch der politischen Verhältnisse und beschreibt, wie eine neue Demokratie in Deutschland aussehen könnte. Die politischen Milieus der so genannten Volksparteien CDU und SPD haben sich seiner Meinung nach aufgelöst und an die Stelle ideologischer Konflikte des 20. Jahrhunderts sind [...]
Kategorie: Buchrezensionen |
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Juni 4, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
In ihrem Buch „Die Unfähigkeit zu trauern“ (1967) beschreiben Alexander und Margarete Mitscherlich kollektivpsychologische Probleme, die sie nach den Regeln der Psychoanalyse zu klären versuchen. Im Wesentlichen geht es dabei um die politischen Ereignisse in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. Die normale Trauer setzt sich beispielsweise mit dem Verlust eines geliebten Menschen auseinander. Der Trauernde denkt intensiv an einen verlorenen Mitmenschen oder Liebespartner und errichtet so die geliebte Person in seinem Inneren, wodurch er die Beziehungslücke ausgleicht.
Kategorie: Psychologie |
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März 30, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Der Bürgerstatus markiert für Ralf Dahrendorf eine tief greifende Veränderung der sozialen Dinge, auch wohl einen bemerkenswerten Fortschritt im Sinne der Erweiterung der menschlichen Optionen. Als solcher begründet er allerdings noch nicht die Art von Gesellschaft, in der die Freiheit verankert ist. Ralf Dahrendorf schreibt: „Er ist ein Element der Bürgergesellschaft, doch verlangt diese andere, subtilere Bedingungen.“ Bei der Bürgergesellschaft geht es um das schöpferische Chaos der vielen, vor dem Zugriff des Staates geschützten Organisationen und Institutionen. Die Bürgergesellschaft als Medium der Freiheit hat für Ralf Dahrendorf drei spezifische Merkmale.
Kategorie: Soziologie |
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