Tony Judt moniert die Verwahrlosung der Öffentlichkeit

In den letzten dreißige Jahren hat der private Reichtum laut Tony Judt in den Industrienationen deutlich zugenommen. In Amerika, Großbritannien und einigen anderen Ländern haben Finanzgeschäfte die Industrie oder den Dienstleistungssektor als Quelle von Privatvermögen verdrängt und zu einer verzerrten Wertschätzung ökonomischen Handels geführt. Reiche hat es seiner Meinung nach schon immer gegeben, aber heute ist ihr Vermögen größer als zu irgendeiner anderen Zeit. Es fällt Tony Judt leicht, diese privaten Privilegien zu verstehen und zu beschreiben. Schwerer ist es für ihn, die öffentliche Verwahrlosung zu beschreiben, in die viele Staaten versunken sind. Er zitiert Adam Smith, der gesagt hat: „Keine Gesellschaft kann gedeihen und glücklich sein, in der der weitaus größte Teil ihrer Mitglieder arm und elend sind.“

Beleidigungen können tödliche Konflikte auslösen

Eine Forschergruppe um Hans Ijzerman von der Universität Amsterdam entwickelte ein Bahnexperiment. Wenn bei einer Haltestelle eines Regionalzugs ein einzelner Mann einstieg, wurde er von einem der Psychologen angerempelt und in 50 Prozent der Fälle beleidigt. Die anderen Wissenschaftler beobachteten genau die Reaktionen der Beleidigten. Danach wurden die Probanden über das Experiment aufgeklärt und mussten ihre Eindrücke in einem Fragebogen schildern. Mit dieser Versuchsanordnung wollten die Psychologen herausfinden, welche Menschen besonders empfindlich auf Demütigungen und Beleidigungen reagieren. So skurril das Experiment auf den ersten Blick erscheint, ist es dennoch wichtig und kann im besten Fall sogar Leben retten.

Die Stützung des Euros verletzt das Grundgesetz

Die Euro-Krise hat laut Peter Koslowski eine Solidarität hervorgebracht, die vorher noch unbekannt war. Die Solidarität zwischen Nationen, die wirtschaftlichen Erfolg haben, auf der einen Seite, und überschuldeten Staaten auf der anderen Seite. Möglicherweise entwickelt sich so eine Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Doch sie einfach von Deutschland einzufordern hat für Peter Koslowski weder eine ethische noch ökonomische Grundlage. Denn es gilt immer noch das Souveränitätsprinzip der Nationen. Peter Koslowski ist Professor für Philosophie, insbesondere der Philosophie des Managements an der Freien Universität in Amsterdam.

Mancur Olson: "Offene Märkte sorgen für Reichtum"

Offene Märkte sind für Mancur Olson die beste Grundlage für eine reiche Gesellschaft. Kartelle, Absprachen über den Markt und Koalitionen bei der Verteilung tragen den Keim für die relative Verarmung in sich. In seinen wirtschaftstheoretischen Arbeiten beschäftigte sich Mancur Olson hauptsächlich mit dem Widerspruch zwischen individueller Rationalität und der kollektiven Irrationalität. Das Buch „Die Logik kollektiven Handelns“ (1968) und sein Hauptwerk „Aufstieg und Niedergang der Nationen“ (1985) sind auch in deutscher Sprache veröffentlicht worden.

Marc Beise: "Der Staat plündert die Mittelschicht aus"

Marc Beise stellt in seinem Buch „Die Ausplünderung der Mittelschicht“ die These auf, dass in den Zeiten der Finanzkrise und den daraus resultierenden stetig wachsenden Geldproblemen des Staates, die Mittelschicht immer mehr abgezockt und wird. Sein Buch ist ein Hilferuf aus der Mitte der Gesellschaft und ein Plädoyer für eine andere Politik in Deutschland, die die Eigenverantwortung der Bürger fördert und belohnt.