Idealtypen bilden die Charakerlehre des Fritz Künkel

Fritz Künkel sieht in der Erziehung die charakterbildende Macht par excellence, da jeder Mensch lebenslänglich die Spuren seiner frühen Sozialisation mit sich herumträgt. Man kann einen Charakter nur dann in seinem Innersten verstehen, wenn man die Kindheitsbedingungen kennt, die ihn geprägt haben. Fritz Künkel definiert vier Idealtypen, die auf verschiedene Kindheits- und Erziehungsvoraussetzungen zurückgeführt werden können. Dabei handelt es sich um Formen der Ichhaftigkeit, die durch partielles Scheitern der Ein- und Ausreifung zustande kommen.

Alfred Adlers Einschätzung der menschlichen Phantasie

Zu den künstlerischen Leistungen der Seele zählt Alfred Adler die Phantasie. Die Phantasie ist an die Beweglichkeit des Organismus gebunden und nichts anderes als eine Form des Voraussehens. Wenn man bei Phantasien bei Kindern und Erwachsenen – auch Tagträume genannt – Luftschlösser vor sich hat, so handelt es sich immer um Vorstellungen, die in der Zukunft liegen, zu der sich der Mensch hinbewegt und die er, in seiner Weise voraussehend, auszubauen versucht. Bei der Prüfung der Phantasien der Kinder erweist sich für Alfred Adler, dass bei ihnen als wesentlicher Faktor das Spiel der Macht einen weiten Raum einnimmt. Es sind immer Spiele des Ehrgeizes, die sich widerspiegeln.

Alfred Adler: "Neurosen entstehen in der Kindheit"

Neurotische Menschen leiden laut Alfred Adler an einem Gefühl der Minderwertigkeit. Neurotiker fühlen sich nicht gleichwertig mit anderen Menschen. Sie klagen deshalb über eine Unvollständigkeit, die sowohl physisch wie auch psychisch gemeint sein kann. Der neurotische Mensch leidet immer auch an einem Bewusstsein der Kleinheit und der Unzulänglichkeit. Für Alfred Adler gab es keinen Zweifel daran, dass die Minderwertigkeitsgefühle in der Kindheit des Patienten entstanden sein müssen. Er kam bei seinen Forschungen zu dem Ergebnis, dass Hindernisse in der Entwicklung in der Kindheit am Anfang der neurotischen Seelenentwicklung stehen.