Das Bedürfnis nach Gewissheit ist im Menschen fest verankert

Ein Faktor ist für das Verständnis des menschlichen Verhaltens von größter Bedeutung, nämlich sein Bedürfnis nach Gewissheit. Der Mensch ist laut Erich Fromm nicht mit einem Bündel von Instinkten ausgestattet, die sein Verhalten sozusagen automatisch regulieren. Der Mensch muss Entscheidungen treffen, wobei er bei Fragen von ausschlaggebender Bedeutung sogar sein Leben riskiert, wenn er sich […]


Thomas Rentsch erklärt die Philosophie des 20. Jahrhunderts

Thomas Rentsch erklärt in seinem Buch „Philosophie des 20. Jahrhunderts“ die Höhepunkte der modernen und gegenwärtigen Philosophie wie zum Beispiel die Sprachkritik Ludwig Wittgensteins, die Onotologiekritik Martin Heideggers, die Verdinglichungskritik Theodor W. Adornos sowie die französisch geprägte Postmoderne. Dabei zeigt er, wie sich die auf den ersten Blick gegensätzlichen Philosophierichtungen immer wieder ergänzen und so […]


Cusanus war einer der begabtesten Deutschen des Mittelalters

Nikolaus von Kues, der von 1401 bis 1464 lebte, hat vor allem Traktate und Dialoge geschrieben und dazu knapp 300 Predigten verfasst. Für Vittorio Hösle war Nikolaus von Kues der wohl am vielseitigsten begabte Deutsche des Mittelalters. Er war ein philosophischer Theologe, der auf hohem Niveau juristisch, mathematisch und naturwissenschaftlich denken konnte. Cusanus, wie er […]


Gary Becker betrachtet die Ehe und die Familie als Unternehmen

Ökonomen bezeichnen mit dem Wort Humankapital das Wissen und die Fähigkeiten sowie die persönlichen Eigenschaften von Menschen. Das Wort ist in der Wirtschaftswissenschaft positiv besetzt und signalisiert den Wert, die eine gute Ausbildung für die Menschen darstellt. Wie kaum ein anderer hat der amerikanische Ökonom Gary Becker das Humankapital erforscht. Im Jahr 1964 schrieb er […]


Karl Marx und Sigmund Freud glauben an die Macht der Wahrheit

Erich Fromm erläutert die grundlegenden Ansprüche, die den beiden Denkern Karl Marx und Sigmund Freund gemeinsam sind. Als erste gemeinsame Haltung nennt er ihre kritische Grundhaltung. Der Zweifel im Denken von Karl Marx und Sigmund Freud betrifft vor allem das, was der Mensch über sich und andere denkt. Karl Marx zum Beispiel hielt das meiste, […]


Learning by zählt zu den guten und bekanntesten Lernstrategien

Seit dem Pisa-Schock des Jahres 2000 beschäftigen sich ganze Forschungszweige mit der Frage, welche Lernstrategie die beste ist. Die Psychologin Elsbeth Stern von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich kann diesem Boom in der Lernforschung allerdings nicht nur positive Seiten abgewinnen: „Das befördert mitunter eine Hysterie, die am Ende niemandem nutzt. Wir müssen aufhören, und […]


Die Liebe zwischen Enkeln und Großeltern ist etwas Besonderes

Die Liebe zwischen Großeltern und Enkeln ist in den meisten Fällen unkompliziert. Selbst die Freiheit in den modernen Gesellschaften konnte dieser Beziehung wenig anhaben. Wilhelm Schmid fällt auf, dass sich nur wenige von ihr befreien möchten. Eher hat sie sogar an Bedeutung gewonnnen, in einer Zeit, in der immer mehr Ehen scheitern und die Zahl […]


Daniel Golemans Strategien zur Besänftigung des Zorns

Eine Methode, den Zorn zu deeskalieren, sich physiologisch abzuregen, besteht laut Daniel Goleman darin, dass man das Ende des Andrenalinstoßes in einer Umgebung abwartet, in der mit weiteren Zornausbrüchen nicht zu rechnen ist. Bei einem Streit zum Beispiel ist es ratsam, sich für einige Zeit von dem anderen zu entfernen. Daniel Goleman erklärt: „Während der Abkühlungsphase kann der Verärgerte das Rad der eskalierenden feindseligen Gedanken anhalten, indem er Zerstreuung sucht.“ Auch für Dolf Zillmann von der Universität von Alabama ist die Zerstreuung ein sehr wirksames Mittel des Stimmungswandels. Das hat den einfachen Grund, dass es dem Menschen schwer fällt zornig zu bleiben, wenn er sich vergnügt. Die Schwierigkeit dabei ist, den Zorn so weit abzukühlen, um überhaupt vergnügt sein zu können.


Ernst Bloch entwirft eine Enzyklopädie der Hoffnung

Einer der Grundsätze des Philosophen Ernst Bloch war, es käme darauf an, zugleich siebzig und siebzehn zu sein. Er meinte damit, dass in der größten Erfahrenheit auch die Begierden, die Neugier und die Fragelust der Jugend lebendig sein müssten, von denen alle Erfahrungsfähigkeit ausgeht. Für ihn gab es keine größere Gefahr für die Wahrheit als das Erstickenwollen des Fragenwollens durch die Methoden des Abfragens anstelle einer Problemsichtigkeit für das Erlernte und Vorgesetzte im Verwundern fragwürdig macht. Ernst Bloch war ein Meister des tiefen Sinns, den er in scheinbar ganz kleinen Geschichten entwickelte. Er schreibt: „Es genügt, sie anzudeuten, als ein Spiel, das nicht verstärkt werden kann und letzthin puren Wunsch bedeutet, das aber darin immer merkwürdig ist, dass es als neue Fahne im Werk, nicht nur als Fahnenflucht aus der Welt möglich ist.“


Die Existenz gewinnt ihre Schönheit durch das Unberechenbare

Die aktuelle Sommerausgabe des Philosophie Magazins stellt in seinem Titelthema die Frage, ob überwiegend der Zufall das Leben der Menschen bestimmt. Für die Philosophin Svenja Flaßpöhler ist der Zufall das metaphysische Rätsel an sich, das bis heute für die tiefsten Kränkungen des menschlichen Selbstbildes verantwortlich ist. Deshalb versuchen die Menschen mit immer raffinierteren Methoden den […]


Georg Pfau kritisiert die antiquierte Sexualerziehung der Mädchen

Die fehlende Lust der Frau ist laut Georg Pfau ein häufiges Thema in der Sexualmedizin. Hier gibt es seiner Meinung nach viele Faktoren zu bedenken, allen voran die Methoden zur hormonellen Verhütung. Jede Gabe eines Sexualhormons, in welcher Form auch immer, beeinflusst die weibliche Sexualität. Georg Pfau erklärt: „Sie verändern nicht nur die Libido, das […]


Henri Lefebvre stellt den griechischen Denker Sokrates vor

Im Lauf ihrer Geschichte haben die Griechen in der Antike nicht wenige philosophische und politische Projekte erprobt. So gründeten sie zum Beispiel die Polis und wagten sich an die Schaffung eines Staatsgebildes. Außerdem erprobten sie äußerst unterschiedliche Verhältnisse von Theorie und Praxis, einschließlich der Rhetorik, der Sophistik und der Dialektik, in der Praxis. Philosophische Probleme […]


Cass Sunstein fordert ein transparentes Regierungshandeln

Obwohl viele Menschen manchmal extrem unvernünftig handeln, frönen sie nicht grundsätzlich der Unvernunft. Personen treffen sehr oft sehr gute und richtige Entscheidungen, aber manchmal eben auch nicht. Cass Sunstein erklärt: „Dann schaden wir uns möglicherweise selbst –, gesundheitlich und auch wirtschaftlich.“ Dass die Menschen so unterschiedlich handeln, liegt unter anderem daran, dass das Gehirn von […]


Auf die Klassifizierung von Menschen sollte man besser verzichten

Ein Eindruck von wirtschaftlicher Ungleichheit ist, dass es in der modernen Gesellschaft oft Selbstsucht und Engstirnigkeit sind, die mit hohen Gehältern belohnt werden, während Idealismus und Humanität am Hungertuch nagen. Menschen ordnen ihre Mitmenschen unwillkürlich in Kategorien ein. Diese Klassifizierung hat laut Robert J. Shiller in den Vorstellungen der Menschen mitunter eine übersteigerte Bedeutung. Menschen, […]


Glücksforscherin Sonia Laszlo: “Glück ist kein Dauerzustand”

Das Glück hat sich in der Gegenwart zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Mit Coaching, Therapien und Büchern werden große Gewinne erzielt. Für diesen Boom sind laut Glücksforscherin Sonia Laszlo mehrere Faktoren verantwortlich. Zum einen ist die Welt ihrer Meinung nach kleiner geworden. Sie erklärt: „Früher haben wir uns nicht mit der gesamten Welt verglichen, heute […]