Ralf Dahrendorf philosophiert über die Lebenschancen

Ralf Dahrendorf zitiert den Philosophen Karl Popper, der einmal gesagt hat, dass die Geschichte keinen Sinn hat, aber der Mensch kann, ja muss ihr einen Sinn geben. Für ihn selbst ist ein geregelter Konflikt mit Freiheit gleichzusetzen, denn er bedeutet, dass niemand seine Ansichten zum Dogma erheben kann. Ralf Dahrendorf schreibt: „Es gibt Institutionen, die es erlauben, nein zu sagen, und mehr, die jeweils Regierenden abzulösen. Die Freiheit von Willkür und Tyrannis ist nicht gering zu schätzen.“ Für Max Weber war es der Begriff der Chance, der über die bloß formalen Bedingungen des Handels hinaus nötig ist, um die freie, die offene Gesellschaft zu begründen. Für ihn waren Chancen mehr als Voraussetzunge des Handelns und doch weniger als tatsächliche Handlungsweisen.

Die Bedeutung der Arbeit im Wandel der Zeiten

Der Arbeitsplatz ist entscheidend dafür, welche soziale Stellung ein Mensche in der modernen Gesellschaft einnimmt. Dabei bestimmt der Job nicht nur die Höhe des Einkommens, sondern gleichzeitig auch das Prestige. Überall auf der Welt scheint das fast selbstverständlich zu sein, obwohl dies in früheren Zeiten ganz anders war. Früher verstanden die Menschen unter Arbeit Mühen und Strapazen, sie wurde gering geachtet. Im Griechenland der Antike waren die Sklaven für die harte Arbeit zuständig, während sich die Bürger der Politik und den schönen Künsten hingaben. Erst in der Zeit der Reformation und Aufklärung veränderte sich die Einstellung zur Arbeit entscheidend. Der berühmte Soziologe Max Weber definierte die Arbeit wie folgt: „Sie ist der von Gott vorgeschriebene Selbstzweck des Lebens überhaupt.“

Die Macht verändert den Charakter des Menschen

Philip Zimbardo, der berühmte Psychologe, der das Stanford-Gefängnis-Experiment entwickelte, sagt: „Macht verändert Menschen unweigerlich – zum Guten oder zum Schlechten.“ Im Volksmund heißt es, der wahre Charakter eines Menschen sei sofort zu erkennen, sobald diesem Macht gegeben ist. Philip Zimbardo würde in einem solchen Fall eher von einem neuen Charakter sprechen. Der Psychologe erklärt: „Wenn Sie in eine Position mit Macht kommen, dann kommen Sie in eine neue Situation. Sie sind nicht mehr der alte Mensch.“ Im Sommer 1971 endete sein Experiment, das zu den bekanntesten in der Geschichte der Psychologie zählt, in einem Desaster.

Ein Nachschlagewerk über 73 Pioniere der Psychologie

Gegliedert nach Epochen und ihren Autoren liefert das Buch „Meilensteine der Psychologie“ einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Psychologie, der sowohl die Anfänge bei Sokrates bis zur Kognitiven Psychologie eines Ulric Neisser seinen Bogen spannt. Das Autorenteam orientiert sich an den jeweils wichtigsten Werken der Psychologen, stellt aber darüber hinaus Verbindungen und Gegensätzlichkeiten zwischen ihnen her, das sich für den Leser ein Ordnungssystem ergibt, das die Entwicklungsströme in der Psychologie nachvollziehbar macht.

Max Weber lehnte jeden Kult um seine Person ab

Es besteht kein Zweifel das Max Weber nicht nur zu den herausragenden Denkern des europäischen Liberalismus zählt, sondern auch zu den bedeutendsten politischen Denkern seiner Zeit. Vor allem ging es ihm darum, ethische Maßstäbe als Richtlinien für politisches Handeln aufzustellen. Seine soziologischen Schriften sind unverändert die Basis einer jeden Sozialwissenschaft. Die Religionssoziologie hat er praktisch erfunden. In seiner ersten großen wissenschaftlichen Arbeit beschäftige sich Max Weber mit den Lebensverhältnissen der ostelbischen Landarbeiter.