Eine laxe Geldpolitik führt zur Gefahr der Stagflation

Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) hat kürzlich angekündigt, noch einmal 600 Milliarden Dollar in die amerikanische Wirtschaft zu pumpen, zusätzlich zu den 1,7 Billionen Dollar, die schon vorher in Konjunkturprogramme geflossen waren. Die FED glaubt, dass die amerikanischen Banken dieses zusätzliche Geld als Kredite an Unternehmen und Privatleute weiterreichen, um das Bruttoinlandsprodukt zu steigern. Doch der Plan der US-Notenbank scheint nicht aufzugehen, da die Dollars aus Amerika in Schwellenländer wie Brasilien abfließen. Brasilien ist davon überhaupt nicht begeistert, da durch die Geldschwemme die Inflation im Land steigt. Nicht nur die Amerikaner haben die Geldmenge erhöht, Japan und Europa haben nachgezogen, wodurch die Gefahr einer Inflation in den Industrieländern zugenommen hat.

James Tobin entwickelt die Portfolio-Theorie

James Tobin gilt als Vater der neokeynesianischen Konjunkturtheorie. Der Ökonom forschte auch auf dem Gebiet der Geldtheorie und beschäftigte sich dort besonders mit den Auswirkungen der Staatsverschuldung. 1981 erhielt der den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Analyse finanzieller Märkte und deren Zusammenhang mit Beschäftigung, Produktion und Preisentwicklung.

Der Staat muss die Banken verstaatlichen

Wirtschaftsforscher und Politiker sind sich einig, dass die Finanzkrise noch nicht bewältigt ist. Um die drohende Kreditklemme abzuwenden, müsse der deutsche Staat Banken verstaatlichen, forderte der Chef des Ifo-Instituts auf dem „Führungstreffen Wirtschaft“ der Süddeutschen Zeitung. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist sich dem Ernst der aktuellen Lage voll bewusst: „Die Krise wird die Welt so stark verändern, wie der Fall der Mauer.“ Am Wochenende hatte führende Ökonomen die Bundesregierung aufgefordert, das Finanzsystem in Deutschland weit reichend umzubauen und verlangten Zwangshilfen für Not leidende Kreditinstitute. Hans-Werner Sinn warnte, dass andernfalls Engpässe bei Krediten den Aufschwung abwürgen und für viele Jahre des Stillstands sorgen könnten.

Hans Werner Sinn: „Mindestlöhne gehören abgeschafft“

Der Ökonom Hans-Werner Sinn hält Mindestlöhne für ein großes Übel. Denn damit treibe man einen Teil der Betroffenen in die Arbeitslosigkeit. Armut lasse sich nur durch Arbeit und ergänzendes Hartz IV vermeiden und auf keinen Fall durch immer neue und immer höhere Mindestlöhne. Ifo-Chef Sinn konkretisiert: „Wer wegen der Mindestlöhne zum arbeitslosen Hartz IV-Empfänger wird, liegt mit seinem Einkommen unter der Armutsgefährdungsgrenze.“