Eine illustrierte Reise durch das philosophische Denken

David Papineau, Professor für Philosophie an der Universität London, schreibt als Herausgeber in der Einführung zum Buch „Philosophie“: „Nur wenige Menschen sind dazu berufen, der Philosophie alles zu opfern; aber auch sonst gibt es Faktoren genug, warum Philosophie für jeden von uns von Bedeutung ist.“ Seiner Meinung nach müssen alle verantwortungsvollen Menschen zumindest zu bestimmten [...]

Erich Fromm spekuliert über das richtige Lesen

Was für das Gespräch gilt, trifft gleichermaßen für das Lesen zu, das laut Erich Fromm eine Zwiesprache zwischen Autor und Leser ist oder sein sollte. Selbstverständlich ist es beim Lesen, ebenso wie beim Gespräch wichtig, was jemand liest oder mit wem er redet. Einen kunstlosen, billig gemachten Roman zu lesen ist eine Art des Tagträumens und eine Flucht aus der Gegenwart, die mitunter schmerzt, vor allem in den Zeiten der Wirtschaftskrise. Dieser Lesestoff gestattet keine produktive Reaktion des Lesers, der Text wird geschluckt und verdaut wie eine bedeutungslose Fernsehsendung oder die Kartoffelchips, die der Mensch beim Zuschauen isst.

Maurice Merleau-Pontys Philosophie der Leiblichkeit

Den Leib, über den er philosophiert, fasst Maurice Merleau-Ponty als ein Subjekt auf, der dem Menschen die Dinglichkeit und die Mitmenschen erschließt. Er ist so stark zu allem und jenem geöffnet, dass er durch seine Haut nur scheinbar begrenzt wird. In Wirklichkeit reicht er bis zum Horizont, wo die Sicht und die Gefühle enden. Wo Menschen kooperieren, verstehen sie sich gleichsam von Leib zu Leib. In dieser wechselseitigen Berührung der Seelen im Verständigungsprozess schwingt nicht selten ein erotischer Moment mit. Die Erotik ist laut Maurice Merleau-Ponty die dem Menschen gegebene Möglichkeit, sich mit einem Du ohne Sprache zu einigen, wobei jeder dem anderen dazu verhilft, das Wohnen im Leibe und damit in der Welt zu verwirklichen.

Das Verhältnis zwischen dem Selbst und den Anderen

Für Ronald D. Laing ist die Interaktion zwischen zwei Menschen, also einem Ich und einem Du, immer lückenhaft. Jeder Mensch kann nur vermuten, was sein Gegenüber meint. In der Regel sind die Folgen dabei überschaubar. Schlimm wird es nur, wenn eine Person soviel Autorität und Macht hat, der anderen Person zuzuschreiben, was diese bewusst oder unbewusst empfinden soll. Von hier aus ist der Weg zu einer seelischen Vergewaltigung nicht mehr weit. Selbst die Wissenschaft übt solche Techniken der Vergewaltigung aus, indem sie Menschen wie Tiere in Testsituationen beobachtet und sie motivanalytisch beurteilt. Dabei bekommen die Probanden Triebe und Antriebe angeheftet, von denen sie manipuliert werden, als wären sie Roboter und Maschinen.

Maurice Merleau-Ponty analysiert das Verhalten

Für den französischen Psychologen und Philosophen Maurice Merleau-Ponty ist keineswegs bewiesen, dass der Mensch ein Reflexwesen ist und ähnlich wie ein Mechanismus funktioniert. Er bemängelt am traditionellen Materialismus der Behavioristen, dass er die Wirklichkeit summativ aus Empfindungen, Trieben, Reflexen und Reizen zusammensetzen will. Die Erfahrung lehrt den Menschen jedoch, dass er schon immer von Gestalten und Strukturen umgeben ist. Maurice Merleau-Ponty zitiert Wilhelm Dilthey, der mit der Struktur das Gefüge und den Aufbau des Seelenlebens definiert. Demnach ist das Seelische von vornherein in einer ganzheitlichen Gliederung existent, wobei Teile und Ganzes nicht von einander getrennt betrachtet werden dürfen.